Soziales: Alter Hass und der Aufbruch der Jugend?

Wenn man bedenkt wie der rechte Mob nun wieder auf den Straßen und im Netz sich breit macht, so hat man als junger Mensch sicher die Aufgabe sich dem entgegen zu stellen. Wenn Leute die meinen neutral zu sein, rechte Parolen von sich geben und im Netz Stimmung machen, dann fragt man sich in was für einer Zeit sind wir gefangen.

Politisch zu sein, ist heute schon etwas rares. Viele wollen sich in diesen Zeiten wie damals nach der gescheiterten Revolution von 1848 wieder ins heimische Idyll zurückziehen. Wieso soll man sich politisch engagieren, in einer Welt wo den jungen Menschen weiß gemacht wird, dass sie keine Zeit für den „Unsinn“ der politisch und gesellschaftlichen Aktivitäten haben. Jungen Menschen wird weiß gemacht, dass sie da sie eine Minderheit in diesem Land sind keine Chance haben etwas zu verändern. Deutschland ist in diesen Augen zu passiv und es gibt keinerlei Möglichkeiten durch politische Prozesse, da die Mehrheit in der Politik alte Leute sind, die durch ihren Beamtenstatus oder ihrer Selbstständigkeit die Möglichkeiten haben sehr aktiv in der Politik zu sein. Von vielen Wählern wird dies sogar noch als etwas gutes gesehen. Viele Menschen würden sich echauffieren, wenn zum Beispiel ein Hartz IV Empfänger sich aktiv in der Politik beteiligen würde. Die PIRATEN können davon ein Lied singen, als sie Herrn Ponader in den Bundesvorstand wählten und dieser und die Partei dann massiv angegangen wurden. Viele in Deutschland denken, dass Politik nur von Leuten gemacht werden sollen, die über die nötige „Kompetenz“ und das „nötige Standing“ in der Gesellschaft verfügen. Gleichzeitig regen sich diese Leute darüber auf, wenn es Menschen in der Politik gibt, welche diese Erwartungen nicht erfüllen. Dabei wer soll bestimmen wann man „das Recht hat politisch aktiv zu werden“? – Ich denke, dass niemand dies einem vorschreiben kann und die gesellschaftliche Erwartung wie man als Politiker zu sein hat und welche Bildung und Habitus man inne haben soll, widerspricht extrem dem was unser politisches System im Ideal zu sein hat. Dieser Widerspruch wird gerade bei der AfD am extremsten wiedergegeben. Die AfD welche Antrat eine „Expertenpartei“ zu sein und als Reaktion auf die EURO-Politik von Angela Merkel gegründet wurde, behauptet auch heute noch dass sie auf der einen Seite ein Gegenentwurf zur „klassischen Politik“ sind anderseits ist die AfD ein typisches Phänomen der postmodernen Politik. In dem Buch „die Globalisierungsfalle“ aus den 1990iger Jahren wurde schon auf diese Entwicklung wie sie in Ansätzen zu erkennen war hingewiesen. Viele Menschen sind durch die Globalisierung die damals noch in ihren Kinderschuhen steckte und als eine 20:80 Gesellschaft1 skizziert wurde die geplant wurde zu erreichen, verunsichert und sehen sich mehr und mehr den ökonomischen und gesellschaftlichen Abstieg entgegen. Diese Wut äußert sich gerade bei weißen Männern, die damals noch die Elite der westlichen Welt waren und die durch den Erfolg der Bürgerrechtsbewegung in den USA und der Frauenbewegung sich mehr und mehr in ihrem politischen und gesellschaftlichen Monopol herausgefordert sehen. Diese Wut wird von Demagogen wie es schon damals in den 1930iger Jahren war genutzt um eine Politik zu befürworten welche der demokratischen Tradition sehr entgegen steht. Manche Beobachter bezeichnen Donald Trumps Ideen als eine Art Wiedergeburt des Faschismus nur diesmal von den USA ausgehend. Beruhigend auf diese Ängste wirkt sich dabei nicht gerade aus wenn der Kuh-Klux-Klan direkt den Kandidaten der Republikaner unterstützt.

Was soll man als junger Mensch nun machen? – Wenn man sich in dieser Zeit apolitisch verhält ist es natürlich einem das gute Recht. Man kann weiter wie bisher in seiner Blase der apolitischen Haltung sitzen und sich von alten Leuten die Gesellschaft und Politik umbauen lassen. Als junger Mensch hat man oft nicht die Zeit sich um alles zu kümmern und uns wurde immer wieder in den Medien und von älteren Leuten eingeredet, dass wir jungen Menschen kaum eine Chance haben etwas zu verändern und wir eh zu passiv sind und nicht wirklich eine Ahnung haben wie die Welt da draußen funktioniert. Ältere Leute wie die 1968iger wissen es genau, wie Politik heute noch geht und dass das Internet Teufelszeug ist! Dabei ist es sicher gut, wenn sie die Politik so gestalten dass sie die Digitalisierung ablehnen. Die GRÜNEN zeigen da genau wie die Zeichen der Zeit sind und als junger Mensch hat man dann genau das auszubaden, was die alten Leute dank ihrer Politik an unserer Lebenswirklichkeit in den Sand setzen. Wenn Deutschland in der neuen digitalen Zeit immer mehr ins Hintertreffen gerät, hat man es den Technologiefeinden wie den GRÜNEN sicher zu verdanken, dass man als junger Mensch seine Digitale Agenda und Lebenswirklichkeit im Gegensatz zu anderen jungen Leuten in anderen Staaten der Welt und der EU immer weniger umsetzen kann. Man lebt und denkt global und wird doch in nationale Ketten gelegt. Statt dessen, dass man den jungen Leuten zuhört und sie ermutigt auch mit „verrückten Ideen“ Impulse in die Gesellschaft und Politik zu bringen, wie es die PIRATEN versucht haben und immer noch versuchen, lässt man lieber den alten wütenden Männern der AfD und der Republikaner in den USA eine Plattform geben. In den Medien hört man zur Wut der „alten weißen Männer“ keine neuen Ideen der jungen Leute die einen Gegenentwurf zu all der Wut und des Hasses entwickeln. Man will sie auch nicht hören und lässt weiter den Status Quo machen. Dies sieht man auch in den Medien, wo immer noch alte Leute die Nachrichten präsentieren und viele die Verunsichert sind und die Welt und Ansichten von Leuten aus ihrer Generation erklärt haben wollen, landen dann bei Programmen wie RT-Deutschland wo junge Hippe Moderatoren und Journalisten die Welt subtil ganz im Sinne Moskaus erklären und dies da es auf der emotionalen Ebene beim jungen Zuschauer, da er sich mit den Moderatoren identifizieren kann, besser als die „traditionelle Darbietung von Informationen“ ankommt ist die Gefahr gegeben dass so Russland aber auch andere Staaten mit ähnlicher Ideologie die jungen Menschen gegen das demokratische System aufhetzen und man zur Wut der alten Männer auch die Wut der jungen Leute bekommt. Dies zu entschärfen, ist die wichtigste Aufgabe der Politik in der EU und in Deutschland. Leider gibt es neben den PIRATEN die widersinnig versucht werden, zu marginalisieren kaum eine Partei die die frustrierte Jugend versucht mit den Mitteln der jungen Menschen politisch zu mobilisieren, sich an den gesellschaftlichen Debatten zu beteiligen, auch wenn manche Aussagen der PIRATEN sicher utopisch sind und manchmal auch nicht gerade gut durchdacht sind, so muss man den Versuch sich politisch als junger Mensch zu partizipieren doch hoch anrechnen.

Egal welcher Partei man sich als junger Mensch anschließt, so ist es am Ende wichtig dass man heute etwas macht. Wenn man politisch Abseits steht und sich auch nicht an Wahlen beteiligt so hat man am Ende wie in Großbritannien das Problem, dass man am Ende aus der EU austritt und die Zukunft düster aussieht, weil vor allem alte Menschen abgestimmt haben und die Jugend zuhause blieb. Am Ende kann man dann im Internet noch so viel meckern, wie man mag. Man muss immer politisch wach sein und sich vernetzen, wenn man nicht dem rechten Populismus wie es Trump in den USA, die UKIP oder die AfD in Deutschland praktizieren das Feld und eine düstere Zukunft überlassen will. So regieren und dominieren am Ende alte wütende Männer und als junger Mensch hat man am Ende die Politik auszubaden. Da ist es doch besser es zu verhindern, indem man selbst politisch und gesellschaftlich aktiv wird.

1Die 20:80 Gesellschaft sagt aus, dass man nur noch 20% der Arbeitskräfte braucht um die Wirtschaft am Laufen zu halten. 80% der Arbeitskräfte sind nicht mehr benötigt und man muss sie mit „Brot und Spielen“ oder anders ausgedrückt „Tittytaiment“ still halten und beschäftigen damit es nicht zu einem großem Widerstand oder gar Aufstand gegen das neue ökonomische System kommt. (Die Globalisierungsfalle)

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