Politik: Ein paar lose Gedanken zur “ Rolle der Theorie in der Politik“

Heute will ich mal teils innehalten und die Gedanken die mir zu den PIRATEN seit längerem durch den Kopf gehen zu Papier bringen. Es wird kein Rant sein und auch keine Abrechnung, es sind Gedanken die ich für mich ordnen will, die mir generell im Laufe der Zeit gekommen sind.

Nein, ich werde auch nicht austreten und weiter in diesem Projekt PIRATEN mit dem was ich kann und mit den Kräften die mir möglich sind weiter daran mitarbeiten und versuchen meinen kleinen unbedeutenden Beitrag zu leisten, dieses Projekt an das ich nach wie vor mit ganzem Herzen glaube und welchem meiner persönlichen Meinung die Zukunft gehört mitzuarbeiten und zu gestalten. Also wer sich etwas anderes von diesem Post erwartet hatte, mag sicher enttäuscht sein.

Für mich geht es in diesem Post um politische theoretische Gedanken und Ideen, etwas was sicher vielen PIRATEN teils befremdlich ist, weil es zu abstrakt ist doch gehört es teils zum politischen Geschäft dazu, weil es einem Hilft sich selbst gerade auch als internationale Bewegung und auch im Mediengeschäft da man so „besser einzuordnen ist“, weil es es das „Produkt Partei“ irgendwie besser greifbar für „Medien“ und „Wähler“ macht und man eine gewisse Sicherheit im theoretischen und argumentativen Umgang in der Politik hat. Das meiste wird einem sicher auf den ersten Blick so hab ich das Gefühl in dieser Partei ziemlich langweilig und unwichtig vorkommen, doch hilft es oft auch einen gewissen Rahmen irgendwie fester zu gestalten in dem man sich bewegt und dann auch sicherer wird. Alles in allem für die meisten sicher irgendwelcher Langweiliger Kram und dieser Post dient vor allem für mich um Gedanken zu ordnen und festzulegen um dann zu schauen ob sie ausgearbeitet werden sollten in welcher Form auch immer oder nicht. Soviel zur Intention dieses Posts in diesem Blog..

Ich hatte im letzten Jahr damals einen Beitrag gebracht der mir kam, als ich als jemand der einen Tag vor dem aBPT in Halle in die Partei eintrat und vorher über das Innenleben der Partei und Antifa Geschichten und all der ganze damalige Kram nichts mitbekommen hatte, mich verwundert hatte. Ich stellte mir damals die Frage wieso ist es möglich, dass so extreme Unterschiede sich in einer Partei einfinden und sie „teils lahmlegen“ konnten? Das einzuordnen hatte ich damals für mich in diesem Blogpost versucht und für mich eine Lösung vorgestellt, wie man es machen könnte.

Nun sind das was wir im kleinen in dieser Partei mit den verschiedenen Flügeln von ZUSE auf der einen bis zur damaligen anderen Seite mit der Antifa, was uns sehr beschäftigt hatte in der ganzen Bandbreite in der Gesellschaft und der Debatte der Medien und Politik als ganzes angekommen. Das was man damals bei uns von außen als „nicht den politischen Anstand“ sah und die Art wie man es im Netz jeder einzelne gestaltete, ist nun teils des politischen Umgangs und der Entwicklung in der Politik zu sehen. Kurz und prägnant Donald Trumps Tweets und damit Politik zu beeinflussen und zu gestalten und andere Formen im Netz Politik zu formen, haben wir teils als Pioniere vorweggenommen.

Wie gesagt ist das Thema nun politisch Theorie und wie kann man es im Rahmen der Politik nutzen und als Chance für die Gestaltung im digitalen Zeitalter zu nutzen. Im Economist einer der führenden englischsprachigen liberalen Wirtschaftszeitungen, war ein interessanter Artikel zu Labour und die Rolle von Karl Marx auf die heutige Zeit.

Wie gesagt Marx scheint heute wieder mehr an Relevanz zu gewinnen und dies sollte einen als PIRATEN etwas befremden, doch da wir Wissen und Ideen erst einmal vorurteilsfrei aufgeschlossen sein sollten und sie ohne ideologischen Überbau uns ansehen sollten, ist es interessant wenn gerade das Wirtschaftsblatt schlechthin im Westen plötzlich sagt, das Marx doch wieder relevant wird. Wie der Economist in dem Artikel schreibt, ist die Analyse von Marx richtig und man muss fragen da seine Lösungen des Problems, (natürlich auch den historischen Umständen geschuldet), viel schlimmer sind und eher die Probleme eskalieren lassen als sie zu beheben nicht geeignet. Der Economist gibt keine Lösung für dieses Problem vor und es ist interessant zu sehen, wie man sich fragt wie soll der Weg für die Zukunft sein?

Im Moment herrscht eine große politische und soziale Unsicherheit und man kann es sehen, dass de rechten Parteien im Moment stark werden und die Wucht des Internets sehr stark nutzen. Die Gegenbewegung unterstützt gerade die „klassischen Konservativen“ Parteien und Kandidaten,, wie man es in Frankreich, Österreich aber auch in Deutschland sehen kann. Aber all dies ist nur eine Atempause die uns durch das Chaos welches Donald Trump seiner USA beibringt zugesteht. Man wird schnell vergessen und dann werden die Konflikte und Bedrohungen in einer neuen und heftigeren Stärke unserer Demokratie wieder bevorstehen.

Ich hatte vor einiger Zeit mal das Gespräch mit einem politischen Theoretiker der LINKEN, der sehr unzufrieden mit der LINKE ist. Er sagte, was sie in den 1990iger für Ideen und Konzepte basierend auf Adorno und anderen Denkern erarbeitet hatten und ins Netz gestellt hatten. Interessant war was er da sagte, war wenn man die Bezüge auf die Philosophen und so weg lässt 1:1 das was wir PIRATEN auch von den Inhalten uns auf die Fahnen schreiben. Es war interessant zu sehen, jemanden zu treffen und für ihn war es ein Schock, weil die linken Theoretiker die in der radikalen und dogmatischen LINKE sich nicht zuhause fühlen und uns weil sie auch basierend auf ihrer Sozialisation das Internet nicht wirklich auf dem Radar haben und hatten, plötzlich ihre Ideen weiterentwickelt bei uns wiederfanden.

Klar nun mögen manche sagen, dass zeigt dass die PIRATEN noch radikal links sind als die LINKE, was aber quatsch ist. Das alte Denken sollte man überwinden und gerade weil wir in einer Zeitenwende hin zu einer neuen Zeit leben, ist es schwer Sachen einzuschätzen und eine Orientierung zu finden. Die Ausdrücke der Extreme im Netz und das klassisch Libertäre, was damals Teil der PIRATEN war ist sicher ebenso Vergangenheit wie andere Gedanken. Dennoch lässt sich auch da innehalten und zu überlegen, macht es teil Sinn teile dieser Vergangenheit sich mit dem Abstand der Akteure und der Zeit sich noch mal genau anzusehen. Was aus unserer Vergangenheit im Denken haben wir vielleicht zu vorschnell angelegt und welche anderen Ideen und Einflüsse wären für uns nicht nur in Deutschland sondern generell im Denken der PIRATENBEWEGUNG interessant und gerade auch der Vermehrte Austausch mit anderen PIRATEN in anderen Ländern kann uns neue Ideen und Gedanken bringen, die wir kopieren und adaptieren können?

Mein erster Impuls nach der NRW Wahl war um gerade eine Chance des Innehaltens zu haben und sich diesen Fragen all diese Fäden der Ideen und Geister zu einem „Pullover weben zu lassen“, erst mal Wahlkampf sein zu lassen. Einen Tag später nach einer Nacht und Schlaf, stellte ich fest dass dies den Sachzwängen der Politik geschuldet nicht gehen wird. Dennoch müssen wir uns überlegen wie wir uns diesen Fragen die ich hier in diesem Post angerissen habe und die uns die Frage stellen, was sind die politik-theoretischen Grundlagen und wie können wir unsere eignen Fußabdruck in Denkschriften und Beiträgen als PIRATEN leisten um dann auch sicher zu sein, dass andere uns nicht Labels geben können die wir nicht haben wollen? Wie kann man all dieses organische Wachstum was ich an dieser Partei national und international liebe und schätze und all die Menschen, was auf der Gefühlsebene klar ist in Gedankenstrukturen und Ideen auf Theoretischer Ebene niederschreiben damit unsere Gegner des Wandels uns nicht so leicht abtun können, weil sie dann schwerer haben gegen uns zu reden?

Ich denke die vieles bei uns PIRATEN und in der Welt da draußen ist in einer Findungsphase und gerade wie wenn man wie ich im Blog schrieb, sich 1848 ansah und wie aus den Ideen die im Raum schwebten Marx sie niederschrieb und ihnen versuchte eine Ordnung zu geben und wenn man sich die Entwicklung bis 1917 ansah, kann man sagen haben sie die herrschende Ordnung sehr herausgefordert. Und wie gesagt wir sollen nicht Marx nehmen und den Weg den er nahm gehen, sondern darauf schauen was ist damals passiert und was sagt es aus über die Möglichkeiten für uns PIRATEN, wenn wir unsere eigenen Gedanken strukturiert zu einem Schwert schmieden und dann den Kampf neu aufnehmen werden in Deutschland und anderswo um unsere eigenen Ideen und Vorstellungen stärker in die politische Arena und im 21. Jahrhundert zu erstreiten.

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