Politik: We are young and we are free – PIRATEN und die Zukunft der jungen Generation

“We are young and we are free, and we can be, tell me how you wanna be?” – So geht “Dear God” von Crystal Lake. Es beschreibt gut das Bedürfnis der jungen Generation welche jetzt beginnt die gesellschaftliche und politische Bühne Deutschlands in voller Wucht zu betreten. Nachdem man unserer Generation vorgeworfen hatte, dass sie sich nicht politisch engagieren würden und diese Klage unzählige Seiten des Feullition gefüllt hatte, begibt sie sich mehr und mehr in den letzten Jahren selbst auf die politische Bühne. Klar, es ist nur eine Minderheit der jungen Generation doch diese jungen Menschen haben das Bedürfnis das eigene Schicksal und das Schicksal ihrer Generation der man mitleidig vorwirft eine „verlorene Generation“ zu sein, in die eigene Hand zu nehmen. Das Projekt PIRATEN ist zum ersten mal der Versuch selbstständig etwas neues und ein neues Denken in die deutsche Politik zu bringen. Uns ist es Leid, dass man wie die 1968iger es machen, einfach Debatten um den Selbstzweck zu führen und gute Ideen abzulehnen nur weil sie vom politischen Gegner kommen. Wir haben mit den PIRATEN das Motto, dass man der Sache nach entscheidet und gehen dabei recht leidenschaftslos vor. Es soll eher Pragmatismus vorherrschen. In den letzten Jahren haben die PIRATEN teilweise es nicht ganz geschafft, nur Pragmatiker der Politik zu sein. Leute welche sich eher dem Lauten Linken Gehabe der 1968iger verpflichtet hatten, versuchten die Partei zu übernehmen und sie zu einer LINKSPARTEI 2.0 zu machen. Dieser Versuch ist nach langen Schlachten gescheitert und nun gilt es in der Partei nach vorne zu blicken. Dabei muss man aus der Vergangenheit lernen. Wir brauchen Strukturen die es uns ermöglichen, dass die Partei nicht von linken Utopisten gekapert werden kann. Es muss ganz klar, dass „piratige Selbstbild“ weiterentwickelt werden und die grobe aber doch in der Öffentlichkeit unbekannte Darstellung eines „piratigen Menschenbildes“ und die daraus ableitende Politik den Leuten wieder mehr vermittelt werden.
„We are young and we are free“, dieses Gefühl der Freiheit welche wir uns erträumen und welche wir für diese Gesellschaft wollen muss in den Mittelpunkt des politischen Handelns gestellt werden. Diese junge Generation hat das Gefühl, dass sie mit ihrem Anlegen in der Gesellschaft einen Platz zu finden kaum Gehör findet. Rente ist das beherrschende Thema in der Deutschen Politik und die Fixierung auf den Export sorgt auch dafür, dass dieses Land den jungen Menschen in Europa jede Chance auf Zukunft und wirtschaftliche Erholung nimmt. Nein Deutschland versucht in einem Anzeichen von „Großzügigkeit“, noch die klugen Köpfe Europas anzuwerben und sorgt so in den Krisenstaaten für einen Braindrain. Ideen wie man in dieser neuen Zeit Politik machen kann gibt es viele und wir PIRATEN müssen uns dem konservativen Mainstream wie er von CDU/CSU und AfD propagiert wird entgegen stellen. Dabei ist das konservative Lager sich nicht zu schade, hohle Phrasen und blinde Parolen zu schmettern um ihren Machtanspruch zu untermauern. Wenn selbst die liberale Zeit gegen einen Ministerpräsidenten der LINKEN schießt und dabei die in Westdeutschland verwurzelten politischen und gesellschaftlichen Eliten der Bundesrepublik sich dran machen, dass alles so bleibt wie es ist und Deutschland sich weiter dem Markt ergibt, müssen wir PIRATEN es hinterfragen. Der Markt in seiner bisherigen Form ist suboptimal und auf europäischer Ebene in einer Krise. Unsere deutschen Eliten planen nicht tiefgreifende Reformen um die Ursachen der Krise zu beheben, wozu auch die Fixierung der deutschen Wirtschaft auf den Export zählt. Stattdessen versucht die Bundesrepublik auf Kosten der anderen Europäischen Staaten eine neue Form der Hegemonie, welche sie eigentlich nicht braucht. Die deutsche Gesellschaft ist konservativer und nationalistischer geworden und die Medien unterfüttern dies nur zu gerne. Statt Waffen ist die Wirtschaft des „Deutschen ganzer Stolz“, und der EURO ermöglicht es Deutschland seine Waren billiger als Möglich auf den Markt zu werfen. Wirtschaftsexperten warnen vor diesem Zustand und Deutschland sollte die Binnennachfrage wie auch die Sozialausgaben erhöhen und dazu weg vom „Goldenen Kalb Export“ kommen. Diese Wahrheiten finden jedoch in der politischen Landschaft und ebenso in der Gesellschaft kein Gehör und bleiben auf Diskussionen der akademischen Welt beschränkt. Dazu kommt eine Abschottung des Bürgertums, welche aus Angst vor sozialen Abstieg ihres Nachwuchs dazu übergeht, dass man sozialen Aufstieg sei es durch Bildung oder Heirat möglichst minimiert. Das Wutbürgertum hat wie damals in Stuttgart oder bei dem Begehren gegen eine moderne Bildung in Hamburg seine harte Fratze gezeigt. Nein, man erwartet vom Staat dass er dieses bürgerliche konservative oder alternative Weltbild durch Verordnungen und Gesetze unterfüttert. Das Rauchverbot in NRW zum Beispiel ist ein Symbol das von den GRÜNEN propagierte durch staatlichen Druck zu erreichende Leben in einer alternativen und dem grünen Milieu zugeneigten Welt. Dabei sind ökologische Produkte so teuer, dass es sich nur eine elitäre Minderheit in ausreichenden Maßen leisten kann. Mit Hartz IV denkt man nicht daran, ob eine Mahlzeit ökologisch ist.
Gleichzeitig will man sein bequemes Leben weiterführen und Verzicht nur von denjenigen Fordern die sich nicht wehren können. Verzichten soll der andere und wenn es sein muss auch auf seine Bildung, die er sich aufgrund der Mieten und anderer Faktoren nicht unbedingt leisten kann. Dazu kommt das heute noch Bildung wie zur Zeiten der PISA Studie vom Einkommen der Eltern abhängig ist und in Deutschland kaum Anstrengungen unternommen sind, diesen Zustand zu ändern. Stattdessen sollen Einwanderer in Massen dieses Problem lösen und Langfristige Anstrengungen zur sozialen Verbesserung werden nicht unternommen. Dazu kommt, dass man wenn es geht nicht will dass diese Einwanderer sich integrieren können und der deutsche Arbeitsmarkt war lange von der Freizügigkeit ausgenommen, wenn es Leute aus Staaten betraf denen man vorwarf dass sie nur in die sozialen Sicherungssysteme einwandern wollen. Die Einwanderung nach Deutschland wird auch heute 2014 vor allem unter dem Aspekt der Gefahr diskutiert und Chancen werden gerne ausgeklammert. In diesem gesellschaftlichen Milieu können Parolen der AfD nur zu gut gedeihen. Gleichzeitig meldet die ZEIT in ihrer Ausgabe für diese Woche, wie junge Frauen nur Single bleiben können und widmet sich dem Phänomen, dass gut ausgebildete Frauen keinen Partner finden. Auf Datingseiten im Internet wird den Frauen dabei suggeriert, dass sie nur einen ökonomisch Stärken Partner daten sollen und es wird Druck aufgebaut dass Frauen weiterhin nach dem Prinzip vorgehen soll(t)en dass sie ökonomisch potentere Partner sich suchen wollen und sie am Ende weiter in den Strukturen des Patriachats gefangen sind. Denn wenn es dann um eine Auszeit geht, wird es die Frau sein welche den Kürzeren zieht. So bleibt alles wie gehabt beim Status Quo.
„We are young and we are free“, dieses in vielen Lieder geäußerte Motto sagt aber, dass wir uns eine andere Welt erträumen. Wir wollen einen Partner auf Augenhöhe und Ökonomie sollte nur an hinterer Stelle stehen. All die Ratschläge und der Gesellschaftliche Druck nach Einhaltung des Status Quo ist uns zuwider. Wir wollen selbstbestimmt leben und das über die Geschlechter hinweg. Männer stellen das traditionelle Männerbild und das Gehabe in Frage. Auch die Männer ändern sich und man versucht sie wieder auf Linie zu bekommen. Wir müssen die Systemfrage stellen und einen Wunsch nach einer menschlichen Gesellschaft muss unsere Maxime sein. In klassischen Parteien werden es junge Menschen schwer haben. Denn die Mehrheit in diesen Parteien besteht aus alten Menschen. Wir als junge Generation müssen aus unserer Selbstverschuldeten Apathie wach werden und voller Mut und mit viel Krach die politische Bühne betreten, wenn wir nicht wollen das unsere Zukunft verspielt wird. Wir müssen das große Ziel nach Wandel vor Augen haben und sollten „liebgewonnene“ Verhaltensweisen der Jugend nach Dissens und lauter Diskussionen um den Selbstzweck willen, was auf Twitter schnell in Flamewars ausartet ablegen und strukturiert mit Wut auf die wahren Verursacher unserer Misere und unserer Unfreiheit agieren. Wir sind weniger als sie doch wir haben die Zukunft auf unserer Seite. Packen wir es an!

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