Leben: „Artige Kunst“ – Eine Rezension über eine „heikle Ausstellung“ die zum Nachdenken anregt

In Bochum Weitmar bietet das „Museum unter Tage“ gerade eine Ausstellung mit dem Titel: „Artige Kunst“ an, in welcher Bilder gezeigt werden, die den Ästhetischen Geschmack des Nationalsozialismus wiedergeben. Diesen werden Bilder gegenübergestellt, welche unter den Nazis als „entartet“ bezeichnet wurden. Es ist interessant hier Bilder sich anzusehen und auf sich wirken zu lassen, die den Ausdruck dieses Regimes wiedergeben und sich Fragen zu stellen, wie die Kunst und ihre Ästhetik auch heute im Denken mancher Leute weit über den „klassischen Rechtsextremen und Neo-Nazi“ hinaus weit in die bürgerliche Gesellschaft hineinwirken.

 

Die Kunst im Nationalsozialismus ist ein Zeichen der Ablehnung der Moderne und der Kunst dieser, welche man auch heute noch im Denken des rechten Spektrums mit ihrem Ausdruck wie diese die Moderne und ihre Auswirkungen wie man sie im agieren der PEGIDA und anderen Formen welche gerade in Deutschland und im Westen im allgemeinen wiederspiegelt. Die Kunst im Nationalsozialismus zeichnet sich durch eine wie man in diesen Bildern sehen kann, durch eine Idealisierung der „guten alten Zeit“, die vorindustriell und eine Ablehnung der modernen Maschinen im Arbeitswesen auszeichnen. Man kann hier Parallelen zur Ablehnung der Digitalisierung und ihrer Auswirkungen welche man im konservativen Lager bis hin zu manchen der GRÜNEN wiederfindet, auch wenn eine weiterer Vergleich zum Nationalsozialismus natürlich nicht gegeben ist. Dennoch finden sich in beiden Milieus und Anschauungen eine Ablehnung der Moderne welche sich aber dennoch aus anderen Quellen herspeist. PEGIDA hingeben und auch die neuen Entwicklungen in der AfD zeigen eine ganz klare Entwicklung welche aus dem Kleinbürgerlichen Milieu bestimmt wird, welches wie damals am Ende der Weimarer Republik und auch heute unter der Angst des sozialen Abstiegs steht, eine Hinwendung zu einem radikalen beziehungsweise totalitären Denken. Dies findet man heute wenn weniger in der Kunst und in der Ablehnung der modernen Kunst, die heute eher ignoriert wird oder eher im Protest, dass man moderne Kunst und Ausstellungen mit öffentlichen Geldern unterstützt, vielmehr darin dass man „alternative Formen“ der Medien akzeptiert welche auch einen „alternativen Kunstgeschmack“, welcher wie das Kunstdenken in der NS-Zeit einfach und klar sein sollte und direkt die „Masse ansprechen sollte“, wie es die Ausstellung in Bochum Weitmar ausdrückt. Man kann sich darüber streiten, ob man diese Kunst der NS Zeit heute ausstellen sollte, doch die Ausstellung in Bochum stellt der NS Kunst moderne Kunst entgegen die aus dieser Zeit stammt und die von den Nazis abgelehnt ja bekämpft wurde. Dies zeigt sehr gut das Spannungsverhältnis welche die Kunst in Deutschland zu dieser Zeit ausgesetzt war und wie sie sich auch heute in dieser Zeit der Krise wiederfindet. Doch im Gegensatz zu der Zeit der 1930iger und 1940iger sind heute die weite Mehrzahl der Künstler (noch) nicht dem Gedanken der „neuen Rechten“ und ihrer Ideologie erlegen, auch wenn hier Xavier Nadoo eine unrühmliche Ausnahme statt der Regel wie es in der NS Zeit in Deutschland war, darstellt. Ein Beobachter darf sich dennoch zu Recht die Frage stellen, wenn dieses rechte Gedankengut sich in der deutschen Gesellschaft weiter ausbreiten sollte und eine Ablehnung der Moderne wie man sie auch unter den LINKEN wie bei den GRÜNEN findet, weiter in der deutschen Gesellschaft ausbreitet wie es sich auch in der Kunst in Deutschland und Europa auswirken würde?

 

Alles in allem ist diese Ausstellung in Bochum die noch einige Zeit zu sehen ist und die für Sozialhilfeempfänger dazu noch kostenlos ist einen Besuch wert, regt sie doch an sich mit den Verführungen der Kunst und der Gesellschaft zu beschäftigen. Ferner dient sie dazu auch einen Schlag in die Gegenwart zu machen und sich zu fragen, was für Auswirkungen haben solche Entwicklungen und die Ästhetischen Ideale und Maxime in der heutigen Zeit und wo liegen ihre Gefahren, auch wenn dies in der Ausstellung (leider) nicht thematisiert wird.

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