Politik: Das angespannte Verhältnis zwischen PIRATEN und Teilen der Medienlandschaft ein Erklärungsversuch

Ich wurde von einigen Menschen die mit der Medienwelt zu tun haben, in einigen Gesprächen im Netz oft gefragt, wieso viele PIRATEN ein „angespanntes Verhältnis zur Presse haben“ und wieso viele oft der Presse sehr kritisch gegenüber stehen. Ich erklärte oft an Beispielen und Ereignissen welche viele PIRATEN und die Partei als ganzes in ihrer jungen Geschichte im Umgang mit der Presse hatten, wieso eine gewisse Frustration bei vielen aktiven PIRATEN gegenüber den Medien aufgekommen ist und wieso es oft zu sehr kritischen Beiträgen aus Reihen der aktiven PIRATEN gegenüber der Presse und ihrer Berichtserstattung kommt. Oft sind die Vertreter der Presse denen ich diesen Sachverhalt schilderte überrascht und zuweilen Geschockt, dass ihre Kollegen die PIRATEN in diese Gefühlslage gebracht haben und die Dinge nun so sind wie sie sind. Gerade daher weil die PIRATEN von ihrer „politischen DNS“ alles andere als Pressefeindlich sind und die Presse als wichtige Kraft in der Gesellschaft und Politik sehen.

 

In diesem Beitrag für meinen Blog will ich nun die Situation erklären und aufklären wieso viele PIRATEN in ihrer politischen Innenwelt frustriert sind und daher für Außenstehende ein „unerklärliches Gefühl“ der Kritik und Abneigung gegenüber den Medien haben.

 

Man muss in die noch junge Geschichte der Partei und der Berichte der Presse über sie schauen und dann die Linie zur aktuellen Berichtserstattung ziehen. Vor 5 Jahren, als die PIRATEN in den Umfragen groß waren wurden sie oft nicht zu Presserunden und Auftritten eingeladen mit der Begründung, dass sie nicht im Landtag vertreten wären. Nun aktuell wird die AfD welche in der gleichen Situation wie damals die PIRATEN waren in diese Runden eingeladen und dürfen sich äußern, während man es den PIRATEN als in den Landtag gewählte Partei verwehrt mit der Begründung sie sei „politisch nicht mehr relevant“. Dies führt zur Frustration unter PIRATEN welche sich dann auch im Netz äußert, wie man an verschiedenen Tweets erkennen kann. Die (inoffizielle) Parteizeitung Flaschenpost die in kritischer Distanz und Verbundenheit zur Partei steht, hatte aus ihrer Sicht und der Sicht vieler PIRATEN in einem Artikel die Frustration und Kritik vieler Medien im Umgang mit der Partei niedergeschrieben.

Diesen Widerspruch kann man auch noch an weiteren Beispielen sehen und auch daran, dass man wie zum Beispiel bei der Stuttgarter Zeitung ehemalige PIRATEN in Leitungspositionen zu ihrer ehemaligen Partei befragt und dabei die aktiven und mit den aktuellen Gegebenheiten der Partei vertrauten Personen nicht zu Wort kommen lässt mit der Begründung: „Man wolle Leute aus der Gründungsphase der Partei befragen“, und dabei außer acht lässt dass die Personen welche am Anfang der Partei an der Spitze waren, gar nicht in diese Runde eingeladen waren.

 

Die FAZ hatte in einem Blogbeitrag damals 2015 versucht die Unterschiede in der Berichterstattung und wieso man mit den PIRATEN in den damaligen Berichten anders umging als man es zum damaligen Zeitpunkt mit der AfD machte, versucht zu erläutern. Dennoch ist bei vielen PIRATEN aufgrund der Situation von der es viele weitere Beispiele gibt ein gewisses Entfremden zu beobachten. Es gibt an vielen Stellen Kritik gegenüber der (vermeidlichen) Nähe vieler Medien zur AfD das ein Bericht im Netz auf der Seite Nachdenkseiten Titelte: „Die AfD und Medien – Ziemlich beste Freunde“.

Es ist bei einigen Medienvertretern inzwischen ein kritisches Hinterfragen der eigenen (damaligen) Berichterstattung und des Umgangs mit den PIRATEN zu sehen,gerade da man es als Mahnung für den zukünftigen Umgang mit neuen Parteien und noch unbekannten Themen zu sehen ist.

 

Als Fazit kann man festhalten, dass diese Entfremdung zwischen PIRATEN und „den Medien“ zu beklagen ist, dennoch ist sie nicht für alle Zeiten festgelegt und man kann das Angespannte Verhältnis sicher beheben, auch wenn von den PIRATEN nicht gewollt ist dass man sie bejubelt sondern fair mit ihnen und ihren Ideen umgeht.

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Innenpolitik, Piraten, Politik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Politik: Das angespannte Verhältnis zwischen PIRATEN und Teilen der Medienlandschaft ein Erklärungsversuch

  1. sakoelabo schreibt:

    Ich weiß nicht, inwiefern du bei der Bundespresse oder der AG ÖA deines LV involviert warst oder bist. Auch weiß ich nicht, ob und wie weit du in den Wahlkämpfen der Jahre 2009-2013 beteiligt warst. Deshalb werde ich an dieser Stelle auch nicht davon ausgehen, das du „die andere Seite“ kennen können müsstest, denn – und es ist nicht persönlich oder offensiv gemeint – dein Blogpost ist a) sehr basisbasiert einseitig und verkennt b) einen wesentlichen Teil der Fakten.

    Es gibt nämlich auch noch eine andere Seite dieser Problematik – und einige gute Gründe dafür, warum verschiedene Medien und deren Vertreter mitunter so handeln, wie sie es tun.

    Da gibt es, tatsächlich, die Seite, die auf Basis „Order von oben“ so schreibt, wie sie schreibt – wenn sie schreibt. Es gibt aber auch (und das überwiegt) die andere Seite: die Pressevertreter, die von Seiten der Piraten verarscht, beleidigt, belästigt, bedrängt wurden. Wo verschiedene Flügel ihre damaligen Streitigkeiten versuchten, über die Presse auszutragen. Wo AG-Sprecher, Vorstandsmitglieder und „Parteipromis“ ihre Nähe und Bekanntschaft zu bestimmten Journalisten ausnutzten, um interne Machtkämpfe zu beeinflussen oder die Positionierung der Partei zu beeinflussen. Wo sich bestimmte Promis an bestimmte Journalisten heranwanzten, um $Dinge zu erreichen (und sei es bloß, um das eigene Ego zu streicheln).
    Redaktionen, die entscheiden mussten, ob sie nun über die – sachlichen, aber eben unspektakulären – Initiativen lokaler Piraten berichten oder lieber den neuesten Skandal von Piraten-Promis abdrucken und dann eben den Skandal nahmen. Lokaljournalisten, die sich angesichts der vielen Fails aus Bundespartei und Fraktionen (geplatzte Kondome, nicht gezahlte Rechnungen, Anzeigen wg. Steuer-CDs oder nicht, Schimpfworte und Sextalk… etc.pp.) die Frage stellten, inwiefern sie die Piraten vor Ort überhaupt ernstnehmen konnten…

    …und dann die Pressevertreter, die es gar nicht leiden können, wenn sie von Abgeordneten als Lügenschreiber, Lohnfeder oder Schlimmeres bezeichnet werden. Es spricht sich dann auch unter den Kollegen herum, mit wem man reden kann und wen man besser beiseite lässt. Und es gibt auch eine gewisse Solidarität unter Berufskollegen – wer ständig den BILD-Redakteur beleidigt und die Leute vom WDR annölt, muß sich nicht darüber wundern, wenn irgendwann *gar keiner* mehr ein Interview mit ihm haben will.

    Schau mal, wer von den Piraten im NRW-Landtag noch für Interviews und Zitate gefragt ist. Frage dich dann mal, woran das liegt. Frage dich danach einmal, woher es kommt, das eine Partei, deren Abgeordnete sich kaum in der Tagespresse wiederfinden, auch ansonsten vom Vorstand bis zur Basis kaum noch gefragt sind.

    Tipp: es liegt und lag nie an den Themen. Aber es liegt und lag häufig an den Köpfen, an der Unwilligkeit, sich mit der Presse auf Augenhöhe einzulassen. „Wir sind anders“ wurde kultiviert, indem man andere vor den Kopf stieß. Die Bereitschaft, sich auf „deren“ Arbeitsweise einzulassen, war häufig nicht vorhanden.

    Dieses Grab medientechnischer Bedeutungslosigkeit, in dem die Piratenpartei im Wesentlichen verschwunden ist, hat sie sich zu weiten Teilen selbst geschaufelt. Dort liegt sie nun und kommt nicht wieder heraus, wenn sie es nicht vermag, sich selbst Gehör zu verschaffen – über Mitglieder, Unterstützer, NGOs, etc.
    Eine totgesagte Partei interessiert nämlich in der globalen Medienlandschaft keinen mehr. Es ist auch nicht die Aufgabe oder Pflicht der Presse, über Dinge zu berichten, die sich unterhalb der gesellschaftlichen Relevanzgrenze abspielen, denn das wiederum ist die Aufgabe spezialisierter Mediensparten.

    Wenn, dann muß die Partei ihr gestörtes Verhältnis zu den Medien selbst reparieren und sie muß den Medien dafür etwas bieten. Andererseits muß dafür auch eine Nachfrage bestehen. Im Bereich der 0,5-1%-Parteien tummelt sich nämlich allerhand auf dem Markt, was um Aufmerksamkeit konkurriert. Nenne mir nur einen einzigen Grund, weshalb irgend ein Presseorgan einer zum Zwerg degradierten Partei ein Forum bieten sollte.

    Kurzum: es ist zwar sehr, sehr schade, aber die Piratenpartei ist gescheitert und sie hat sich zum überwiegenden Teil selbst versenkt, denn sie konnte ihre eigenen Ziele, Inhalte und Visionen nicht in die Sprache der Anderen übersetzen. Im Ergebnis hat man dieses Kommunikationsproblem nie auflösen können, aber es eignet sich für viele, um das eigene Scheitern als die Schuld der Anderen hinzustellen und sich im eigenen Schmollwinkel häuslich einzurichten.

    • japan001 schreibt:

      Ja habe mich in einige Punkte
      Eingelesen und es stimmt
      Das bei den Piraten auf dem Gebiet einiges im Argen ist und wenn man die Kommentare auf den Beitrag in der Flaschenpost liest gibt es da einige aufschlussreiche links wie damals mit Vertretern der Presse von Seiten der Piraten umgegangen wurde so dass einem das angespannte Verhältnis nicht wundern sollte. Es ist klar das viele Fehler gemacht wurden die heute sich noch auswirken. In diesem Beitrag sollte da ich viele der damaligen Details und Sachen nicht miterlebt hatte daher ein anderer Schwerpunkt sein und eine Bestandsaufnahme wie viele in der Partei den Umgang aktuell sehen und sich äußern. Das einige zu der so
      Situation​ beigetragen haben und ein beschimpfen der Presse in guter alter Tradition
      Sicher nichts ändert und das mit der Pressearbeit der Partei verbesserungswürdig ist sollte klar sein und soweit ich es mitbekommen tue will man sich ja darum kümmern.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s