Politik: Lieber mit Stil und guten Benehmen in den Untergang als sich zu Verändern – Dem drohenden Kollaps durch Wandel begegnen

Wenn man die aktuellen Zeiten sieht, verfluche ich meine eigenen Gedanken die ich als „Generation X“ Vertreter im Jahr 2000 hatte. Ich hatte oft damals mit Freunden geredet und wir hatten das Gefühl, wir lebten in politisch zu langweiligen Zeiten wo wir als junge Leute uns mit Feuer im Herzen wild in das Getümmel stürzen konnten.

Heute 17 Jahre später, sind die „spannenden Zeiten“ da und viele meiner Freunde von damals sind mit dem „Wahnsinn des Alltags“ eingespannt und drehen im privaten durch über das was gerade in der Welt und in Deutschland passiert. Etwas aktiv dagegen machen schaffen sie zu ihrem bedauern kaum, Kinder sind da, ein Partner Lebensentscheidungen haben einem andere Prioritäten geben lassen. Diejenigen welchen „dieses Schicksal“ (noch) erspart bleibt sind meistens inzwischen bei den LINKEN zu finden. Wenn sie nicht Mitglied sind, dann denken sie (vermeidlich) mit der LINKEN kann ein politischer und gesellschaftlicher Wandel in Deutschland und Europa stattfinden. Es ist halt dieses typische Denken, radikal Links ist generell gut und man kann was machen, was spätestens seit 1968 naiverweise im Westen und in Deutschland in die Köpfe einzog. Die Gedanklichen Fehler die damals gemacht wurden, lassen sich in der selben (kindlichen) Naivität auch heute bei vielen finden. Vieles was prominente Köpfe der LINKEN im kleinen Rahmen politisch skizzieren, wird gar nicht in den Radius der Leute aufgenommen und als Lapallie abgetan, auch wenn sie einen offiziellen Rahmen in der Partei bekommen. Es betrifft nicht nur die Leute die ich in meinem nahen und fernen persönlichen Umfeld treffe und mit denen ich mich im Gespräch im Netz oder im „RL“ austausche sondern auch viele andere.

Das „niedlichste Argument“, wieso die LINKE im Gegensatz zu den von mir präferierten PIRATEN die Chance auf Wandel sind, war dass die LINKEN Struktur und Ordnung haben. Mein Argument, dass bei den PIRATEN man selbst den Wandel und auch die parteiliche Entwicklung aufgrund der nicht so stark ausgeprägten Netzwerke selbst mit gestalten kann, ließ man nicht gelten. Man will direkt alles ausgearbeitet haben und eine politische „Rundumbetreuung“ mit möglichst wenig eigener Arbeit. Es scheint mir, dass viele Politik als etwas begreifen wo man sein Gefühl von moralischer Überlegenheit ausleben kann ohne dabei einen Ernsthaften Eifer zu haben, etwas wirklich verändern zu wollen. Man will lieber etwas Anzünden und Spaß haben, eine Idee welche bei den Rechten noch viel extremer zum Vorschein tritt und was man an den Siegen der Brexit Bewegung und dem Sieg von Donald Trump nun eingehend studieren kann. Das Dogma des Postfaktischen und das Verschließen vor realen Tatsachen ist auch im Linken Spektrum gut zu sehen und beide bedienen sich den gleichen Mythen und geben ihm nur einen anderen Anstrich.

In diesen turbulenten Zeiten ist das Spiel mit dem Feuer und ohne des Gedanken an mögliche Konsequenzen nicht nur in Teilen meines Umfeldes sondern auch in vielen Teilen in der deutschen Gesellschaft und in anderen Staaten im Westen zu finden. Die TAZ kommentierte die aktuellen Entwicklungen der politischen Talkshows im öffentlich-rechtlichen TV ziemlich bitter, im Tenor einer Zettelvorlage für das politische Denken der rechten Bewegungen in Deutschland.

Man gibt mit Freuden diesen Leuten eine Plattform und übernimmt ihre Themen, weil sie Quote bringen da sie polarisieren und so in den sozialen Netzwerken Themen sind als auch man selbst das Gefühl hat „dies seinen die relevanten Themen der Zeit“. Die AfD wird dabei als einzige Kraft die außerhalb des Status Quo steht und tiefgreifende Veränderungen will dargestellt. Wenn man die Berichte über die PIRATEN aus den Jahren 2014 und vorher studiert, wurde diese Idee des Wandels noch belächelt was vielleicht auch daran lag, dass die Vertreter dieser Ideen jung waren und solche Ideen junger Menschen in einer „seriösen Debatte“ nichts zu suchen haben. Der mangelnde „seriöse Kleidungsstil“ der PIRATEN sei unter anderem daran Schuld so eine Kolumne von Sibylle Berg von SPIEGEL-ONLINE aus dem Jahr 2014, dass nun die AfD welche „seriös gekleidet“ ist im Gegensatz zu den PIRATEN nun in den Parlamenten ist und eben nicht die PIRATEN. Also um es böse auf den Punkt zu bringen, lieber mit seriös gekleideten Faschisten reden als Leute zu Wort kommen lassen, deren Denken zwar für die Demokratie wichtig ist aber deren Kleidung einfach „falsch“ ist. Der „Schlabberlook“ der PIRATEN sorgte für Beschwerden im Parlament wie SPIEGEL-ONLINE 2012 berichteteEs ist also mehr ein Skandal im Parlament falsch auszusehen, als wenn wie jetzt 2017 im Landtag in Kiel behindertenfeindliche Beleidigungen von sich zu geben. Dafür bekommt man noch massiv Applaus und der öffentliche Aufschrei bleibt aus vom Presseecho ganz zu schweigen.

Man fühlt sich in Deutschland im Jahr 2017 an das Buch „Kollaps“ erinnert. Dieses Fachbuch aus dem Jahr 2005 beschreibt dass Gesellschaften kollabieren wenn sie sich nicht an ihre Umwelt schaffen anzupassen. Wenn man nun sich die politischen und sozialen Umwälzungen ansieht, hat man das dumpfe Gefühl dass dies gerade in Deutschland und vielen Staaten im Westen gerade studieren kann. Man will sich nicht anpassen und man ist lieber seinen alten Maximen und Denken treu und nimmt damit den eigenen Untergang in Kauf. Wenn schon untergehen dann mit Stil.

Man sieht mit Erstaunen zu wie in den USA ein Donald Trump gerade dabei ist die USA ihrem Kern der Freiheit zu nehmen und doch zieht man keine Konsequenzen aus diesen Entwicklungen. Anstatt nun mit aller Kraft in Europa die Freiheit zu verteidigen, geht man im Kern den bisherigen Weg und hofft dass man verschont von den Entwicklungen wird. Der New Yorker berichtet wie Brannon der offen zugibt ein Feind der Demokrate zu sein die Republikanische Partei eroberte , die New York Times gibt einen warnenden Einblick in seine politische Agenda und sein Denken. Es ist eine Warnung vor einem Mann der wohl nun die USA lenkt wie viele befürchten. Man warnt die Öffentlichkeit schon davor, dass Trump seinen „Reichstagsbrand“ sucht und finden wird. Die Huffington Post , genau wie der Kommentar in der New York Times vor den Parallelen zwischen Trump und Hitlers Machtergreifung warnt.

In Deutschland denkt man derweil da gerade die Umfragen in Frankreich Entspannung vermitteln, dass man es schon schaffen wird. Unsere Demokratie ist robust genug wird anscheinend gesagt und vermittelt, dass man gewissen Ängsten nicht trauen sollte. Angst sollte man nicht haben das stimmt eine gewisse Vorsicht sollte uns als Deutsche bei solchen Fragen aber immer begleiten. Und nicht ein naives Spiel mit dem Feuer um etwas zu Provozieren und Quote wie auch Abwechslung von einer „langweiligen Politik von Frau Merkel“ zu haben.

Was ist das Fazit? – Wachsam sein, aufklären und Widerstand. Den Parolen entgegenzutreten und Verlockungen von Links und Rechts nach einfachen Feindbildern und Lösungen widerstehen und sich aktiv in der Politik beteiligen. Überzeugen warnen und Mahnen. Das ist das Gebot der Stunde, Deutschland wird nicht in die Hände der Extremisten fallen und wenn es kommen sollte, sollte jedem Deutschen klar sein was unsere Verfassung dann uns als Pflicht in all seiner Härte aufträgt. Wir dürfen die Freiheit nicht naiv wieder für (vermeidliche) Ordnung aufgeben.

 

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