Politik: Ihre Authentizität ist ihre Stärke – Die Piraten haben ein Ass für die Zukunft

Wenn man nun in die USA schaut und sich den „March for our lives“ ansieht, zeigt es wohl das die Millenials wieder politisiert worden sind. SPIEGEL ONLINE  vergleicht es wie damals als die Babyboomer gegen den Vietnam Krieg demonstriert haben und damit in den USA eine Veränderung für die nächsten Jahre auslösten und die US Amerikanische Gesellschaft vorerst verändert hatten.  Politikwissenschaftler Christian Hacke sagt dazu im Deutschlandfunk, dass die Zivilgesellschaft in den USA weiterhin funktioniert. Er nennt es gar „ein Armutszeugnis für die politische Klasse“ des Landes.

Veränderungen sind also möglich und auch einen Wandel wird es immer wieder geben. Nichts auch in der Politik ist in Stein geschrieben. Alles kann sich ändern und wenn kann man nur sich an den Spruch eines antiken griechischen Philosophen halten, das „alles fließt“.

Politik ist die Gestaltung des Wandels und auch wenn die konservative Politik versucht möglichst viel des alten zu Bewahren ist sie doch auch immer dem Denken wie man den Wandel in ihrem Sinne minimal mitgestalten kann. Wenn nun viele in Deutschland mehr Zyniker sind und sagen, dass man eh nichts gestalten kann und dabei gerne „den Lauten“ im Netz die Debatte überlassen so ist es doch eine Gefahr. Viele Menschen die anders Denken haben sich aus Facebook zurückgezogen was mehr und mehr zu einem Spielfeld derjenigen wird, welche im Zeitalter der kommenden Digitalisierung mehr als passive Besucher denn als Gestalter des Wandels sich begreifen. Facebook wird mehr zu einem Spiegelbild einer Zeit welche gerade sich darauf ausmacht das Internet zu begreifen, während viele andere auf anderen Netzwerken und da gerade auf Twitter sich daran versuchen die Spielregeln des neuen digitalen Zeitalters zu gestalten.

Eine Studie des Pew Research Centers von 2015(!) kommt zu dem Schluss das vor allem Jugendliche deren Eltern ein höheres Einkommen haben Instagram nutzen, während in Europa vor allem gut gebildete Facebook nutzen, während es gerade für Deutschland und der Schweiz nicht zutrifft, so ein Bericht auf der Huffington Post.

Wie gesagt es geht gerade um junge Menschen und daher ist es so, dass viele da (noch) nicht einen höheren Bildungsabschluss haben und die Zahlen sind von 2015 was in der schnellen Welt der Internets nichts heißt. Einen Demografischen Überblick von 2017 hat das Handelsblatt versucht, wobei dabei sich zeigt, dass man für Twitter gerade kaum gesicherte Aussagen treffen kann. Facebook ist in Deutschland für die Politik sicher das Zentrale Medium im Internet da man hier die meisten Leute gerade im Bereich der Baby-Boomer die eine etablierte politische Haltung haben und welche die meisten Menschen in Deutschland stellen gewinnen kann. So setzen die meisten Parteien in kommenden bayrischen Landtagswahlkampf ganz auf Facebook.

Twitter hat sicher die „Hemmschwelle“ das man schwer längere Texte verfassen kann und man sich kurz und gezielt mit einer Botschaft an die Leute wenden muss. Auch ist es so, dass man sicher sich hier leichter in ein Milieu hineinkommen kann wenn man über ein gewisses Wissen auf einem Gebiet verfügt und dann seinen Content entsprechend über einen präferierten Kanal gestaltet.

Das Netz und das Wirken jedes Einzelnen im Netz wird also die Debatten der Zukunft gestalten und abbilden und auch dann wie man in den USA sehen kann es einzelnen und Gruppen ermöglichen solange sie authentisch in ihrer Botschaft sind die Leute für ihre Themen gewinnen.

Authentizität in der Politik ist das Ah und Oh in diesen Zeiten

In der Politik der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts wird es mehr und mehr darauf ankommen, das die Person des Politikers mehr und mehr authentisch ist. Die Leute wollen das der Politiker der eine Botschaft an die Leute bringt und dafür wirbt für ihre Interessen zu stehen dieses auch lebt. Ein Paradebeispiel dieses Handelns und Lebens ist sicher der damalige Präsident von Uruguay José Mujica.

Donald Trumps überraschende Erfolg bei den letzten US Präsidentschaftswahlen war klar auch dem geschuldet das er bei den Wählern damit überzeugte, das er genau das sagte was er denkt und dies in irgendeiner Form auch lebt.

Der Blog „Psychologie Welt“ sagt dazu, dass „Marketing-Experten werden Ihnen sagen, dass Marken, um authentisch zu sein, konsistent und ehrlich gegenüber ihrer eigenen Identität bleiben müssen und ihren Zielkunden treu bleiben müssen. Sie sollten Anspruch auf ein Bündel bedeutungsvoller Attribute und Werte erheben. Und dann sollten sie diese Attribute und Werte immer und immer wieder aufrichtig vermitteln und übermitteln. Eine Studie nach der anderen zeigt, dass Verbraucher auf authentische Marken vertrauen und ihnen treu sind. Wie Marketingberater James Gilmore betonte, liegt dies daran, dass „wir in einer zunehmend inszenierten, konstruierten, vermittelten Welt“ nach Dingen und Menschen hungern, die aufrichtig und aufrichtig sind.“

Diese (vermeidliche) Authentizität macht sich gerade die AfD zur Nutze welche mehr und mehr nicht verheimlicht das sie der bisherigen Form der Politik auf vielen Ebenen kritisch bis feindseelig gegenüber steht. Das sie dabei in ihren Inhalten wie den Einschnitten ins soziale Netz in diesem Land ihren Wählern nur schaden wird ist auf der einen Seite klar von Katharina Nocun in einem Blogpost hingewiesen worden. Sie geht auch ferner auf den „Source-Code“ der AfD ein. Man kann sich aber sicher Fragen wie weit die AfD welche jemanden wie Alice Weidel an der Spitze hat und die als Steuerflüchtling in der Schweiz lebt in einer eingetragenen Partnerschaft lebt von ihrem Leben her die Werte der AfD lebt, weist nicht umsonst der promovierte Historiker Stefan Hemler in seinem Blog hin.

Dennoch zeigt auch gerade dieses Beispiel das man jemanden dem man vermeidlich eine Authentizität und wenn es nur durch einen gewissen (selbsterstellten) „Mythos“ der Partei ist wünscht das diese Person und die dazugehörige Partei die Politik verändert. Die damalige Stärke der SPD war gerade darin das sie authentisch in den sozialen Fragen war und auch die Politiker die ihr entstammten dem entsprachen. Das die SPD zurecht (!) stolz auf Otto Wels ist der sich den Nazis selbst 1933 entgegenstellte und viele Sozialdemokraten lieber ins KZ gingen als sich den Nazis anzupassen und dann auch dem Stalinismus entgegenstanden machte viel ihrer damaligen (moralischen) Stärke in der Bundesrepublik aus. Gerhard Schröder hat mit seiner Inszenierung als „Genosse der Bosse“ und seinem Wechsel zu Gasprom dem massiv geschadet und ohne einen personellen und inhaltlichen Wechsel wie es Labour in Großbritannien gelang wird die SPD ihre Talfahrt nicht beenden können.

 

Sind sich die PIRATEN in Deutschland ihrere Authentizität bewusst?

Die PIRATEN in Deutschland scheinen angeblich aus dem Blickfeld des Bürgers als vermeidliches „One-Hit Wonder“ der deutschen Politik verschwunden zu sein. Viele sind sich nicht bewusst ob es die PIRATEN noch gibt und wenn sie es merken, sind sie doch klar bereit dieser Partei als einer der Wenigen die Kompetenz in den Digitalen Fragen zuzusprechen. In diesen Kernfragen haben die PIRATEN bei den Leuten wenn man immer wieder es hört eine klare authentische Botschaft auch wenn sich viele nicht vorstellen können wie weit diese digitalen Sachen einen klaren Einfluss auf ihre persönliches Leben haben trotz der ganzen Berichte in den Medien über die Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Menschen und die Gesellschaft als Ganzes.

Doch sollte die Partei dies als Chance begreifen und sich langsam mit ihren Themen wieder aufbauen um nachhaltig die deutsche Politik gestalten zu können. „Die Medien“ liebten Personen die gerade damals den Streit suchten um dann so für Berichte zu sorgen. Christopher Lauer zehrt beispielsweise noch heute medial von diesem damaligen Ruhm auch wenn er politisch de facto in dieser Republik keine Rolle spielt und in der SPD innerpolitisch mehr ein Nischendasein fristet. Ob er als authentisch mit seiner damaligen Rolle bei den PIRATEN und deren Werte zu gelten hat, wenn er im TAGESSPIEGEL fordert das Facebook verstaatlicht werden muss und in der ZEIT die Forderung aufstellt das man wegen des Feinstaubs etwas gegen „die Freiheit andere zu gefährden“ etwas unternehmen müsse, mag bezweifeln wieso er sich damals als politische Heimat ausgerechnet eine Partei suchte welche die Freiheit und individuelle Selbstbestimmung sich auf die Fahnen geschrieben hat. Das er sich medial als Sprachrohr der „jungen Generation“ der ab den 1980iger aufschwingen möchte und im TAGESSPIEGEL meint das die „junge Generation streiken sollte weil sie so sehr von den Alten verarscht“ wird, ist schon seltsam da es ihm de facto ja einen kurzen Job bei Springer einbrachte und er in einer privilegierten Position kaum als Rebell und Anführer für einen Wandel stehen kann. Jemand der schnell die Partei wechselt nachdem es da nichts mehr selbstverschuldet zu holen gibt und dann mit einem Zwischenspiel in der Wirtschaft eher genau den alten Typus Politiker entspricht und man sich Fragt wieso er so viel Zeit und Energie im damaligen Kampf bei den PIRATEN investiert hat, wenn er nun solche Positionen vertritt zeigt wie schnell junge Politiker im verkennen des Kapitals des politischen Handelns sich de facto längerfristig auch im Auge des Wählers verbrennen.

Genau aus diesen Fehlern und dem Scheitern der damaligen bei vielen Medien als vermeidliche „Stars“ und „Hoffnungsträger“ der PIRATEN für die deutsche Politik kann man eine Menge lernen. Gerade nun wo die PIRATEN die vermeidliche Ruhe vor dem Sturm haben, kann man arbeiten und gestalten. Wie es geht und wie man authentisch als neue Kraft die Politik gestalten kann zeigen die PIRATEN ja gerade in Tschechien, wo sie ins nationale Parlament gewählt wurden. An dem Markenkern als Freiheitspartei zu arbeiten und auch ehrlich und ohne Angst bisherige soziale Strukturen und Normen in Frage zu stellen wie es seinerzeit die GRÜNEN gemacht haben, wird sich am Ende für die PIRATEN auszahlen. Auch ein Blick in die damalige frühe SPD zeigt wieso die PIRATEN wenn sie das damalige „authentische Erbe“ der SPD  und sich als Motor für diese neue industrielle Revolution mit all ihren Facetten weiter etablieren und daran arbeiten diesen Wandel zu gestalten sie am Ende auch als authentischer Ideengeber wahrgenommen werden und damit Erfolge haben. Ferner geht es auch darum das man langfristig authentische Personen aufbaut wie Anja Hirschel oder Hélder Aguiar und andere die in der Partei bekannt sind und die für die Ideen brennen, gerade jetzt in Zeiten wo es nichts zu holen gibt. Diese Chance welche die PIRATEN nun haben ist, dass sie gerade mit den Leuten die mit Herzblut und Ideen an den Themen der Partei arbeiten die authentischen Köpfe von morgen haben werden und dies ihr nutzen wird.

Man sollte daher als Mitglied der deutschen Piratenpartei nicht fatalistisch sein sondern gerade die Chancen begreifen die sich der Partei bereiten. Viele der großen Parteien haben ihre Wurzeln im 19. und frühen 20. Jahrhundert, wo hingegen die PIRATEN in Deutschland gerade einmal etwas über 10 Jahre alt sind. Als PIRATEN hat man also gut Zeit weiter seine Marke „unter dem Radar“ zu etablieren gerade da man nun ungestört ist um dann wenn die Zeit reif ist wie „ein Phönix aus der Asche“ mit eben diesen authentischen Ideen und Personen wieder aufzusteigen.

 

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