Politik: Die Dämmerung vor dem neuen Morgen – Wieso wir wieder am Vorabend eines Sturms uns befinden könnten

Traditionen sind sicher wichtig. Wir brauchen sie um uns als Gesellschaft und in dieser zu orientieren. Wandel wird dadurch erzeugt, dass man die Tradition und altes Denken in Frage stellt und eventuell neue Ideen und Methoden entwickelt – sowie danach für diese wirbt. Der digitale Wandel stellt viele althergebrachte Traditionen in Frage. Gerade im „Kampf zwischen den Generationen“ und die Frage wie diese mit der Welt und in dieser interagieren liegt auch heute viel Sprengkraft. Wenn man mit vielen älteren Leuten redet, so lehnen sie den digitalen Wandel ab und sehen ihn als isoliertes Ereignis. Oft meinen sie aber diese neuen Prozesse zu kennen und nehmen ihre alten Erfahrungen als Maxime um diesen neuen Wandel zu erklären. Wenn eine Gesellschaft über viele dieser Leute verfügt, wird sie sozial und politisch starr auch wenn die Ökonomie und andere Faktoren sich massiv wandeln. In diesem Spannungsverhältnis kann es so zu sozialen Verwerfungen kommen, auf welche die Gesellschaft sich weigert Antworten zu finden. Heute kann man sagen, dass die Gesellschaft welche von der Generation der 1968iger sozial und gesellschaftlich dominiert wird, ihr Denken allgemeingültige Maxime geworden ist.

Protest gegen den Status Quo gibt es nur von einigen wenigen. Dabei kann man erkennen, dass diese einmal von Rechts im aufkommenden Nationalismus und einer Ablehnung des Wissens wie man ihn in der AfD sieht, aufkommt. In der AfD finden sich viele welche von den Möglichkeiten und Herausforderungen der Digitalisierung und des sozialen Wandels irritiert sind und ihn als Gefahr sehen. Sie klammern sich an den Ideen und Traditionen einer vergangenen Welt wo vermeidlich alles leichter und „besser“ war. Die PIRATEN stellen das andere Spektrum dieser Entwicklung dar. Sie wollen die Ideen welche durch die Digitalisierung entwickelt wurden und in der Soziologie als Wissensgesellschaft ihr Schlagwort gefunden haben umsetzen. Sie sind auf der einen Seite evolutionär weil sie eine Anpassung des Status Quo haben wollen, damit das politische System den Druck durch die neuen Entwicklungen standhalten soll, auf der anderen Seite sind sie revolutionär weil sie einen großen Umbau der Gesellschaft um die Stabilität dieser und der Erhaltung der Freiheit in diesen neuen Zeiten durchsetzen wollen. Beides wird von den traditionellen Eliten in Verkennung der Prozesse abgelehnt. Wissen soll heute in der Digitalen Welt frei verfügbar sein und würde in der Wissensgesellschaft dafür sorgen, dass jeder frei seinen sozialen Aufstieg gestalten kann und traditionelle Machtmechanismen mehr und mehr ins Leere laufen. Traditionelle Eliten begreifen dies zurecht als eine Schwächung ihrer Macht, auch wenn die Ideen der PIRATEN klar auf das Menschenbild der Aufklärung zielen auf deren Ideale der Westen so stolz ist. Dennoch sind die Konservativen Kräfte sehr bemüht den Wandel des Systems und der Rekurrierung neuer Eliten weiterhin unter ihrer Kontrolle zu behalten und so einen Wandel zu verzögern. Die PIRATEN sind daher langfristig für den Status Quo eine größere Herausforderung, doch ist es vielen Bewusst dass der Wandel gebraucht wird wenn man den Kern unseres politischen und sozialen Systems vor den Herausforderungen der „neuen Zeit“ erhalten will. Man muss in dieser neuen Epoche auch bereit sein sich von alten Zertifizierungen des Wissens zu verabschieden und neue Wege finden Wissen und Autorität anzuerkennen, auch wenn diese Prozesse da sie ungewohnt sind auf dem ersten Weg chaotischer Erscheinen mögen. Die neuen Eliten die sich gerade bilden und deren politische Macht, ebenso wie ihrer sozialen Macht man aktuell Begrenzen möchte ähneln den Prozessen in Frankreich vor der Revolution von 1789 wo das Bürgertum aufstrebte und dabei auf allen Ebenen das bisherige System herausforderte. Heute stehen wir in einer ähnlichen Situation und die Frage die sich die Gesellschaften in Europa stellen müssen ist es, wie man diese neuen Formen in die Gesellschaft integriert wenn sie nicht untergehen wollen.

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