Politik: Iran, USA und der Wandel der Zeiten

Jetzt also Jemen. Die arabischen Staaten sehen die Entwicklung in dem Land kritisch, da der Iran nun mit einem Abkommen befreit, in der Lage ist seinen Einfluss auszudehnen. Dabei haben die Schiiten lange unter dem Terror der Sunniten gelitten und wehren sich nun. Die Rebellen nehmen ihr Schicksal in die eigene Hand und Saudi-Arabien und die Golfstaaten die einem ökonomisch befreiten Iran nichts entgegen zu setzen haben, versuchen mit aller Macht den Einfluss des Irans zu beschränken. Dabei hatten sie keine Probleme den Terror gegen die Schiiten durch ihre Verbündeten zuzulassen, diente es doch den Einfluss des Irans im Jemen zu beschränken. Israel unter der alten und neuen Regierung hat dabei das Problem, dass die USA nicht mehr auf es hören. Obama distanziert sich von Tel Aviv und versucht im Nahen Osten neue Wege zu gehen. Ich hatte in meinem Papier zur PIRATEN Secon in München geschrieben, dass der Westen sich mit dem Iran einigen sollte braucht man den Iran doch als Verbündeten gegen Russland. Der Iran kann dem Westen das Gas geben, welches die EU dazu bringt sich vom Einfluss Russlands zu befreien. Der Iran dagegen hat wieder Zugang zu Technologien aus dem Westen und kann sein Land modernisieren. Den dadurch im Land steigenden Wohlstand bringt das Land dazu, dass es wieder mehr zu verlieren hat und Gemeinsamkeiten mit dem Westen wie es sie im Irak aber auch in Syrien gibt bringt den Iran und den Westen gegen die arabischen Staaten in Stellung. Durch die Veränderungen im Iran die es schon gibt und die durch das Ende der Sanktionen noch zunehmen werden, wird der Iran sich verändern. Man mag es in einigen Teilen des Westens nur ungern sehen, geht doch ein altes Feindbild davon und Israel trägt aktuell den Schaden, hatte es doch eine radikal Ablehnung und Beibehaltung des Status Quo propagiert, während es keine Alternativen zu einer Zusammenarbeit des Westens mit dem Iran wie es jetzt im Irak und in Syrien geschieht aufgezeigt hatte. Tel Aviv hofft nun auf einen Wechsel der US Politik wenn Obama nicht mehr im Amt ist, doch übersieht es die Kritik in den USA die es gegenüber Israel gerade in vielen Kreisen der Wissenschaft gibt. Maersheimer und Walt hatten aufgezeigt wie Israel in den USA aktiv ist und es kritisiert und Israel übersieht dass diese fachliche Kritik in Teilen der USA zu einem Umdenken geführt haben. Auch das Tel Aviv massiv die Republikaner im letzten Wahlkampf unterstützt hatte und den Dialog zu den Demokraten abreißen ließ ist ein strategischer Fehler den Israel begangen hatte. Norman Finkelstein geht in seinem Werk „Antisemitismus als politische Waffe“ darin ein, wie die Israel Lobby sich massiv gegen die Afroamerikaner stellt um bei den Eliten zu punkten. Hier wird nicht mehr um Verständnis geworben und viele bei den Demokraten fragen sich wieso sie Israel so massiv unterstützen sollen, wenn es doch so sehr Partei für ihren politischen Gegner nimmt.
Jetzt also Jemen als neues Schlachtfeld. Die USA werden den Iran gewähren lassen, während Israel und die arabischen Staaten am Golf alles daran setzen den Aufstieg des Irans zu verhindern. Dabei wird in den USA Werbung für einen Fall des Abkommens betrieben und Saudi-Arabien bombardiert unterdessen die Stellungen der Rebellen in Jemen mit einer Allianz der Willigen und Staaten die vom Geld der Saudis abhängig sind. Um den Iran zu stoppen wird Israel und die Republikaner über die Unterstützung der US Verbündeten am Golf für die Unterstützung des IS hinwegsehen, ist doch der „Teufel“ in Teheran zu sehen. Die Obama Regierung will Ordnung am Golf und da die alten Verbündeten dazu nicht in der Lage sind, sucht man sich neue Partner. Die gemeinsamen Interessen sind sowieso immer geringer, da Saudi-Arabien und Israel teilweise eine Politik machten und machen, die den Interessen Washingtons entgegen stehen und man hoffte dass es wie bisher akzeptiert wird. Obama scheint dies jedoch nicht mehr zu wollen und will einen neuen Weg am Golf und in der ganzen Region gehen. Dabei werden neue Allianzen geschlossen und alte gekündigt .Es gibt keine Freundschaften in der Politik und erst recht nicht in der Außenpolitik. Die USA orientieren sich neu und es wird zeigen wie weit dieser Weg weitergehen wird. Neue Gegner kommen auf die Bühne und man braucht neue Partner, weil die alten nicht willens sind zu kooperieren. Wir leben also in interessanten Zeiten.

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