Politik: Jugend, Wandel und die Feinde der Demokratie

Wenn man bedenkt wie weit heute das Internet in unseren Alltag vorgedrungen ist, so wundert man sich wieso sich so wenig Leute für Netzpolitische Themen interessieren. Ich denke es liegt daran, da sie für so wenig Menschen in ihrem Alltag greifbar sind wie auch da die meisten großen Marken des Internets US Firmen sind und so die Menschen kaum eine Alternative haben als sich von der NSA und anderen Geheimdiensten ausspionieren zu lassen. Man hat zwar Bauchschmerzen was die Überwachung von Seiten des Staates anbelangt, anderseits hat man auch (mangels Alternativen) keine Probleme damit wenn man eine Menge Daten an private Konzerne gibt. Jetzt mögen ältere Semester darauf hinweisen, dass man damals gerade bei der Volkszählung mit solchen Themen damals eine breitere Öffentlichkeit mobilisieren konnte, es ist aber auch ein Problem dass man jungen Menschen die ganze Zeit eingeimpft hat dass diese sich „selbstoptimierten“ sollen und daher kaum Zeit für politisches und soziales Engagement haben da ihnen gesagt wurde, dass dies ihnen auf lange Sicht schadet. In einer Welt der Globalisierung und des reinen Kapitalismus sind junge Menschen gerade da die Wirtschaft immer neue (und irrwitzige) Vorgaben an ihr Leben macht, darauf ausgelegt sich in das Hamsterrad zu begeben. Neue Ideen und eine Welt außerhalb des willigen Arbeitnehmers der wegen des Verlustes dieser zum Willfähigen Objekt wird sorgen dafür, dass sich kaum Widerstand gegen Methoden der Unternehmen wie auch des Staates sich erhebt. Statt dessen kanalisiert man seine Wut darauf, dass man andere wie gerade aktuell die Flüchtlinge zum Sündenbock für die (vermeidlichen) Probleme in diesem Land macht.

 

Wenn man die Gesellschaft analysiert so ist das Problem das junge Menschen bewusst von Gestaltungsmöglichkeiten in dieser Gesellschaft abgehalten werden. Man gibt ihnen außer in einem begrenzten Rahmen wo es vor allem auf Schönheit und weniger auf Kompetenz ankommt ihnen auch keine mediale Aufmerksamkeit. Die politischen Vorbilder welche aus dieser Generation kommen und die eine gewisse Wirkung haben sind noch gering, auch daher weil die Medien ihnen kaum eine Möglichkeit geben sich breit entfalten zu können. Die Ideen etwas neu zu gestalten oder neue Impulse in (alte) Debatten betreffend aus der Lebenswirklichkeit junger Menschen zu geben, wird meist beklagt aber auch nicht wirklich ernst genommen. Junge Menschen sollen in dieser Gesellschaft konsumieren und gerade bei Instagram sieht man wie viele versuchen mit Bildern aus ihrem (vermeidlich perfekten) Alltag eine gewisse Sympathie und Zuspruch von vielen Gleichaltrigen zu bekommen, da man in der Realität auch dank ihrer geringen Zahl dies weniger bekommt. Deutschland ist eine Gesellschaft die für die Geburtenstarken Jahrgänge gemacht wurde und das Hauptthema sind die reichen Rentner und Pensionäre welche über das noch nötige Kleingeld verfügen, etwas was jungen Menschen und den Leuten die nicht gerade einen sicheren Beruf hatten verwehrt bleibt. Aus diesem Frust und der Entfremdung mit dem aktuellen politischen und gesellschaftlichen System speist sich der Zuspruch zur AfD. Gerade junge Männer stehen heute unter einem großen Anspruch sich in dieser Welt zu behaupten auch weil ihnen von alten Männern gesagt wird, dass sie so sonst keine Chance auf eine erfüllte Partnerschaft haben. Dieser Frust nirgends wirklich eine Chance zu haben, lässt viele dieser Männer dann schnell ein Feindbild suchen. Dabei wäre es sinnvoller, wenn auch unerwünscht diesen Leuten zu sagen, dass gerade sie als junge Leute Möglichkeiten zu einem politischen und sozialen Gestaltungsvermögen haben, wenn sie sich nur anstrengen und breit sind selbst ihre Situation zu reflektieren und sich nicht von „alten Leuten“ vorgeben zu lassen wen sie zu lieben und zu hassen haben.

Leider ist es in vielen Gesellschaften so, dass dort alte Männer das sagen haben und gerade viele junge Frauen haben dem nun den Kampf angesagt weil sie nur so eine Veränderung und Befreiung des Individuums aus bisherigen Herrschaftssystemen die dem Ideal des selbstbestimmten und freien Menschen, wie sie von westlichen Gesellschaften propagiert wird zuwider stehen. Junge Männer sollten sich dem Gesellschaftlichen Kampf ebenfalls anschließen und ebenfalls auf einen gesellschaftlichen und politischen Wandel in den westlichen Gesellschaften hinarbeiten, da auch sie nicht wirklich in dem aktuell Herrschenden System wirklich ein freier Akteur sein können, der sie bei ihren Problemen und Wünschen ernst nimmt. In den USA kann man gerade sehen, dass viele junge Leute Bernie Sanders unterstützt haben, weil sie einen Wandel in der US Politik und Gesellschaft gegenüber den alten weißen Männern wünschen und bereit sind dafür zu streiten. In Deutschland scheint es den meisten jungen Menschen anscheinend entweder noch zu gut zu gehen oder ihnen wurde zu sehr eingeimpft dass sie funktionieren müssen und man eh kaum etwas verändern kann, daher sucht man hier in der breiten Masse der jungen Menschen politisches Engagement selbst an den Universitäten vergebens.

Das wird daher zu einem Problem für Deutschland führen, da so viele politische und gesellschaftliche Diskussionen und Ideen ganz ohne die Hilfe von jungen Menschen entstehen werden und diese sich so noch mehr davon entfremden werden. Dieser Teufelskreis wird zwar erkannt und man ist sich dessen Gefahren auch bewusst, dennoch ist nicht gerade der Reform und politische Wille da daran etwas zu ändern. In dieses Vakuum stößt nun da die PIRATEN auch geschwächt wurden, die AfD hinein. Wenn man in Deutschland den Verlockungen des neuen Faschismus also gewachsen sein muss, muss man diesen Leuten wieder eine Möglichkeit geben das sie sich Engagieren und ihnen auch die passenden Vorbilder liefern.

 

Ob es zu diesem Wandel kommen wird mag bezweifelt werden, doch sonst kommt unser politisches System nicht aus seiner Legitimationskrise und kann sich keine neuen Impulse zur Erneuerung und Wandel geben lassen. So wird es schnell zu einem Opfer der „Feinde der Demokratie“.

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