Soziales: Den Mut finden um für eigene Ideen zu streiten

Wenn man nun sich diejenigen ansieht, welche in der „Hochzeit der PIRATEN“ es zu einer verhaltensmäßigen „Prominenz“ gebracht haben, so sind die meisten dieser „Prominenten“ mit den PIRATEN nicht mehr wirklich verbandelt. Ausnahmen gibt es wenn man Katharina Nocun oder Marina Weisband sich anschaut, die den PIRATEN obwohl sie aus der Partei ausgetreten sind, dennoch freundschaftlich verbunden sind.

 

Andere wie Lauer oder andere „Quasi-Prominente“ aus dieser Zeit sind zu anderen Parteien gewechselt und nutzen nun ihren „Ruhm“ den sie durch die PIRATEN bekommen haben für die eigene Selbstvermarktung. Dabei ist einem Beobachter klar, auch wenn man die damaligen Querelen zum Beispiel um das Buch von Julia Schramm sich aus der Historie und von Berichten ansieht und auch ihre Aktionen welche für diejenigen die es im Netz sehen sollen, anschaut dass sie die Chancen welche jemanden der vorgibt progressiv zu sein und dabei ganz klar im Denken und Handeln des linken Mainstream verhaftet ist, gute Chancen hat sein eigenes Auskommen möglichst ideal zu vermarkten. Man geht Allianzen mit den „herrschenden Eliten“ und ihrem Denken ein. Dabei ist von Vorteil wenn das eigene Verhalten und das eigene „schrille Ego“ dem Denken und Verhalten der vorherrschenden Baby-Boomer ähnlich ist und man deren Denken und Verhalten so gut es geht imitiert. Eigene Wege der jungen Generation wird man bei denjenigen welche auf Kooperation und Imitation des angeblich vorherrschenden Mainstreams der Eliten und des Verhaltens der Baby-Boomer gerichtet ist, wenig finden.

 

Die Baby-Boomer und ihr Verhalten welches sie in den 68igern und 1970igern ausgebildet haben und nun mit ihrem „Marsch durch die Institutionen“ hinter sich gebracht haben, lässt sie zu führenden Elite in Politik, Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft werden. Sie sind eifrig darauf bedacht ihren Status Quo und ihr Ansehen zu halten und mit ihrer Marktradikalität auf der einen, wie auch an dem Anhängen der eigenen Selbstoptimierung und mehr des Scheins als Seins, sind sie darauf bedacht Kritik an ihrem Verhalten und ihrer Art von Politik und Idealen der Gesellschaft als neues Dogma festzuschreiben. Dabei ist der vom Rechten Rand propagierte „Aufstand gegen die LINKSGRÜNENFASCHISTEN“ wie man bei der AfD sehen kann, nur ein weiterer Weg der Baby-Boomer sich weiter in der politischen Debatte zu halten und man sieht das Zeichen derjenigen welche den vermeidlich „linken Status Quo“ den Kampf angesagt haben. Die aktuelle Debatte um Facebook und Hate-Speech sowie dem Umgang mit der AfD sind also mehr gesellschaftliche Flügelkämpfe einer auf sich selbst zentrierten Generation.

 

Heute im beginnenden 21. Jahrhundert will uns eine Generation immer noch ihre Schlachten und Ideen aus den 1970iger Jahren als Sinnbild für gesellschaftlichen Wandel präsentieren. Ihre auf sich zentrierten Debatten, welche nun durch das Internet eine neue Dimension bekommen haben, da diese nun mit „offenen Visier“ geführt werden haben dabei ein großes mediales Echo und Beeinflussen weiterhin das politische Geschehen in einem Maße, dass man rational und konsequent den Fragen des Digitalen Wandels sich nicht stellen kann. Der Digitale Wandel und seine gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen werden weiterhin durch das Verhalten der Baby-Boomer bestimmt und in ihrem Diskurs und ihrer Einstellung zu diesem Wandel bewertet. Für die junge Generation und ihrem Anliegen gibt es darin keinen Platz und wie es schon in den 1990igern von der „Generation X“ im Lebensgefühl war und ist, man selbst hat in den Debatten nichts „zu suchen“ geschweige denn hat Chancen eigene Ideen einzubringen.

 

Die einzige Chance für jüngere Akteure in diesen Debatten eine Stimme und als „Stimme der Jugend“ „vermarktet zu werden“ ist, wenn man das Denken der Baby-Boomer aufgreift und wie gesagt imitiert und auf die eigenen Ideen und Vertreter der eigenen Generation schimpft und bekämpft um so eine von den Babyboomers bestimmte „gesellschaftliche Akzeptanz“ und damit verbundene finanzielle Vorteile zu bekommen, auf die man besonders als junger Mensch angewiesen ist. Die fehlende Möglichkeiten selbst ohne auf Abhängigkeit der Baby-Boomer finanziell auf eigenen Beinen zu stehen, sorgt dafür dass fast jeder der jüngeren Menschen sich ihnen andienen muss um zu überleben. Ferner garantiert das Imitieren deren Verhaltens den jüngeren Menschen vermeidlichen gesellschaftlichen Aufstieg, während man auf diejenigen seine Generation herabsieht die sich so gut wie es geht diesem Diktat entziehen zu versuchen. Die damaligen „Flügelkämpfe“ innerhalb der deutschen PIRATEN waren daher mehr ein Ringen wie weit man sich dem Mainstream der Baby-Boomer entzeihen oder ihn vielmehr auch zu eigenen Vorteil imitieren sollte und auf eigene Impulse aus seiner Generation heraus damit verzichtet.

 

Hat die Strategie des Anpassens denn auf Dauer Erfolg?

 

Nun mag man sich Fragen, wie so viele die den Weg des Anpassens gehen und mit „alten Schablonen“ den aktuellen gesellschaftlichen Wandel gehen wollen und dabei eine Mischung aus Digitaler Neuerung und alten von den Baby-Boomer bestimmter Linker oder Rechter vermeidlicher Ideale folgen, auf Dauer zu Erfolg führt?

 

Natürlich nicht! – Auch wenn nun die Baby-Boomer sich daran machen ihren Stempel auf langer Sicht den jüngeren Generationen aufzudrücken, sei es in der Verfassungstechnisch eingebrachten Schuldenbremse oder darin wie man das Rentensystem auf Kosten der Jüngeren gestaltet und dabei einwirft man hatte ja so lange gearbeitet, was Vertretern der jüngeren Generation wie Hohn in den Ohren klingen mag, da ihnen egal bei welcher Ausbildung ihnen eine gesicherte und gut bezahlte Arbeit von den Vertretern der Baby-Boomer aufgrund der „Gesetze des Marktes“ verwehrt bleibt. Der Generation Praktikum und die sich trotz guter Ausbildung schwer in sicheren Arbeitsbereichen wiederfinden können, stehen vielmehr in einer Welt der finanziellen Unsicherheit, welche für die meisten wenn sie eine Familie doch gründen nur dadurch gesichert ist, dass eben ihre Eltern ihnen dabei zur Seite sei es finanziell oder immateriell stehen. Die jüngere Generation ist so sehr mit dem Überlebenskampf beschäftigt, dass sie kaum Zeit und Gedanken dafür hat sich selbst zu Fragen wie sie denn den gesellschaftlichen Wandel gestalten möchte und nur wenn man von den Baby-Boomer in die entsprechenden Stellen gehievt wird, kann man dafür Zeit und Muße aufbringen denen von ihnen vorgegebenen Ideen und Idealen auch noch in der neuen Zeit als „zeitgemäß“ zu preisen und der eigenen Generation „vorlügen“ – sie selbst wird kaum etwas zum gesellschaftlichen Wandel beitragen.

 

Dennoch hat gerade das Netz und in verschiedenen Diskussionsgruppen und Ideen sich auszutauschen gerade für die Digital Natives neue Chancen sich den Wandel wieder in ihre eigenen Hände zu legen. Gerade TV Sendungen wie die Daily Show versuchen die jüngere Generation für den ihnen schadenden Status Quo zu sensibilisieren. Gerade wie der Brexit zeigt, wenn die jüngere Generation aus Apathie zuhause bleibt kann die ältere Generation aus eigener Bequemlichkeit die Chancen der jüngeren zunichte machen. Daher ist es wichtig für die jüngere Generation selbst aktiv zu werden und nicht sich anzupassen sondern einen eigenen Weg zu gehen, allen Verlockungen des schnellen Erfolgs der Angepassten zum Trotz! Selbstbestimmt und mit aufrechtem Kopf seine eigenen Ideen zu entwickeln, welches dank der modernen Technik viel leichter als bisher geht und sich auszutauschen, kann das sein wie man dem Mainstream der Baby-Boomer und ihrem Verhalten auf langer Sicht etwas entgegensetzen kann. Wenn man so Druck ausüben kann und Forderungen geschlossen stellt und beweist dass man nicht Apathisch alles von ihnen über sich ergehen lassen kann, hat man eine Chance einen Wandel auch im seinen eigenen Sinn zu gestalten. Dazu hilft es jedoch nicht Gruppen und Parteien sich anzuschließen die von ihnen immer noch dominiert sind, sondern bereit zu sein mutig eigene Wege zu gehen und dafür zu streiten seine eigene Stimme haben zu dürfen.

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Soziales: Die verlachten Pioneere des kommenden Wandels

Man regt sich wegen Peter Taubers Tweet auf, doch wenn man genauer hinsieht spricht er nur das aus was viele (auch jüngere) Menschen in Wirklichkeit denken. Man igelt sich in seiner bekannten Welt ein und verachtet alles was anders ist. Es ist ein Nährboden aus Sozialneid und Hass in welchem Parteien wie die AfD wachsen können und auch die FDP mit ihrem wirtschaftsliberalen Denken gut wachsen.

 

Mir ist es auf meinem Geburtstag passiert, wie Leute dabei „philosophierten“ wenn Menschen die im Digitalen Leben aktiv sind und teils ihr Geld verdienen, als etwas unreales und jemand gesehen werden die nichts sinnvolles für die Gesellschaft machen. Etwas was diese abrackernden Menschen sich nicht vorstellen können, wie es Möglichkeiten gibt seinen Lebensunterhalt zu verdienen und zu gestalten, wird als für „echte Menschen“ nicht wertvolles gesehen. Wenn Menschen die über Skills verfügen die im Digitalen ihnen Möglichkeiten eröffnen auch mit der intellektuellen Spitze und anderen Fachleuten Fachgespräche zu führen und Projekte zu gestalten, so wird dies von den meisten Menschen nur als „sinnvoll gesehen“, wenn es sich direkt in kapitalistische Werte umwandeln lässt. Kreativität und geistliche Arbeit hat einen finanziellen Mehrwert immer bei sich zu haben. Alles andere sind Aktionen und Tätigkeiten die man in Deutschland wenn man nicht zum (klein-)bürgerlichen Milieu meint zu gehören nicht zu machen und wie Peter Tauber es sagt, hat man dann das Leben zu leben, in welchem man ausgebeutet werden muss und dafür soll man noch Dankbar sein.

Will man anders sein und will man kreative Möglichkeiten umsetzen welche gerade durch den Impact des Digitalen auf uns zukommen wird und gerade diese Leute, welche noch auf „sozial Schwache“ herabsehen und dann durch die Digitalisierung verlieren werden, dann wird der Konflikt in diesem Land noch mehr zunehmen. Gerade die Leute welche für viele „alteingesessene“ sich mit dem „Unsinn Internet“ und dessen Chancen sich zu entfalten und auch neue Geschäftsmodelle austesten und entwickeln, werden im Moment als Fehler gesehen die sich doch dem „normalen Bürger anpassen sollen“ und am besten mit ihren Ideen und Wünschen am besten zum Schweigen verdonnert sind.

 

Der Wandel der uns allen jüngeren Menschen bevorsteht, sollte uns zu denken geben. Anstatt an alten Modellen festzuhalten und auch in Sachen Beziehungen alten Modellen zu folgen, die am Ende wieder auf das einzelne Ernährerprinzip mit all ihren bekannten Nachteilen herauslaufen und sich dann noch als etwas Besseres gegenüber den Kreativen und Netzaffinen Menschen zu sehen, die am Ende Sachen „produzieren“ die man noch nicht begreifen mag, sollte man es sich eher genauer ansehen was es für eine für die „bürgerliche Gesellschaft“ unbegreifliche Welt ist. Wenn man die Digitalen Nomaden sich genauer ansieht, so versuchen sie gerade mit ihrer Kreativität und Schaffenskraft neue Wege zu gehen und Wirtschaft und Gesellschaft die Impulse zu geben, welche sie am Ende im 21. Jahrhundert brauchen. Bisher werden die Teilnehmer der Digitalen Welt aber als moderne Hippies statt als Pioniere eines neuen Weges gesehen. Man ist zu sehr vom Denken und Erlebten der Babyboomers gefangen, anstatt dass die jüngere Generation sich daran setzt ihre eigenen Wege und Ideen offensiv in der gesellschaftlichen Debatte zu Gehör zu bringe und schweigt ähnlich wie die Generation X und versucht seine eigene kleine Nische der Freiheit zu entfalten und zu bewahren.

Doch die gesellschaftlichen Normen und Werte zwingen einen im Laufe der Zeit doch zu resignieren. Dabei sind sie änderbar, weil alles Gesellschaftliche auf Konsens beruht. Daher sollte man als junge Generation beginnen zu Diskutieren und zu fordern, dass man einen Wandel erreicht in dem auch unsere Ideen und Träume einen Platz finden und nicht alles am Ende auf die Bedürfnisse der Babyboomers und derer die ihren Weg weitergehen wollen ausgerichtet ist, sondern auch die Kreativen und Querdenker welche man gerade im Zeitalter des Digitalen braucht berücksichtigt werden und die Impulse der Jüngeren genutzt werden für eine bessere Zukunft zu denen sie auch gehören.

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Soziales: Wie kann man die Zukunft gestalten, wenn man doch schweigt?

Für uns jüngere Leute sollte sicher sich die Frage stellen, wie kann man gegenüber der Macht der „Baby-Boomers“ unsere gesellschaftliche und politische Zukunft gestalten?

 

Deren Werte und Normen sind das neue Maß aller Dinge und sie haben bedingt durch ihr Alter und ihren Einfluss das Leitmotiv in Medien, Politik und Gesellschaft. Ihre Ideen und Forderungen und ihr Verhalten im Netz zusammen mit deren Ängste und Sorgen, sind was welches den gesellschaftlichen Ton und die Debatten bestimmt. Nicht umsonst ist das politische Projekt ihrer Zeit die GRÜNEN immer noch für viele in Medien und Politik, trotz deren Widersprüche und enttäuschten politischen Ideen, was aus dem typischen Verhalten dieser Generation entspringt, ein medial und politisch gern gesehener Gast.

 

Diese Generation und ihr Handeln nimmt quasi allen die nach ihnen kommen die Luft und den Raum zum Atmen und Kreativen gestalten der eignen Zukunft. Neue progressive Projekte der anderen jüngeren Generationen werden erst gefeiert, doch wenn man dann sieht wie anders und teils gegen den von den Baby-Boomers“ bestimmten Mainstream geht, desto mehr werden sie mit allen ihnen zu Verfügung stehenden Mitteln verschwiegen und bekämpft. Gleichzeitig wirft man den jüngeren Generationen vor, dass sie „satt“, „faul“ und „hedonistisch“ sind. – Ein typisches Mantra welches jede neue Generation über sich ergehen lassen muss.

 

Was kann man machen um als junger Mensch seine Zukunft zu gestalten? – Die Frage ist wie weit man aktiv sein kann, in einer Welt wo man für eine unsichere Zukunft auf dem Arbeitsmarkt das Maximum an Kreativität und Einsatz und die optimierte Selbstausbeutung mitbringen soll. Daneben soll man Bitteschön auch noch eine Familie gründen und ihnen Werte vermitteln welche die Baby-Boomers als gesellschaftliche Maxime vorgeben. Dabei sind diese Werte und Fähigkeiten welche sie einem „an die Hand geben wollen“, nicht diejenigen welche wir in der Zukunft in einer Digitalisierten Welt brauchen werden, wenn man Dr. Steffi Burkhart glauben mag.

Die gesellschaftlichen Spannungen welche durch die Digitalisierung und die Fähigkeiten die man brauchen wird, werden am Ende zu neuen Herausforderungen und Debatten kommen. Dabei scheint man von Seiten der Baby-Boomers und der Politik ganz im Sinne von Helmut Kohl die Sache lieber „aussitzen wollen.“ Gesellschaftlich sieht man an der Debatte von Fake-News, Netz-DG und andere Beispiele dass man den Staat als Bollwerk gegen den durch die Digitalsierung hervorgerufenen gesellschaftlichen Wandel nutzen will. Man geht aber auch eine gesellschaftlichen Debatte wie man die Zukunft darüber gestalten will aus dem Weg. Man sieht vieles als Science-Fiction und denkt dass „Smart-Häuser“ und anderes nur eine Technikaffine Minderheit betreffen wird, dabei zeigt doch gerade die Geschichte des Smartphones, dass es eben doch viele Menschen am Ende mit den Herausforderungen auch gerade in ihrem Zuhause betreffen wird. In Sachen Automobilen sieht man auch schon einen Anfang dieser Herausforderungen, doch wie wir als Gesellschaft damit umgehen wollen wird nicht geführt.

Die Baby-Boomers und ihre Macht in Medien und Gesellschaft versuchen gerade auch jüngeren Menschen zu vermitteln, dass sie nicht sich wirklich mit solchen Themen und Fragen beschäftigen sollen um so nicht ihre eigene mangelnde Beschäftigung mit dem Thema kritisch zu hinterfragen. Wenn die jüngeren Generationen sich mit diesen Themen beschäftigen wird es gerade ihnen Möglichkeiten geben gesellschaftlichen Druck auszuüben und den Wandel welcher durch die neue Industrielle Revolution in Gestalt der Digitalisierung zu begleiten und zu gestalten. Es ist gerade unsere eigene Zukunft als Generation X und Millenial die wir selbst ohne Betreuung durch die Babyboomers in die Hand nehmen müssen und deren Versagen der Philosoph Michael Hampe harsch kritisiert.

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Politik: Wandel, welcher Wandel? Die Jagd auf den souveränen Bürger ist nun eröffnet – Ein Fazit aus dem Verschwinden der PIRATEN auf Landesebene

Wenn man die Berichte um Netz-DG und weitere Berichte über Überwachung von Seiten des Staates und von Unternehmen am Bürger liest, bleibt die öffentliche Empörung aus. Wenn man einen Blick in die sozialen Netzwerke wirft, dann haben viele Menschen auch aufgrund der Marktmacht der neuen digitalen Unternehmen wenig Wahl einen anderen Anbieter zu nutzen. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass man nicht merkt und weiß wie weit die Algorithmen das Verhalten des Nutzers genau bestimmen können. Die Unwissenheit der Kunden, dass gerade sie die Ware der neuen Unternehmen sind, hilft dabei enorm.

 

Vesselin Popov Business Development Director des Psychometrics Centre der Cambridge Business School, beschrieb diese Gefahr auf der „PIRATEN-Sicherheitskonfrenz“ in München im Jahr 2017 sehr genau. In seinem Vortrag unter dem Titel: „Big Data and ist Impact on Society“ warnte er vor der präzisen Vorhersage des Verhaltens des Nutzer durch diese. Dennoch wird dieses Thema nicht auf die politische Agenda gehoben und wenn der Markt dieses fundamentale Problem nicht regelt, „sollte die Politik handeln“, doch wird dieses Thema von den Wählern nicht so ernst genommen, daher fehlt der politische Druck zu handeln. Medien greifen teils diese Problematik auf, doch stecken sie genau wie die Politik in einer Zwickmühle da sie aus diesen Daten ebenso Vorteile in der Vermarktung ihrer Produkte erzielen können. Das die Politik Big Data nutzt zeigte sich erst vor kurzem, als Berichte aufkamen dass die US Republikaner Big Data in ihrem Wahlkampf nutzen. Herausgekommen ist es dadurch, dass diese die Daten ungeschützt und für alle Einsehbar ins Internet stellten. Konsequenzen brauchen sie in diesem Fall politisch gesehen nicht zu befürchten, dafür sorgt schon das US Wahlsystem, so dass Kräfte welche einen Wandel wollen es schwer haben als eigene Partei in den USA den nötigen direkten Druck auszuüben.

 

Doch wie sieht es in Deutschland und Europa aus? – Der Bundestag hat diese Woche den Staatstrojaner für alle Verbrechen erlaubt. Hier wenn es auch weniger um Big Data direkt geht, werden dem Staat weite Möglichkeiten eingeräumt Informationen über seine Bürger zu sammeln. Es zeigt sich, dass der Staat seinen Bürgern weiterhin misstraut und anstatt die Zivilgesellschaft zu stärken damit sie extremen Positionen widerstehen kann, will der Staat sich „selbst darum kümmern.“ Man kann sicher davon ausgehen, dass auch in den deutschen Parteien indirekt Big Data ein Mittel sein wird um politischen Einfluss zu erlangen und Politik zu bestimmen, wenn man schon dem Staat im Netz weitgehende Macht zuteilt.

Aktuell halten die Parteien den Einfluss von Big Data auf die Politik und Wahlen für nicht so relevant. So bezweifelte laut einem Artikel auf Heise.de SPD-Wahlkampfhelfer Mathias Richel den großen Einfluss dieses Themas und gab der Theorie des „gläsernen Wählers“ eine Absage.

Dennoch ist sicher die Verlockung gerade bei vielen Parteien da und sie wollen nur nicht die (vermeidliche) öffentliche Empörung gegen sich haben, wobei man bei den Wahlergebnissen der PIRATEN in den letzten Wahlen, überlegen kann ob es wirklich die Menschen im Moment interessiert, oder ob doch andere Themen die Oberhand haben?

Das man die PIRATEN aus der Politik haben will ist klar, man schätzt sie dennoch als Stichwortgeber für neue Ideen und Konzepte die man nun unter eigenem Label umsetzen will und den Urheber dabei ignoriert. Ein Beispiel ist der Versuch eines BGE in Schleswig-Holstein. Auch andere Parteien wie die GRÜNEN haben nun das Thema BGE für sich entdeckt, doch bleibt es wie man unter anderem am Verhalten der FDP in NRW sehen kann, fraglich ob das (vermeidliche) Eintreten für Freiheit und soziale Sicherheit wirklich von Dauer ist oder den Sachzwängen zum Opfer fällt?

 

Genauso wird es wohl in Deutschland auch im politischen Umgang mit Big Data und dem in der öffentlichen Wahrnehmung verbundenen Thema der Social Bots geben. Auch wenn damals die Parteien bis auf die AfD dies ausschlossen, ist die Frage wie weit sie bei dieser Position bleiben werden.

 

Fraglich wird sein, wenn es keine politische Chance für die PIRATEN auf kurzer Sicht gibt, wie weit die andere Parteien diese Themen nicht in ihrer eigenen Agenda und Methoden die in ihrem Interesse sind behandeln, dabei aber die „Datensouveränität des Bürgers“ dabei auf der Strecke bleibt. Dabei werfen gerade diese Parteien ein von Facebook ähnliches Verhalten als schädlich vor und wollen für sich über den Umweg durch den Staat eine Zensier und Kontrollfunktion über gewisse Inhalte. Man sieht also, der Staat will mehr Einfluss auf das Netz und deren Inhalte was sich am besten im Zitat des Innenministers widerspiegelt, dass es keine Gebiete geben darf, wo der Staat keinen Einfluss hat.

Dazu passt natürlich nun der Staatstrojaner ins Bild, welcher in der Süddeutschen massiv kritisiert wird.

Der Bruch mit dem Bürger im Netz von Seiten des Staates und der Parteien ist nun da. Der Bürger und sein Verhalten ist nun Freiwild für Unternehmen, Staat und Parteien. Die Jagd ist nun für die Akteure (endlich) eröffnet, nachdem die PIRATEN für sie (vorerst) keine politische Rolle mehr spielen. Die Nutzung von Big Data wird sich da nur logisch in diese Entwicklung einreihen.

 

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Politik: Die Freiheit verlieren um wach zu werden? – Die Telekom und der NSA Skandal

Der Bundestagsuntersuchungsausschuss hat nun seinen Abschlussbericht veröffentlicht. Dabei sollten weite Teile des Berichts geschwärzt werden. Leider scheinen sich die Personen die mit dieser Aufgabe betraut worden sind, nicht wirklich mit solchen Sachen auszukennen. Jedenfalls wurden Teile des Berichts schlecht geschwärz so, dass Netzpolitik.org Teile des Berichts wiederherstellen konnte und darauf ins Netz gestellt hat. Die mehr als 1000 Seiten werden sicher nun die nächste Zeit in den Zeitungen zu finden sein und auch in verschiedenen Blogs nachzulesen sein und Teils eine neue Debatte um die NSA Affäre anheizen.

Netzpolitik.org ist sich nicht sicher, ob die teilweise wiederherstellung geschwärzter Stellen aus Zufall passiert ist. Auf der Webseite zu dem „Leak“ schreiben sie, „[m]anche Textteile waren nicht wiederherstellbar. Auffällig ist, dass die fehlerhafen Schwärzungen im Bewertungsteil der Opposition sind. Die Große Koalition hatte diesen Teil zunächst als geheim eingestuft und in der Geheimschutzstelle versenkt. Nun ist er doch drin, mit schlechten Schwärzungen.

 

Diese Frage wird sicher die nächste Zeit von Politik und Medien aufgegriffen werden und dann Gegenstand einer publizistischen und politischen Debatte werden. – Wie man es auch nimmt auch die Teile die man lesen kann und für alle im Netz zu finden sind, sind ein Skandal. Wenn jetzt gerade Journalisten und Blogger sich durch den Wulst an Text wühlen, wird es für die Regierung in der NSA Frage sicher nicht leichter werden.

Beim Durchscrollen des Berichts um aus Neugierde zu schauen, was denn da eigentlich drin steht bin ich über einen Absatz gestopert den ich interessant fand und der sicher für die Telekom zu einem großen Problem werden wird.

So wird dargestellt und sollte geschwärzt werden, dass die Dienste zugriff auf den Knoten der deutschen Telekom in Frankfurt hatten.1 Spannend und weitgehend unvollständig geschwärzt wird es auf S. 1402 und folgend des Berichts wo es auf die besondere Rolle der Deutschen Telekom im NSA Skandal geht.

Dabei sei hinsichtlich des Verfahrens der internen Prüfung nach einheitlichen Kriterien für alle Sicherheitsbehörden vorgegangen worden und hätte es nach den Erfahrungen des Zeugen Alster seit den 1980er Jahren keine Privilegien für BND gegeben. Auch seien alle Überwachungsmaßnahmen stets auf Anordnungen nach dem Artikel 10-Gesetz erfolgt:

Wir sind nur verpflichtet, das zu duplizieren, wenn eine Anordnung vorliegt.“

Als der BND im Sommer 2003 signalisierte, dass ihm die aus den G 10-Maßnahmen erhobenen Datenausleitungen nicht genügten und jenseits des G 10-Anordnungsregimes Komplettduplikate der Datenströme für Transitverkehre, also Durchleitungen von TK-Verbindungen, deren Teilnehmer_innen weder deutsche Staatsbürger_innen sind noch über Anschlüsse in Deutschland verfügen (sog. Ausland-Ausland-Verkehr), ohne Anordnung auf der Grundlage des BNDG erfolgen sollten, geriet auch die Telekom-interne Kontrolle auf Abwege.2

Man kann sich nun Fragen, wieso die Telekom dies dennoch zuließ gerade wenn dem keine gesetzliche Grundlage zugrunde lag und wohl liegt. Für ein Technologieunternehmen und ein Unternehmen generell ist das Vertrauen seiner Kunden das wichtigste. Gerade deswegen sollten ja diese Passagen geschwärzt sein, damit die Telekom auch nicht mit Schadensersatzansprüchen von Seiten Dritter in dieser Sache belangt werden kann. Nun ist es dennoch sofort bekannt was für den deutschen Konzern unangenehm werden wird. Auch wundert man sich, wieso in Deutschland aber man hatte es an anderen Ländern ja auch beobachten können, Unternehmen das Interesse und Vertrauen ihrer Kunden für eine Kooperation mit Sicherheitsbehörde leichtfertig aufs Spiel setzen.

Es scheint jedenfalls so, dass man in Unternehmen eine Ähnliche Einstellung seiner Kunden in Sachen Datenschutz wie auch in der Politik hat. Die Leute interessieren sich nicht wirklich dafür, weil sie die Konsequenzen und Zusammenhänge nicht sehen (wollen): Dadurch sind Verstöße gegen Datenschutz und Privatspähre etwas was Politik und Wirtschaft gegen Bürger und Kunden einsetzen können ohne dabei politische oder ökonomische Konsequenzen befürchten zu müssen. Auch nach der NSA Affäre und den Medienberichten, sind die meisten Bürger mit einer vermeidlichen Gefahr über Flüchtlinge mehr beschäftigt und sehen Digitale Themen als etwas exotisches an, was ihr reales Leben nicht betrifft. Einige Eindrücke zu dem Thema hatte ich in diesem Blog niedergeschrieben.

Es wird aber noch interessanter im NSA Untersuchungsausschuss und peinlicher für Politik und die deutsche Telekom.

Von einem international agierenden Telekommunikationsunternehmen mit der Marktmacht der Telekom ist eine kritische Distanz zu Staatshandeln zu gewährleisten, bei der staatliche Anliegen eigenverantwortlich überprüft werden. Das Handeln der Telekom im Zusammenhang mit EIKONAL wird daher weder den gesetzlichen noch den selbst auferlegten datenschutzrechtlichen Standards gerecht. Die Telekom hat dem Ausschuss gegenüber nicht dargelegt, inwieweit sie aus den Erfahrungen des EIKONAL-Projekts gelernt und Maßnahmen zur Sicherung eines datenschutzrechtlichen Kontrollregimes auch in ihrer Konzernorganisation ergriffen hat. Insofern wären die kritischen Stimmen auf den Fachebenen des Konzerns zu unterstützen gewesen und erweist sich die vorstandsseitig durchgesetzte Einwilligung in die Kooperation auf der Grundlage einer bloßen Bestätigung des BND-Anliegens durch dessen Fachaufsicht als beunruhigendes Indiz für das Fehlen einer unabhängigen Datenschutzkontrolle innerhalb des Konzerns. Der Vermerk „RA 43 mit der Bitte um Durchführung der erforderlichen Maßnahmen“3

Der NSA Untersuchungsausschuss scheint sich wie ich sich zu wundern, wieso ein international agierendes Unternehmen so leichtfertig zum Interessenshelfer der deutschen Sicherheitsbehörden macht und dabei gerade als Technologie und Telekommunikationskonzern mit vielen Kunden und Finanziellen und Unternehmerischen Verpflichtungen gegenüber diesen, so ein unternehmerisches Risiko eingeht. Wenn man der Theorie des reinen Marktes und dem Idealbild Unternehmerischen Handelns glauben mag, welches die FDP vertritt scheint gerade dies sich mit einer so engen Kooperation mit dem BND und Sicherheitsbehörden zu Lasten der Kunden ja zu widersprechen. S.1419 stellt die Zusammenfassung der Rolle der deutschen Telekom in der NSA Affäre dar, und sollte geschwärzt werden.

Auch die Deutsche Telekom AG (Telekom) trifft eine Verantwortung für die Ausleitung von Telekommunikationsverkehren vom Knotenpunkt in Frankfurt an den BND im Rahmen der Operation EIKONAL. Ohne Vorlage einer G 10-Anordnung war sie hierzu weder verpflichtet noch befugt. Eine andere Rechtsgrundlageals das Artikel 10-Gesetz für die Überwachung von Telekommunikation im Rahmen der sogenannten strategischen Fernmeldeaufklärung durch den BND bestand während des Untersuchungszeitraums nicht. Nach dem Telekommunikationsgesetz ist jedoch eine Weitergabe oder Verwendung von Daten, die dem Fernmeldegeheimnis unterliegen, nur auf der Grundlage einer ausdrücklichen gesetzlichen Befugnis zulässig. Diesen Grundsatz hat das Bundesverfassungsgericht 2012 in Verfassungsrang erhoben. Danach bedarf es einer spezifischen Rechtsgrundlage für Übermittlung und Empfang der Daten, also sowohl für das TK-Unternehmen als auch für den BND. Die Ausleitung und Weitergabe der Telekommunikationsverkehre an den BND war daher seitens der Telekom rechtswidrig und stellte einen nicht gerechtfertigten Eingriff in die Grundrechte der Nutzer_innen dar.

Das Schreiben des Kanzleramtes an die Telekom, in dem zuvor die vermeintliche Rechtmäßigkeit der Datenausleitung an den BND bescheinigt worden war (sog. Freibrief bzw. Zweizeiler) und auf das sich der Zeuge Köbele – Mitarbeiter der Konzernsicherheit der Telekom und Unterzeichner des Transitvertrags – berief, war keine rechtswirksame Ermächtigungsgrundlage für die Telekom. Es entband das TK-Unternehmen auch nicht von einer eigenständigen Prüfung der Rechtmäßigkeit einer solchen Datenausleitung.

Gleiches gilt für den eigens für die Operation EIKONAL zwischen der Telekom und dem BND im März 2004 geschlossenen Geschäftsbesorgungsvertrag „Transit“. In diesem Vertrag waren die Dienstleistungen der Telekom für den BND zur Ausleitung sogenannter Transitverkehre sowie deren Vergütung geregelt.

Die bemühte Konstruktion der Telekom in der Rolle eines Verwaltungshelfers (vergleichbar einem Abschleppunternehmen), der unter alleiniger Verantwortung der beauftragenden Behörde, hier des BND, tätig geworden sei, trägt rechtlich in keiner Weise. Die Telekom war (und ist) durch das Telekommunikationsgesetz zum Schutz des Fernmeldegeheimnisses verpflichtet. Daran änderte weder das Schreiben aus dem Kanzleramt (Freibrief) noch der Vertrag mit dem BND („Transit“) etwas. Darüber hinaus stehen wegen der unzulässigen Ausleitung von Telekommunikationsverkehren und Netzwer-

kinformationen durch die Telekom an den BND grundsätzlich strafrechtliche Verantwortlichkeiten sowie zivilrechtliche Haftungsfragen im Raum.“4

Das fazit zur Rolle der Telekom könnte nicht vernichtender sein. Für den deutschen Konzern wird es rechtliche Konsequenzen von Seiten seiner Kunden wohl haben. Die Frage ist wenn man Netzpolitik.orgs These vom Anfang nimmt, dass gerade die Teile welche die Opposition geschwärzt haben wollte nun wieder lesbar wurden, welches Interesse die Regierung denn hat die Telekom „den Löwen zum Fraß zu geben“?

  • Will man der FDP wenn diese nach den Wahlen wie die Umfragen suggerieren mit der CDU koalieren will, einen Vorwand geben die Telekom und andere staatliche Konzerne endgültig zu privatisieren?
  • Denkt man von Seiten der Regierung ist es besser wenn man sich von solchen Beteiligungen trennt, weil generell der Verdacht da ist, dass quasistaatliche Unternehmen eng mit der Regierung auch widerrechtlich kooperieren und dann am Ende hier nur das offensichtliche drin steht, was jeder der mit dem Thema vertraut ist eh vermutete?
  • Sieht man es generell eh nicht als relevantes Problem, und kann so zeigen dass der Staat die Kontrolle über viele Bereiche hat wie der Innenminister nun kürzlich forderte und weiß, dass niemand außer ein paar wenige Stimmen in der FDP und die PIRATEN dagegen aufbegehren werden, aber man diesen Widerstand für politisch nicht relevant hält, weil es die Bürger eh nicht zu einer Änderung ihrer politischen Präferenzen bringt, wie schon die Snowden Enthüllungen gezeigt haben?
  • Ist man sich die Unterstützung der geburten- und damit Wählerrelaventen Babyboomers und ihres Denken einfach viel zu sicher? – Denkt man, dass diese meist mit den Konsequenzen der Technik und der Digitalisierung uninteressierten Gruppen, welche aufgrund ihrer Sozialisation in den 68er und folgenden Jahren, welche zu GRÜNEN und Co führten, so sicher dass man deren Vorurteile gegenüber Technik und Wandel nur bestärken kann. Eine Politik so von dieser Gruppe unterstützt wird, welche Impulse in der Digitalisierung und den Wandel unterbindet um „Ordnung im Bisherigen“ zu haben? Hat der Philosoph Michael Hampe in der Süddeutschen Zeitung damit recht, dass er sagt wenn man die Konsequenzen aus Snowden,, Trump und Brexit zieht dass den Babyboomers die Zukunft quasi Egal ist und „[w]eil die Menschen in Deutschland immer älter werden, droht eine Diskriminierung der Jungen.“5 Zeigt man damit jungen Leuten die sich für die Themen und die Zukunft interessieren und gerade wenn sie bei den PIRATEN sich engagieren, eure Stimme und euer Streben ist nichts wert und man sollte die Macht des faktischen bitte schön akzeptieren und hinnehmen?

Gerade wenn man diese Sache des Faktischen und der Ohnmacht der jungen Generation gegenüber dem Faktischen sieht, wird einem als junger Mensch Angst und Bange. Wenn man eh keine Chance auf eine Stimme hat und die Themen und die Freiheit für die Sicherheit und Angst der älteren Generation geopfert wird von der wirtschaftlichen Zukunft ganz zu schweigen, wie weit kann man als junger Mensch dann noch Staatsbürger in einem Staat sein, der einen als Unwichtig und dessen Zukunft keine Rolle spielt? – Gerade dieses Verhalten ist etwas was am Ende zu einer Krise des Vertrauens in diesen Staat führen wird und den Kitt zwischen Gesellschaft, Staat und junger Generation mit all ihren Fragen und Problemen des Lebens führen kann. Hat man als junger Mensch seine Ohnmacht also hinzunehmen und „bitte zu schweigen“?

Der Philosoph Michael Hampe sagt am 22.6.2017 in der „Süddeutschen Zeitung“ unter dem Eindruck des Brexits etwas in meinen Augen Zentrales:

[Hampe]:„Ich sehe das Problem tatsächlich vor allem bei der Babyboomer-Generation, die jetzt fast überall an der Macht ist.

[SZ:]Also bei Ihrer eigenen Generation.

[Hampe]: Ja, die meisten von uns sind sehr privilegiert aufgewachsen, verglichen mit der vorherigen Generation, die den Krieg miterlebt hat. Daraus kann man den Menschen natürlich keinen Vorwurf machen, aber diese relative Sorglosigkeit führte häufig zu einer oberflächlichen, kurzsichtigen Einstellung und zu Verantwortungslosigkeit. Unter der Politik der Babyboomer werden künftige Generationen leiden.

Ist damit gezeigt, dass man als junger Mensch sich ins Private in die Welt von Instagram zurückziehen soll und daher die Medien und Politik das Verhalten der Millenials einfach nur schätzen können bis diese genau wie die Generation X irgendwann den Preis mit ihren Träumen und Zukunft bezahlen, weil sie nicht die Stimme erheben werden? Es erinnert etwas an Adam Freelands „We want your soul“. Müssen wir erst die Katastrope erleben und die Freiheit verlieren um wach zu werden?

1NSA Untersuchungsausschuss Bericht S.1373

2NSA Untersuchungsausschuss Bericht S. 1402f

3NSA Untersuchungsausschuss Bericht S. 1417

4NSA Untersuchungsausschuss S. 1419f

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Politik: Farben und die Wahrnehmung der Politik

Okay es ist Sonntag und es beginnt bei den PIRATEN eine Debatte die lange überfällig war und wo man immer wieder getuschelt hatte, aber nicht soweit wusste soll man es ansprechen oder nicht?- So wuchs es immer mehr bis man endlich befreit losredete weil klar wurde, man muss sich nicht verstecken und eigentlich denken da alle in der Partei es wird Zeit dass man klar und frei überlegen soll wo und wie die Reise weitergehen will. Angst, dass es uns PIRATEN wieder als Zerissen und Streitlustig sehen kann, war das was alle innerlich lähmte doch der Knoten ist nun geplatzt.

Es trifft sich dieser Diskurs sicher auch dadurch weil man im Straßenwahlkampf wenn man mit den Leuten in Kontakt kommt um Unterstützungsunterschriften für die Bundestagswahl zu sammlen, viele Eindrücke von außerhalb über die PIRATEN mitbekam und es uns hilft uns selbst zu reflektieren und zu sehen, wie sehen uns andere und wie kommt dieses Bild zur Stande?

Als ich am Wochenende in einer Bar war kam ich mit einem jungen Paar ins Gespräch, am Anfang unterhielten er und ich uns über Musik bis sie mitbekam ich bin bei den PIRATEN. Es ging mir nicht um Politik an dem Abend aber sie wurde angriffslustig und neugierig zugleich. Es sollte eine Unterhaltung auf mich zukommen die intensiv, leidenschaftlich und mit einer Mischung aus Abwehr und Neugierde geprägt war.

Sie meinte ihr Eindruck von PIRATEN ist es dass deren Themen an der Realität nicht angepasst sind. PIRATEN würden sich mit irgendwelchen utopischen Dingen beschäftigen und zu sehr im Netz sein. Meist hätten PIRATEN auch Berufe und eine Lebenseinstellung die den „normalen“ Menschen an sich fremd sind und auch bei jungen Menschen auf Unverständnis stoßen. Allerdings bemängelte sie, dass man kaum Kontakt im RL oder auch im Netz mit PIRATEN hat und man vieles von ihnen nur aus dritter Hand und den Medien hört. Gerade die Geschichte mit Faxe in Berlin ist etwas was den Leuten massiv im Kopf hängen geblieben ist und man sich wundert, was sind da für seltsame Leute bei den PIRATEN zu finden. In der Diskussion bekam ich auch zu hören, wieso beschäftigen sich PIRATEN so sehr mit digitalen Themen, weil diese hätten doch kaum Auswirkungen auf das einzelne Leben. Meist wird unter Digitalen Themen verstanden so das Paar, dass man etwas mit dem Internet macht, aber dies hätte doch keine Auswirkungen auf das tägliche Leben. Ich erwiderte dass das Internet der Beginn eines tiefgreifenden ökonomischen und gesellschaftlichen Wandels ist was auch wissenschaftlich und in den Entsprechenden Artikeln in Zeitschriften in der internationalen Presse behandelt wird.

Aber dies kommt in Deutschland nicht an. Man liest so das Paar hier nur über die Exotik des Internets und den Auswirkungen, es wird aber im politischen und gesellschaftlichen Diskurs als etwas gesehen, „womit sich normale Bürger nicht zu beschäftigen brauchen“. Es herrscht auch bei jungen Menschen eine fundamentale Unkenntnis der Prozesse vor welche die Digitalisierung auslöst und man weiß daher nicht wieso man sich politisch und gesellschaftlich dem Stellen sollte.

Ein Beispiel dazu hatte ich eine Stunde vorher in einer anderen Bar. Ich wollte Unterstützungsunterschriften sammlen und die Barkeeperin meinte PIRATEN braucht man nicht, die sind überflüssig und deren Themen sind irrelevant. Gleichzeitig bestand die gesamte Musik der Bar aus Liedern welche sie von Youtube und Spotify abspielte, eine Sache die bei den Gesetzesdebatten die anstehen, sie diese Art der spontanen Musikgestaltung erschweren werden und sicher dann zu protesten von ihr und ihren Gästen führen wird. Aber solange man es den Leute noch nicht wegnimmt, besteht kein Anlass zu Protest und geschweige denn eine Partei zu unterstützen welche die Freiheit und auch die Gestaltung der Zukunft durch das Internet begleiten und gestalten will.

Das Gefühl bei vielen PIRATEN welche sich der Umwälzungen bewusst sind und die ein Gespür für den langsamen und stetigen Wandel haben, wird oft als Arroganz in Gesprächen gesehen, weil man denkt das gerade da die Zukunft erst vor uns liegt, doch nicht mit einer so „kleinen, unbedeutenden und chaotischen Partei“, verbunden werden kann. Man sieht die PIRATEN als Exoten und wundert sich wieso sie immer noch die starke Überzeugung haben dass die Zeit der Partei erst kommen wird. Die Leute verstehen nicht, weil sie sich nichtt mit diesen Themen beschäftigen den schleichenden Wandel der gerade am Laufen ist und sehen die PIRATEN daher als etwas die sich mit Nebensächlichkeiten beschäftigen.

Gerade wenn man selbst stark in dem Digitalen Wandel und den Möglichkeiten des Internets und auch dass man leicht Menschen kontaktieren und mit ihnen ins Gespräch kommt, welches viele Menschen die nicht mit dem Digitalen Vertraut sind, für unmöglich halten, verwirrt die Meisten weil es ihnen exotisch vorkommt. Es beginnt sich immer mehr abzuzeichnen das wir am Anfang einer Entwicklung stehen, dass die welche Skills und Wissen was sie sich meist selbst angeeignet haben um im Digitalen Zeitalter später auch beruflich zu punkten, auf eine Gruppe Skeptiker treffen die diese Art des Lebens und des Gestaltens als „unnatürlich und ungewohnt sehen.“ Gleichzeitig sind viele aber durch die Leute welche sich beginnen den Herausforderungen der Digitalisierung zu stellen verunsichert, weil die Leute „in einer Welt leben“ und Fähigkeiten haben die verunsichern und Angst machen. Gerade diese Angst ist etwas was viele Menschen auf Abstand zu PIRATEN gehen lässt.

Man muss sich diese Konstellation bei allem was wir die nächsten Jahre machen werden bewusst sein. Das man nun über die Richtung wie an agieren soll sei eshand des „Corporate Designs“ oder der Themen ist nun die richtige Sache, aber man sollte auch wieder ein Blick „außerhalb der Bubble“ werfen um zu sehen, wie sehen uns andere die den Wandel nicht so sehr als Chance sondern als etwas exotisches und Bedrohung sehen.

In unseren Themen und Botschaften ist es daher wichtig, wenn wir auf diese vielen Leute zugehen ihnen vermitteln wieso soziale Themen und Ideen konkret ihnen auch in ihrer „OFFLINE WELT“ was bedeuten. Ich erkläre es oft anhand davon, dass ich sage bald kann man nur noch vernetzte Kühlschränke kaufen. Das leuchtet den Menschen ein, weil sie es erleben wie man am Ende dank der Industrie dies vorbestimmt wird. Wenn man ihnen sagt, dass man die Kühlschränke dank des Fehlenden Bewusstseins und der Gesetze dann leicht hacken und manipulieren wird, ist es in Thema was sie betrifft und wo ihnen einleuchtet dass man da was machen muss. Auch ist ihnen bewusst, dass sich niemand dafür in der Politik interessiert und es außer den PIRATEN keine Stimme dazu gibt. Aber sie wissen, dass man bald nur noch diese vernetzten Kühlschränke kaufen kann, so wie man meist nur noch Smartphones hat obwohl viele am Liebsten das Handy nur zum Telefonieren und SMS schreiben benutzen würden.

Anhand solcher Beispiele und das Herunterbrechen des Digitalen Wandels auf handfeste Beispiele und Themen kann man eine Aufmerksamkeit und ein Bewusstsein dafür schaffen, was wir wollen. Und dann wenn genug Leute sich diese Fragen stellen, hat man potentielle Wähler und Leute die Unterstützungsunterschriften geben.

Diese Situation brauchen wir bei uns und gerade der Name PIRATEN ist etwas was polarisiert und von den Leuten verstanden wird. Die Farbe orange kriegen viele nicht mit und daher kann man sich da parteifarblich den anderen anpassen, aber der Name PIRATEN ist den Leuten da draußen ein Begriff und er polarisiert stark, wenn auch die Leute kaum etwas über die PIRATEN und wofür sie stehen mitbekommen.

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Soziales: Wandel und Politik – Die „Generation X“ und ihre Chancen die kommen werden

Interessant ist es wenn man in „progressiven Gruppen“ ist, wie weit sich die Leute gegenseitig gegeneinander agieren und die gemeinsamen Ziele dem eigenen Ego hinten anstellen. Dies sorgt dafür, dass oft dann die Gruppen am Ende anhand interner Probleme scheitern. In der Zeit wo ich in verschiedenen progressiven und liberalen Gruppen aktiv bin fallen mir immer wieder die gleichen Probleme und Situationen ein.

Wenn man den letzten LPT und das (zum Glück), misslungenen Antrag zur Abwahl des Vorstandes der LV NRW sich ansieht, dann sieht man wie einige im LV NRW versuchen ihre eigene schmutzige Wäsche zu waschen und dann am Ende, vergisst man das man am Ende nicht mehr weiß wie das gemeinsame Ziel ist was man als PIRATEN hat und dann am Ende doch leider scheitern könnte. Ich bin daneben beim BPE e.V. einem Lobbyverband für Psychiatrieerfahrene aktiv und ihre Ziele und Überzeugungen sind sicher wichtig und klar. Doch dabei sind da wenig junge Leute aktiv sind, so haben sich die älteren Mitglieder basierend auf ihrem sozialen und politischen Hintergrund in der 68iger Bewegung und dem Milieu welches nachher zur Gründung der GRÜNEN führte, bis heute vieles in Deutschland und seiner Gesellschaft bis heute prägt und (teilweise) schadet. Die Unterschiede im Aufwachsen der Generationen, sorgt immer wieder für Probleme im sozialen und politischen Handeln, sowie der Kommunikation innerhalb und außerhalb der politischen Gruppe die von der jeweiligen Generation geprägt wurde und wird.

Das Ego der einzlenen und das Spalterische welches sich sektierische Gruppen in Bewegungen schaffen können, füllt ganze Bücherregale linker politischer Literatur. In der Generation X ist im Gegensatz zu den Babyboomers und den Millenials verbreitete Interesse an Selbstmarketing und der Prefektionierung der eigenen Person und Meinung als alleinige Maxime persönlichen Handelns, etwas was diese mit Abstand begegnet. Forbes beschrieb in einem Artikel die Kernmerkmale der missachteten Generation X, die sich selbst als politisch und gesellschaftlich depressiv betrachteten. Aus der Maxime „nicht reden sondern handeln“, die ihnen zueigen ist – wuchs das politische Projekt der PIRATEN, weil ihnen durch die damaligen Möglichkeiten des Netz gegeben war, dass sie mit ihrem eigenen individuellen Denken nicht alleine war und dann daraus ähnlich wie Marx die Grundzüge des Wachsen einer politischen progressiven Bewegung aufzeigt, es zu Ideen für politisches Handeln und das Interesse am Wandel und an der Mitarbeit an Diesem kommt.

Das der „Hacker-Ethik“ erwachsene man schaut anhand der Fähigkeiten und Projekte und deren Ergebnisse was eine Person kann und wieweit man einem Individuum eine Autoriät auf einem Gebiet zuweisen kann. Dieser Faden, welcher in der „politischen DNA“ der PIRATEN inne ist, sollte einem einzelnen Mitglied und uns allen innerhalb der internationalen PIRATENBEWEGUNG ein Ansporn sein, dass man Spaß daran hat eben diese neuen Projekte zu starten und gemeinsam erfolgreich (!) umsetzen. Das Spannende an neuen Bewegungen und die PIRATENBEWEGUNG ist ähnlich wie die anti-psychartiebewegung eine neue, ist deren Dymanik. Im Gegensatz zur letzteren sind die PIRATEN kein Produkt der 1970iger Jahre und daher traditionell „undogmatisch“ in dem Sinne, dass sie ihre eigene politische Philosophie erst finden müssen und zu einem Gerüst, aus den Werten die den Mitgliedern zueigen sind verschriftlichen sollten. Dadurch gewinnen die PIRATEN an Profil und sind auch resistenter gegenüber neuen Mitgliedern und Besterbungen innerhalb der Bewegung welche die PIRATEN in eine Richtung bringen wollen, die deren „politischer DNA“ widerspricht.

Diese Schwäche innerhalb des politischen Handelns bedingt durch das individuelle Ego, wo es zum Schaden der gemeinsamen Ziele kommt und der Zwang junger Menschen „Karriere zu machen“ um das Leben zu gestalten, lässt junge progressive Bewegungen wie man bei den PIRATEN zu beobachten, „Talente“ die meist wie Christopher Lauer und andere die inhaltlich wenig zum Erfolg der Marke PIRATEN beitrungen und beitragen, dank ihres eigenen Erfolges in der Vermarktung ihrer Person, da sie kompatibler mit den Werten und Ideen der Babyboomers sind, eine größere Stimme im gesellschaftlichen Diskurs geben, als es ihren Fähigkeiten und Geist sonst möglich wäre. Sie entsprechen eher den Werten eines „Zeitgeistes“ und „Denken einer Generation“, die dabei ist durch die Dyanamik der Digitalisierung von der sie sich (zurecht) bedroht fühlen, und daher am Ende scheitern werden.

Als Vertreter der „Generation X“ wie auch der nachfolgenden Generationen für welche das Digitale nur eine Erweiterung des „Real Lifes“ ist, wird es interessant sein wie man die Dynamik des Digitalen auf die Gesellschaft am Ende mit Abgang der Babyboomers gestalten wird und viele der „Dämme“ einreißen wird, welche die Boomers aus Angst gerade errichten. Ein Problem ist, dass viele der jungen Menschen das Digitale als selbstverständlich in ihrem Leben sehen. Dabei wird verkennt wie fragil diese Freiheiten des Netz sind. In einem Gespräch erlebte ich, wie eine Menge Leute die PIRATEN und deren Ziele als unverständlich sehen und nicht unterstützen, dabei nutzen dieseLeute selbstverständlich das Netz weiter in deren Freiheit und haben keinen Instinkt für die Gefahren, welche ein Ende des freien Netz am Ende für deren Gestaltung ihres individuellen Lebens bedeutet. Für viele Menschen muss das „Kind daher erst in den Brunnen fallen“, bis man am Ende einen Zaun um den Brunnen baut. Ein Dilemma für die PIRATEN, was aber der Menschlichen Psyche geschuldet ist und welches sie am Ende wenn „die Schlacht verloren ist“, ihnen ermöglicht den „Krieg zu gewinnen“.

Die Zeit der Generation X und auch der PIRATEN wird daher erst noch kommen, abgesänge auf diese Generation und das politische Projekt ihrer Zeit sind daher von unkenntnis gesellschaftlicher Dynamiken geprägt.

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