Politik: „Politische Naivität ist was für Trottel!“

Ein interessanter Bericht der in der Washington Post veröffentlicht wurde bringt mich zum Nachdenken.

Das Clinton Team wirft den „Millennials“ also den zwischen 20-30 Jährigen vor, dass diese indirekt Donald Trump zum Sieg in den US Präsidentschaftswahlen geführt haben. Die Post geht in dem Artikel tiefer in die Materie ein und gerade in den Staaten wo Trump leicht gewonnen hatte, hat Clinton unterdurchschnittlich bei dieser Gruppe abgeschnitten. Daher kann ich der These des Clinton Teams zustimmen, genau wie es die Post in dem Artikel tut.

Wenn man darüber nachdenkt was es für Auswirkungen hat und sich dieses Verhalten dieser Wählergruppe bei diesen Wahlen genau überlegt, kann einem Angst und Bange werden. Wenn man dieses Verhalten nun auch bei der jungen Gruppe in Deutschland ebenfalls finden könnte, sieht es doch sehr kritisch aus wenn man einen politischen Wandel haben möchte. Dennoch so gehe ich davon aus, ist es für Deutschland eventuell nicht so kritisch weil unser Wahlsystem ein ganz anders als das der USA ist. So könnten gewisse Entwicklungen wenn diese Gruppe in Deutschland bei Wahlen sich ähnlich verhalten würde, doch nicht so gravierende Auswirkungen haben. Aber eines nach dem Anderen.

Die „Millennials“ wünschen sich politischen Wandel in den USA wie auch in anderer Ausprägung in Deutschland. Sie denken absolut und sind eventuell bedingt durch das Alter weniger bereit Kompromisse die in der Demokratie gerade im Bezug auf Wahlen, einzugehen. Das Clinton Lager so der Bericht in der Post dem ich mich anschließe hatte es nicht geschafft sie zu mobilsieren und sie wählten einen Kandidaten der weder Demokrat noch Republikaner war und verhalfen so Donald Trump zum Sieg. Dieses kurzfristige politische Denken und einfach seiner Laune und seinen Frust bei der Wahl kund zu tun und sich nicht über die politischen Konsequenzen daraus bewusst zu sein, zeigt dass man in dieser Gruppe über einen wenig ausgeprägten politischen Instinkt und Vorstellungskraft verfügt. Man will alles an den Parteien so haben, wie es seiner eigenen Maxime entspricht und macht sich dabei keine Gedanken, wie die Parteien und Kandidaten die gerade Optionen und den Wandel im politischen System am besten hinbekommen, ermöglichen und so einen von einem selbst gewünschten politischen Wandel hinbekommen. Am Ende ist es so, dass man damit nur gerade die Kräfte an die Macht hievt die gerade den eigenen politischen Präferenzen am weitesten entgegenstehen.

Wie sieht es in Deutschland denn aus? – Wenn ich in vielen Gesprächen mit jungen Menschen die liberal und links denken rede, sind sie auch für einen politischen Wandel. Wenn sie sich engagieren wollen haben sie die Maxime, dass die Partei in der sie aktiv werden sollen stark und strukturiert sein soll und ihnen die Vorgaben gibt in denen sie politisch aktiv werden können. Da ich mich in einem links-liberalen Spektrum bewege bekomme ich viel zu hören, dass viele meiner Freunde mit der Linkspartei sympathisieren und wenn sich vorstellen können dort aktiv zu werden. Auf einer emotionalen Ebene und aufgrund des Umstandes wie sie sozialisiert wurden, kann ich sie verstehen – jedoch sagt mir mein politisches Verständnis und der Ablauf im politischen System dass was sie an Wandel sich wünschen und dem politischen Milieu dem sie folgen wollen, nicht das gewünschte Ergebnis bringen wird und am Ende sogar ihren politischen Zielen die sie sich umgesetzt wünschen eher schaden wird. Also alles in allem aus politischer Naivität wird so ein „größeres Übel“ erst ermöglicht wie man es in den USA sehen konnte.

Ich hatte in einem anderen Bericht im Blog schon einmal das Thema aufgegriffen und will nun in diesem Beitrag es näher erläutern.

Es liegt an den jungen Menschen neue Impulse ins politische Denken und den politischen Betrieb zu bringen. Wie ich in dem anderen Beitrag schrieb, ist es so dass viele lieber sich einfachen Ideen und Maximen hingeben und dabei kaum über den eigenen sozialen Tellerrand hinausschauen. Man möchte es „einfach und warm“ haben und so ein eigenes gutes Gefühl der „moralischen Überlegenheit“ haben. Dies kann man sehr gut an der Friedensbewegung sehen wo viele sich realer Politik und ihren Zwängen da es kein Gut und Böse gibt verschließt. Auch bei der Wahl in den USA aus der Donald Trump als Sieger hervor ging, zogen viele junge Menschen der moralischen Überlegenheit der realen Politik und ihrer Auswirkungen wenn sie sich so verhalten, vor. Nun sehen sie sich einer selbstverschuldeten Wirklichkeit konfrontiert und protestieren dabei haben sie selbst zu diesem Zustand beigetragen.

In Deutschland erlebt man ähnliches von Seiten der „moralischen Überlegenheit“ wo es einem um das eigene „narzisstische bessere Gefühl“ geht und dabei die politischen Konsequenzen seines Handelns ausblendet. Man will einen Wechsel in einer Zeit wo SPD und CDU koalieren und die AfD die Protestwähler anzieht und so mit ihrer faschistischen Idee zu einer wichtigen Komponente in der deutschen Politik wird. Wenn man sich nicht ins private zurückzieht und ein „Vogel Strauß Syndrom“ lebt, sind viele junge Menschen der LINKEN zugeneigt. In meinem Freundeskreis bekomme ich mit, dass viele sagen die PIRATEN obwohl sie logisch gesehen als übergreifende Partei von der Ideologie her und von dem da sie neu und Protestpotential anziehen können, da sie einen grundlegenden Wandel der Gesellschaft und der Status Quo ähnlich wie die AfD nur unter anderen politischen Vorzeichen haben wollen, als Bollwerk dienen können nicht in der eigenen politischen Präferenz vorhanden. Man möchte direkt seinem politischen „guten Gefühl“, mit alten Ideen da einem von der Gesellschaft die LINKE als vermeidlicher Gegenpol zum Status Quo „serviert wird“, was ein Erbe der 1968iger ist und die bei genauerem Hinsehen mit den Möglichkeiten das eigenes politisches Handeln neben dem einfachen Kreuz bei Wahlen, was eher passiv ist wenig Spielraum gibt. Eigenes politisches Nachhaltiges Handeln und Wirken auf den Kurs der Partei in der man Mitglied ist, wird ausgeschlossen und ist von einem selbst bei allen Beteuerungen zum Trotz unerwünscht. Man will sich nicht mit den Konsequenzen des eigenen politischen Handelns beschäftigen und wechselt die Parteien so wie das eigene Ego und der (vermeidliche) moralische Kompass einem empfiehlt. Dass man weiter dabei ist und die Arbeit auf sich nimmt wirklich Politik zu betreiben indem man innerhalb der Partei für seinen Kurs und seine Ideen wirbt ist eher unerwünscht. Das Ende der „progressiven Plattform“ bei den PIRATEN und ihrer Köpfe um Anne Helm und Co., zeigt genau dieses Handeln. Ich schrieb damals in der Parteizeitung der PIRATEN zu dem Thema einen Bericht wo ich genau darauf hinwies, dass diese Plattform wenn sie denn als Sammelbecken für Ideen und ein Werben für die Ideen innerhalb der Partei genutzt wird und dabei man das „harte Geschäft der Politik ernsthaft betreiben will,“ eine sinnvolle Sache ist.

Die Geschichte der Plattform innerhalb der PIRATEN hat gezeigt, wie sehr es darum ging inhaltlich zu werben und wo nur die eigene Maxime und das Ego doch einen größeren Stellenwert hat. Leider sieht man es auch bei vielen Vertretern dieser Generation, was dazu führt das am Ende Sachen umgesetzt werden und Leute an die Macht kommen, welche progressiven und liberalen Leuten zuwider ist.

Als Fazit kann man ziehen, wenn man politisch weiter in der „Trotzphase“ bleibt und sich nicht ernsthaft mit der politischen Welt und den Prozessen beschäftigt und dann Entscheidungen trifft kann man mehr zum aus der eigenen politischen Sicht „schlechten verändern“ als einem lieb ist.

 

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