Politik: Die PIRATEN als Ausdruck der Post-Postmoderne – Der Wandel und seine Bekämpfung

Wenn man sich heute umsieht, kann man sich fragen wohin sich die Welt entwickeln wird. Heute scheint es so, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgehen wird. Dennoch ist es so, dass wir durch die aktuellen Gegebenheiten wohl mehr im Luxus leben, als es bisher in der Geschichte erlebt haben.

Man kann sich nun Fragen, wenn die Spannungen in der Gesellschaft zunehmen, wie weit es weiter gehen wird. Im Moment ist es so, dass es den armen Menschen es im Vergleich zu früher uns zwar besser geht, aber es ist so dass man heute durch die Postmoderne immer mehr Wandel braucht und die Leute die man früher in Industrie und Landwirtschaft braucht durch die Post-Postmoderne weggefallen sind, nun mehr und mehr in schlecht bezahlten Dienstleistungsjobs zu finden sind. Soziologen haben dies schon vor 30 Jahren vorhergesehen und man kann mit der steigenden Rationalisierung und der Entwicklung der Technik ist vieles billiger geworden zu produzieren und doch ist es so wie wenn man sich Marx ansieht, ist wenn man seine Einstellung der damalige „Verbindung des Arbeiters zu seinem Produkt“ sieht, dass man sich mit der „Arbeit nicht mehr identifiziert“.

Google und weitere Technikkonzerne wissen dagegen, dass sie diese Identifizierung und Investition in die Köpfe ihrer Mitarbeiter und deren Ideen brauchen um dann neue Produkte zu entwickeln und den Konzern nach vorne zu bringen. Ebenso ist es im Sillicon Valley zu beobachten, dass man die Mitarbeiter mit „flachen Hierarchien“ und einer Identifikation der Belegschaft mit „ihrem Konzern“ sich der Konzern weiter entwickelt und dadurch heute eine so „dominante Stellung“ in den neuen Technologien hat. Deutschland dagegen ist dabei mit seiner schlechten Voraussetzungen für diese Konzerne und dabei ist gerade an die kleinen und mittelständigen Konzerne in dieser Branche zu denken, die dann zu großen und wichtigen Marken innerhalb kurzer Zeit sich entwickeln könnten, Chancen den digitalen Markt für dieses Land zu nutzen zu verpassen. Wenn man die GRÜNEN und auch SPD und CDU hört, dann sieht man wie feindseelig man Ideen von einer technisch weiter entwickelt und die Digitalisierung bejahenden Gesellschaft zu verwandeln. Man sieht die Digitalisierung als Gefahr und eine Entwicklung wo viele Parteien und die AfD ist dabei eingeschlossen, die hoffen dass „dieser Spuk“ dabei wenig Auswirkungen auf die „reale Welt“ hat. Dabei merkt man wenn man die Nachrichten um Facebook und die Frage nach Zensur von gewissen Inhalten und „Hate-Speech“, genau wie die Rolle von Fake-News sei es bei de Wahl von Donald Trump oder dem Aufstieg der Rechten in Europa.

Als einzige Bewegung die sich bedingt durch ihre Erfahrungen mit dem Internet und ihrer Neugierde auf die neuen Entwicklungen die dieses mit sich bringt, hat sich die PIRATENBEWEGUNG in Europa aber auch außerhalb daran gemacht, die politische Bühne zu betreten. Man mag in Deutschland mit einer gewissen Häme und Schadenfreude das Schicksal der PIRATEN in Deutschland sehen, verkennt aber dabei und sah mit Unglaube auf die Wahl in Island, wo die PIRATEN damals es fast geschafft haben die Regierung zu stellen. Man versuchte dabei die Unterschiede zwischen den PIRATEN in Island und denen in Deutschland in den Medien und Debatten herauszustellen, wenn man denn darüber berichtet hatte und verkannte dabei wie ähnlich sich die PIRATEN in beiden Ländern sind, aber auch zu den PIRATEN in den anderen Staaten der Welt. Debatten wie man diese neue Welt man nun gestalten könnte und wie man dann neues Gestalten kann, werden kaum geführt. Man soll die Leere in sich selbst, mit Phrasen und einer Wut gegen das „Fremde“ und „Andere“ füllen, so kommt es einem Beobachter in Deutschland vor. Man kann nichts in Deutschland ändern und keinen Wandel herbeiführen wenn man nicht die Extreme von links und rechts unterstützen will, so wird einem Suggeriert. Die LINKE und die AfD wollen beide Deutschland in ein Modell führen, was ihre Anleihen an einer „besseren Vergangenheit“ nimmt. Dabei gibt man indirekt bei beiden Lagern zu, dass man keine Lust und keinen Sinn daran sieht die Zukunft zu gestalten, gibt es doch in der Vergangenheit in ihren Augen, jeweils ein (vermeidliches) Ideal „welches sich bewährt“ hat.

Uns geht es selbst den Armen im Vergleich zur Vergangenheit materiell besser als je zuvor, doch dabei nimmt der „Luxus“ und „die Ansprüche“ was an an ein „erfülltes Leben braucht“ immer mehr zu. Man kann es sehr gut an der Bedürfnispyramide sehen und findet sich dabei in den Entwicklungen in China und Indien bestätigt.

Wir sind „im Westen“ nun wenn man die Masolwsche Bedürfnishierachie sich ansieht, die als „Bedürfnispyramide“ bekannt geworden ist, in vielen Punkten an einem Umbruch. Die AfD wettert gegen „den Femininismus“ und das „Bedürfnis der Frauen“ sich selbst zu verwirklichen und verkennt und gleichzeitig zieht sie die „richtigen Schlüsse“, dass Frauen die finanziell unabhängig sind wenn man Maslow sich ansieht, die Agenda ihre Innere Leere selbst zu füllen und mehr als bisher ein „Anhängsel des Mannes“ zu sein hinter sich lassen. Ebenso wollen diese Frauen nicht in „klassische Beziehungsmuster“ gedrängt werden und gerade deswegen haben Männer die eine klassische Rolle erwarten, wie es in vielen Teilen der „Kleinbürgerlichen Gesellschaft Deutschlands“ erwartet wird. Diese Männer haben es auf dem „Beziehungsmarkt“ daher sehr schwer und die Digitalisierung lässt ihren Frust im Internet in Parolen gegen GRÜNE und andere Feindbilder freien Lauf. Man achtet sehr darauf in den Debatten der Rechten in der AfD und noch weiter Rechts, wie „der böse Islam“ die Frau unterdrückt und es wird bereitwillig von den Medien aufgegriffen, weil es so ihnen Quote und die Empörung damit ihnen Einnahmen und Seitenklicks generieren. Das gewisse Interpretationen des Islam dennoch auch diese Tendenz und zurecht kritisch zu sehen ist, wie ein Artikel im „Humanistischen Pressedienst“ dennoch mahnt eine differenzierte Sicht auf den Islam zu nehmen ohne dabei Missstände zu verharmlosen und die Rechte und Konservative Bewegung in Europa dabei verkennt, wie sie dem Denken des konservativen Islams und den Extremen in vielen Punkten ähnlicher ist, als sie es gerne wahrhaben wollen. Beide haben die gleichen Feindbilder und die gleichen Parolen, doch der Westen scheint auch mit der Wahl von Trump lieber den einheimischen Extremisten eine Plattform geben zu wollen und sich über die fremde Extremisten zu echauffieren, als das Problem des Extremismus und die Frage wie man diese Wut beenden kann und wie man die Post-Postmoderne und die aktuellen und kommenden Umwälzungen der Digitalisierung gestalten kann zu ignorieren.

Spannungen in der Gesellschaft können nun durch das Internet ungefiltert dargestellt und analysiert werden und die Politik in Deutschland und Anderswo versucht mit Zensur und einer Debatte über „Hate-Speech“ diese Entwicklung zu unterdrücken. Wenn man etwas Zensiert und hofft man, dass es weniger Leute mitbekommen und so die „Eskalation der Emotionen“ und so dass aus „Worten Taten werden“ zu verhindern. Dabei betreibt man wie wenn man zurecht den PIRATEN zuhört doch nur Kosmetik und löst damit nicht die Probleme die zu diesen „Auswüchsen“ führen. Man verhält sich wie ein kleines Kind welches die Augen schließt und so hofft, dass das Schlimme dadurch verschwinden möge. Einem Kind kann man diese Naivität verzeihen und es aufklären, dass es gegen „das Schlimme“ vorgehen muss und daher ist es verwunderlich, dass man in der Politik dieses „naive und kindliche Verhalten“ dennoch als Maxime sieht um diese Problematik zu begegnen.

Man versucht in Deutschland sich vor der Digitalisierung zu verschließen und dabei wird dieses Denken der Verweigerung der Post-Postmodernen von SPD, GRÜNEN und LINKEN massiv mitgetragen. All diese Parteien wissen, dass mit der Digitalisierung und dem dadurch bestehenden Wandel der Gesellschaft ihr Milieu und ihre Botschaft mehr und mehr verblasst und sie dadurch einen Einbruch in ihrer Anziehungskraft und dadurch einen schleichenden Machtverlust und Verlust ein Einfluss in dieser Gesellschaft und der Politik vor sich haben. Man nutzt die Spannungen in der Gesellschaft dabei weiter aus um so den Leuten die Angst vor der Post-Postmodernen zu vermitteln und so dabei weiterhin ihrer Unterstützung sich sicher zu sein. Dabei dient die immer mehr rechtsextreme werdende AfD und deren „mediale Überhöhung“ als das passende Gespenst in einer Rolle wie es Karl Marx am Anfang des Kommunistischen Manifestes über die Rolle der Kommunistischen Bewegung in Europa beschrieb. Im Gegensatz zum Kommunismus von 1848, der fest verwurzelt im damaligem Gesellschaftlichen Wandel und der Moderne war und aus der Aufklärung und der Verpflichtung des Geistes und der Wissenschaft heraus, versuchte mit den damaligen Erkenntnissen dem Zeitgeist entsprechend Radikal die Soziale Frage zu lösen und dessen Fehler nachher die schrecklichen Ausmaße hervorriefen die man unter Stalin, Mao und anderen Machthabern erleben musste und damit die Idee des Kommunismus (zurecht) in Misskredit brachten. So nimmt heute im Zuge der erneuten Industriellen Revolution die AfD und die (neo-)faschistischen Bewegungen diese Rolle als „Gespenst in Europa“ zur Sicherung des „Status Quo“ ein.


Dennoch ist die wahre Furcht der konservativen Kräfte und die GRÜNEN zeigen gerade wie sie sich zu einer mehr und mehr statten und konservative Partei ebenfalls wandeln vor den PIRATEN programmatisch und macht aus ihrer Sicht machtpolitisch Sinn. Ebenso ist es aus ihrer Sicht sinnvoll den Wandel durch die Post-Postmoderne und dem in der Digitalisierung verbunden gesellschaftlichen und politischen Wandel sich entgegen zustellen, weil es ein Ende der sie stützenden sozialen Milieus und Klientel bedeutet. Die Kräfte die durch den neuen „Wandel der Postmoderne“ und der Digitalisierung mehr und mehr Auftrieb bekommen, finden sich geistig im Programm der PIRATEN welches für „alteingesessene Geister“ exotisch vorkommt mehr und mehr wieder. Die aktuell in Deutschland geführte Debatte darüber ob YouTuber in Deutschland eine Rundfunklizenz brauchen
, zeigt nur wieder dass man Multiplikatoren im Netz kontrollieren und zähmen will und dabei verkennt, dass das Netz sich so schnell wandelt dass am Ende man durch gesetzliche Regulierungen ihm kaum Grenzen schaffen kann. Vielen gerade den „neuen Digital Natives“ fehlt durch die Erfahrungen mit dem damals viel unregulierten und freieren Austausch im Netz die soziale und politische Erfahrung welche die erste Generation der Digital Natives erlebt hatte und deren politisches Produkt die PIRATENBEWEGUNG in der Welt wurde. Die sich ihnen nun blühenden Erfahrungen mit der Politik und die verstärkte Repression und Kontrolle welche die konservativen Kräfte welche gegen die Digitalisierung ihnen nun entgegenstellt, wird auch diese politisieren und dadurch ihre „neue politische Botschaft“ an ihrer Zuschauer weitergeben. Davon wird am Ende vom Programm her die PIRATEN in Deutschland in einiger Zeit profitieren und man kann daher das Ende der PIRATEN abblasen, da ihnen durch die Politik gerade die Grundlage für ein stabiles Blühen gerade gelegt wird.

Die PIRATEN werden gerade als Partei der Post-Postmodernen und der Digitalisierung wo sie in ihrem Wesen und Programm her ein Alleinstellungsmerkmal haben, eine Gegenbewegung zur Eindämmung und Begrenzung der Moderne sein und sind daher von den konservativen Kräften mit Misstrauen gesehen, da man sie nicht aufgrund ihrer Inhalte und ihres politischen Wesens als Feindbild gegen die Postmoderne und zum eignen Machterhalt benutzen kann. Das die PIRATEN die „Verlierer und Kritiker des Status Quo und der Post-Postmoderne“ nicht für sich gewinnen kann und diese lieber in der AfD und der LINKEN ihr Ventil suchen, liegt daran dass deren Anhänger genau wie die konservativen Kräfte die Post-Postmoderne ablehnen und statt dessen lieber in die 1950iger Jahre gehen wollen, was die PIRATEN ablehnen und statt dessen die Zukunft gestalten wollen. Wie ich schon in einem anderen Beitrag sagte, sieht man die Digitalisierung in beiden Lagern auch bei der AfD und LINKE am Ende als „vermeidliche Gefahr“ und will vor dem Wandel die Augen verschließen. Die Aussagen der LINKE und der AfD zu Russland damals zu Beginn des Krieges mit der Ukraine und deren Strategie die russischen Aktionen die einem Plan damals wie heute entsprechen, stellen Deutschland vor einer großen Herausforderung. Man kann nicht die Augen verschließen und hoffen mit Einbindung der Extreme Frieden im Land herstellen und von Seiten der Medien durch die Extreme bekannt zu machen und zu entlarven, in Zeiten von „Alternativen Wahrheiten“  mit alten Strategien Wandel und gleichzeitig Stabilität in der Demokratie zu erreichen. 

Gerade der Ausdruck wie viele ältere und konservative Menschen die es aus, (damaligen) vermeidlichen Idealismus in die sozialen Berufe gedrängt hatte und die nun „ihre Schützlinge“ bevormundend vor der Digitalisierung bewahren wollen und dieses Denken an die jüngeren Mitarbeiter weitergeben wollen, zeigt wie sehr man das Netz und die „Kraft der Digitalisierung“ für den sozialen und politischen Wandel und damit die Post-Postmoderne im allgemeinen, auch in seinen Auswirkungen auf den einzelnen und im kleinen Fürchtet.

Den PIRATEN gehört weil sie Ausdruck der Post-Postmodernen sind die Zukunft. Gerade in dem Anzeichen, dass sie sich immer zu Wandeln und im Kern ihrer positiven Ansicht auf die Digitalisierung und der Postmodernen treu bleiben, macht sie „zur Gefahr für den Status Quo“ und dennoch zur Hoffnung dass man nicht am Ende der Barbarei des Populismus und den schon bekannten Gefahren der Ablehnung des Liberalismus und der Moderne wie man im 20. Jahrhundert leidvoll erleben durfte und die durch Donald Trump und den extremen Populistischen Bewegungen von Links und Rechts wieder neu ihr Gesicht bekommen, nachgeben wird.

 

EDIT: Vielen Dank an den Hinweis von Timecodex, der mich zutreffenderweise Hinwies, dass die PIRATEN eher ein Ausdruck der Post-Postmodernen sind. Daher habe ich den entsprechenden Abschnitt verändert, da der Begriff zutreffender und für die Intention des Beitrags präzisier zu sehen ist.

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