Soziales: Wir müssen wieder streiten lernen als Partei und als Gesellschaft

Sind wir ehrlich es gibt in dieser Gesellschaft und in dieser Partei bei einigen leider Denk und Sprechverbote. Wenn man sich mit der Geschichte der PIRATEN beschäftigt kann man ein gewisses Unbehagen zwar verstehen aber es ist so, dass man am Ende doch damit uns am Ende selbst schadet. Anstatt dahin zu gehen wo die Debatten sind und worüber man reden muss sei es bei #me2 wenn auch Männer Opfer sein können oder mit wem man weil „Leute“ gesagt haben die Person geht nicht, dass man mit Leuten in einer AG nicht zusammenarbeiten will. Es herrscht ein Gefühl der Angst in dieser Partei vor und wir machen es uns zu bequem und unseren politischen Gegnern so zu leicht.

Aber es ist nicht nur bei uns PIRATEN so sondern allgemein der Zeitgeist in dieser deutschen Gesellschaft. Man duckt sich vor Debatten die die heile Welt stören weg. Die Süddeutsche Zeitung hatte es in einem kürzlich erschienen Artikel auf den Punkt gebracht.

Sie schreibt wer streiten will „muss sich schmutzig machen“. Wir PIRATEN wollen doch streiten und schauen in welche Richtung es geht. Dies ist zusammen mit unserem Credo „Denk selbst“ eines der Kernmerkmale in dieser Partei. Wir sind der Meinung dass man sich seine eigenen Gedanken machen sollte. Stattdessen hören wir uns Geschichten an über Leute die wir nicht kennen und machen bilden uns so unsere Meinung. An Debatten wo man Angst hat dass man einen gesellschaftlichen Shitstorm erleiden könnte sei es Männerrechte in dem Fall ganz spezifisch dass man Männer auch mal als Opfer sehen könnte, zuckt man zusammen. Klar es ist bei uns historisch bedingt. 20% der Opfer von Gewalt auch sexueller sind männliche Opfer. Sie müssen selbst damit klar kommen, da es für sie kaum bis keine Hilfsangebote gibt. Der Deutschlandfunk hatte dazu einen Beitrag gebracht der vom Weißen Ring ausgezeichnet wurde.

Als dieses Thema kurz in der Debatte bei einigen in der Partei war und einige sich damit Beschäftigen wollten um es bei uns auf das politische Radar zu bringen war die Furcht groß, dass man damit einen „Shitstorm“ auslösen würde. Einen Shitstorm weil gewisse Opfer die gesellschaftliche Harmonie stören ist schon lächerlich.

War es nicht immer Zeichen von PIRATEN unbequem zu sein und waren wir nicht gerade darauf stolz gewesen. Haben wir Angst dass die Presse (welche Presse?) oder andere Leute die in Vergangenheit bei solchen Themen aggressiv ihre Meinung durchpeitschen wollten über uns herfallen? – Man die meisten der Protagonisten sind weg und doch haben sie uns vergiftet. Wir haben inzwischen Angst dahin zu gehen wo es weh tut. Ihre Sprech und Denkverbote wirken nach ebenso wie dass sie gewisse Leute als Feind bezeichnet hatten und wir ihnen immer noch sehr glauben. Ist es nicht so, dass wir sagen Themen statt Köpfe und wir am Ende schauen sollten was das Ergebnis ist? Wenn man mit der Leidenschaft wie man über die Besetzung über eine AG mit gleicher Inbrunst über Themen streiten würde und die Energie statt auf Twitter loszulassen in politische Arbeit stecken würde, wäre uns allen sehr geholfen.

Bei uns ist generell eine Leidenschaft vorhanden dass man alles in einer Wohlfühlblase haben will. Streit und Meinung geschweige denn ein Weltbild was einem nicht passt wird als störend und als Gefahr für uns PIRATEN gesehen. Dabei ist es gerade die Vielfalt die uns ausmacht und wir sind stolz auf unterschiedliche Meinungen und wir wünschen uns dass man über Themen unterschiedliche Meinung hat damit man sich über DIE THEMEN leidenschaftlich streiten kann. Was wir wieder lernen müssen, als PIRATEN und als Gesellschaft ist die Position zu einem Thema von der Person zu trennen. Nur wenn wir das (wieder) schaffen ist uns allen geholfen und eine Gesellschaft die verlernt hat wichtige Kontroversen zu führen und gerade dadurch Opfer der Rechten Welle und der AfD wird,weil sie gekonnt den Finger in diese Wunde legt, braucht gerade PIRATEN die dies können damir wir als Vorbild und wichtiger Motor der Erneuerung in diese Gesellschaft dienen können.

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4 Antworten zu Soziales: Wir müssen wieder streiten lernen als Partei und als Gesellschaft

  1. ClaudiaBerlin schreibt:

    Schlimm, dass das auch bei den Piraten so ist – aber wie du sagst: keine Ausnahme! Auch als bloggendes Individuum denke ich heute die Fallen, Fettnäppfchen und vielerlei Möglichkeiten, verkürzt, aus dem Zusammenhang gerissen und falsch einsortiert/gelabelt zu werden. Es ist eine geistige Pest, die da um sich gegriffen hat: Man man nicht mehr streiten, debattieren, sich MIT ARGUMENTEN auseinander setzen, sondern viele scheinen nur noch zu checken „Freund und Feind?“ und machen das schon gleich am Thema fest, das man sich anzusprechen wagt.

    Macht das bitte anders! Fasst Mut und traut Euch – ich glaube, dass grade ziemlich vielen in unterschiedlichsten Szenen die Faxen dicke haben mit all diesen Spielarten der Gesprächsverweigerung! Ihr seid gewiss nicht alleine…

    • japan001 schreibt:

      Es ist halt so dass Piraten halt Kind ihrer Gesellschaft sind, sie sehen und machen vieles anders aber in einigen Punkten was normal ist werden sie da sie Teil dieser Gesellschaft sind von ihr auch geprägt.

  2. ClaudiaBerlin schreibt:

    Binde doch bitte ein Plugin ein, das es gestattet, noch ein paar Minuten so einen Kommentar zu korrigieren! Tippfehler und so… 🙂

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