Politik: Wir müssen uns der Generationenfrage stellen

Nun sind Ferien und man versucht den Alltag soweit es geht hinter sich zu lassen indem man in den Urlaub geht. Die Politik ist vergleichsweise ruhig in Deutschland im Vergleich zu den USA wo sich die Dinge wieder einmal überschlagen und man als politischer Beobachter sich Sorgen um den Zustand der Demokratie in dem Land macht.

Die New York Times berichtet in einem Artikel, dass viele Liberale Kräfte in den USA sich keine Hoffnung auf die Militärs in der Trump Administration machen sollten, da diese eventuellen autoritären Bestrebungen des Präsidenten und seines Umfelds am Ende wenig entgegenzusetzen haben. Wie die Times in dem Artikel schrieb ist es schwer für die Militärs in der Administration effektiv Politik zu gestalten und umzusetzen um so einen Einfluss auf das autoriäre Verhalten des neuen US Präsidenten auszuübenAuch wird im State Department dem US Aussenministerium unter der Trump Administration kein Stein auf dem anderen gelassen.

Nachdem der US Präsident das Budget des Departments weit zurückgeschraubt hat, ist man nun dabei den aussenpolitischen Spielraum der USA dadurch zu gefähreden. Dies passt dabei in eine Politik des Rückzugs welches sich entgegen der US Rethorik durch den Präsidenten wie er es immer wieder auf Twitter von sich gibt.

Man sieht wie die Kräfte des Antiamerikanismus nun in Deutschland und Europa bei diesem Präsidenten sich freuen und eine „unheilige Allianz des Populismus“ zwischen Putin und Trump die das extreme Milieu in Europa elektrisiert. Man sieht sie quasi als die „Popstars des Wandels“ dabei ist ihnen egal in welche Richtung der Wandel geht. Man will nur eine Änderung an sich, dabei sieht man die Traditionen und Rituale der Demokratie als etwas für welches man nur noch Verachtung übrig hat. Dabei ist Donald Trump gerade für die moderaten Konservativen Kräfte in Europa wie man sie bei den vielen Anhängern und Wählern der CDU aber auch bei anderen traditionellen europäischen konservativen Parteien findet eher ein Schreckgespenst. Man erinnert sich wieder an die Eingangsworte des kommunistischen Manifestes, wonach „ein Gespenst durch Europa geht“. Dabei ist es hier das Gespenst des immerlauten und nie wirklich verschwundenen Faschismus welcher nun wieder durch die Gänge des aktuellen Zeitgeistes spukt.

Die „Arbeiterklasse“ dagegen so viele Beobachter, hat sich vom ehemals linken Spektrum verabschiedet und sieht die Globalisierung und die Liberalisierung welche gerade auch von weichgespülten Sozialdemokraten der Ära Blair und Sch röder vorangetrieben wurde und einer SPD welche mehr und mehr ihren Markenkern veraten hat verlassen. Man orientiert sich nun wo man das internationale und globale als Gefahr für die eigene „heimische Ordnung“ sieht hin zum nationalen und populistischen, welches Teils von der BILD-Zeitung aber auch vermehrt von „alternativen Medien“ wie Epoch und anderen „Blättern“ beflügelt wird. Dabei sind es jedoch nicht die Jungen welche den Erfolg der Rechten ausmachen, wie in der Frankfturter Rundschau unter dem Thema des Rivival der „Arbeiterklasse“ beschriebt sondern es sind die alten nicht gut gebildeten Kräfte die damals irgendwie über die Runden kamen und nun durch die Digitalisierung und den technischen Wandel auf das Abstellgleis sich geparkt fühlen.

Sie sehen sich Abstiegsängsten ausgesetzt und der technische Wandel wie die PIRATEN ihn als junge Partei gerade zu feiern, wird genau wie diese Partei als Bedrohung für die quasi „traditionelle Ordnung“. Man fühlt sich nicht mehr vertreten und ist aufgrund der schieren Anzahl der Mitglieder daher ein starkter politischer Faktor der auch durch die mediale Wirksamkeit dadurch an Relevanz gewinnt.

Es ist ein Genarationenkampf, die Baby-Boomer sehen sich in der Situation dass nachdem die ganze Welt sich bisher immer um sie gedreht hat, diese nun dabei sind die Kontrolle abzugeben an die nächste Generation und viele gesellschaftliche und technische Entwicklungen der Zukunft sich nicht mehr um sie drehen werden. Stattdessen sehen sie dies in ihrem „bisherigen Ego verletzt“ und nutzen nun ihre „politische Macht“ diesem Wandel mit allen Mitteln sich entgegenzustellen. Sie sehen die neue Welt als Gefahr und versuchen die jüngere Generation welche man versucht dadurch, dass sie kaum politische Figuren hat mit denen sie sich identifizieren können und deren Ideen sie teilen, als gesellschaftlichen und politischen Faktor an die Seitenlinie zu bringen.

Ferner agiert man da man nun über viel Zeit verfügt als „Mentor“ für die Millenials und versucht diese politisch in dem ihnen eigenen Sinn zu formen und zu beeinflussen und trifft dabei auf das Gefühl der (vermeidlichen) politischen Ohnmacht der jüngeren Generation überhaupt etwas verändern zu können und so für seine eigene Zukunft zu gestalten. Als Millenial soll man konsumieren und dem Markt zur Verfügung stehen aber sein soziales und politische Potential genau wie die Generation X soll bitte dem Mainstream welchen die Baby-Boomer gestaltet haben angepasst sein. Anstatt die Bedürfnisse der jüngeren Generationen mit im Hinterkopf zu haben und zu sehen wie die Digitalisierung es verändern wird, versucht man die jüngere Generation mit Themen und Ideen zu beeinflussen, dass man die Parteien und Ideen promoted mit denen sich die ältere Generation identifizieren kann und so die „ureigenen Interessen“ der jüngeren nach Wandel und Gestaltung subtil umgeformt werden in eine Agenda welche den älteren die Leitung und politische Kontrolle weiterhin ermöglicht.

Dabei sind die jüngeren Generationen selbst daran schuld. Wenn sie lieber sich vermeidlich „selbst entfalten wollen“ und nicht sehen, wie ihnen subtil Ketten angelegt werden und ihnen die Chancen nach Wandel und Veränderung welche gerade durch den gesellschaftlichen Wandel der Digitalisierung deren Konsequenzen noch nicht erkennbar sind und gerade sich erst abzeichnen, sie vermeidlich „weiter dahindämmern lassen hat man am Ende doch wenig Möglichkeiten seine eigene Zukunft zu gestalten.

Diese Entwicklungen zu sehen und zu erkennen und sich entsprechend zu verhalten ist für ein Mitglied der jüngeren Generation besonders wichtig doch gerade in diesen Zeiten des Wandels versucht man Halt zu finden. Leider sucht man diesen bei den falschen Leuten und der technische Fortschritt würde am Ende zu gesellschaftlichen Spannungen führen, die Fatal sein werden wenn man ihnen nicht früh genug begegnet. Das muss man sich als jüngerer Mensch bewusst machen und deswegen entsprechend Handeln. Sonst ist am Ende die Demokratie an sich gefährdet wenn man der Verführung nach leichten Lösungen nachgibt. Trump sollte uns allen eine Warnung sein.

 

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