Politik: Das Schicksal selbst in die Hand nehmen

Interessant ist es, wenn man bedenkt wie weit Leute jungen Menschen sagen wollen wie sie zu leben haben. Dabei wird das Neue an ihrem Leben als etwas schädliches und triviales abgetan. Das Netz und das Leben mit dem Netz und all ihren Vor- und Nachteilen wird als etwas schädliches gesehen. Dabei versucht man in der Bildung und Lehre das Netz immer noch an den Rand zu drängen. So wird in vielen Berufsschulen der Umgang mit neuen Medien immer noch nicht wirklich behandelt und obwohl man Deutschland als Technikfreundlich sieht, ist es schwer vielen Menschen die Notwendigkeit sich für die Digitalisierung fit zu machen. Wenn die SPD nun versucht die Störerhaftung wieder mehr Gewicht zu geben, widerspricht es dem damaligen Urteil welches diese abgeschafft hatte und auch behindert es die Entwicklung von Deutschland zu einem digitalen Standort. Es ist für die EU schädlich wenn man bedenkt, dass es kaum europäische Schwergewichte in der digitalen Welt gibt. Dabei meckert die Politik über Facebook und Google liefert aber keine Anreize, dass sich eine europäische digitale Wirtschaft entwickeln kann. Man hofft stattdessen, dass dies von alleine passiert und schreibt Gesetze welche traditionelle Medien und Geschäftsstrukturen bevorzugt.

Man kann daher schon mal mit einer gewissen Skepsis in die Zukunft sehen, wenn man sieht auf wie vielen Ebenen die digitale Zukunft Europas von vielen Akteuren entgegen ihrer Sonntagsreden versucht wird zu behindern. Eine Zukunft für Europa sollte anders aussehen, doch ist es ein Problem da diese Entwicklungen und Fragen nicht populär sind und die Leute welche in der digitalen Welt zuhause sind sich kaum mit der Politik beschäftigen. Die PIRATEN sind ein Versuch diesen Misstand zu ändern, doch können sie nur Ideen einbringen welche sie selbst entwickeln und wie sie durch die Leute die aktiv sind und an sie wenden in die Partei hineintragen. Wenn also Menschen sagen, dass die PIRATEN gewisse Themen die zur Digitalisierung gehören aber nicht in ihren Augen behandeln kritisieren, kann man nicht erwarten dass diese sich nach einem Kommentar im Netz diesen Themen zuwenden. Es sollte vielmehr dem Individuum bewusst sein, dass man sich selbst vom Sofa erheben muss und selbst aktiv werden sollte.

Als junger Mensch steht man vielen Prozessen die gerade in der Politik gemacht werden skeptisch gegenüber. Doch kann man nicht erwarten, dass ein politisches System welches von Wahlen und aktiver Mitarbeit in jeglicher Form lebt, einfach so sich ändert. Man muss sich selbst engagieren und kann nicht hoffen dass man sich in die private Welt, wie Anno 1848 nach der gescheiterten Revolution in das private Leben zurückziehen kann und ein neuer Bismarck die Politik für einen schon regeln wird. Heute im 21. Jahrhundert und in einer Demokratie braucht man die eigene Motivation und den Willen mitzugestalten, wenn man hofft etwas zu verändern zu können. Man muss damit rechnen, dass man nicht sofort alles ändern muss und als Mensch braucht man den Willen zuzuhören und fair um seine Positionen zu werben. Junge Menschen haben das „Problem,“ dass sie noch lange die Folgen einer kurzfristigen Politik die gegen ihre Werte und ihren „way of life“ geht ausbaden müssen. Man kann nicht hoffen, wenn die bisherige Politik die Herausforderungen die durch die Digitalisierung entstehen ignorieren wird, dass dann alles besser wird. Die Gesellschaft jedenfalls in Deutschland scheint sich vor dieser Frage wegzuducken. Fragen die junge Menschen beschäftigen und die sie meistens über das Netz für die Gesellschaft zur Diskussion stellen, brauchen Unterstützung und auch die eigene Fähigkeit für seine Position zu werben. Daher braucht man heutzutage noch Parteien, weil man in einer Partei lernt wie man dies bewerkstelligt und kann dann im politischen System eine Änderung durchsetzen. Wenn Leute wie bei PEGIDA und der AfD dieses „System“ ablehnen, zeigt es nur ihren Unwillen zum Kompromiss und bei vielen den Irrglauben dass ihre eigene Meinung die absolute Maxime moralischen Handelns ist. Wir müssen weniger nebeneinander leben sondern, mehr miteinander reden und zusammenschließen und aktiv werden. Dabei sollte man fair im Umgang sein und die Regeln auf welche man sich geeinigt hat auch akzeptieren. Eigenes politische Handeln und das Zusammenschließen ist für junge Menschen wichtig, da sie die Zukunft dieses Landes und auch Europas bestimmen werden. Da bei vielen ein Gefühl das sich die Zukunft in eine falsche Richtung bewegt, ist es wichtig dass man selbst aktiv wird. Eine Party feiern bringt zwar kurzfristige Freude doch am Ende erschlägt einem der Alltag. Um dies zu ändern und irgendwie sich mit dem Leben welches man führt, genau wie die Gesellschaft in der man lebt zu gestalten und sich mit ihr zu identifizieren muss man seine Stimme erheben und für die liberalen Werte kämpfen die durch traditionelle Eliten und den rechten Mob heute herausgefordert werden.

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