Politik: PIRATEN und nicht die AfD sind die Erben des Liberalismus

PIRATEN sind die Chance für unsere Generation. Hier versuchen die Leute die zum ersten Mal selbstständig und ohne Anleitung der älteren Generationen neue Ideen in die Politik zu bringen. Dabei ist es so, dass natürlich Fehler gemacht werden. Viele Ideen werden schnell in den Raum geblasen und wir PIRATEN nehmen es ernst, dass jeder mit seinen Ideen sich beteiligen kann. Wir wollen keine Fachdiskussionen führen, wo die Leute ausgeschlossen sind. Wir PIRATEN sind für einen Pluralismus der Ideen und finden die Idee faszinierend, dass man Erfahrungen aus der digitalen Welt, wie das alle mit ihren Fähigkeiten an einem großen Projekt mitarbeiten in die Welt der Politik transferieren. Dabei sehen wir uns als undogmatisch an und es bedarf vielerlei Anstrengungen Leute welche die Partei nach ihrem Wunsch umbauen wollten in die Schranken zu weisen.

Jetzt ist es so, dass nach dem „Hype“ um die PIRATEN erst einmal wieder erneute Aufbauarbeit angesagt ist. Dabei sind heute PIRATEN wichtiger denn je. Viele Leute sehen sich nach dem Ende der FDP nach einer neuen progressiven liberalen Kraft. Die AfD kann dieses Versprechen nicht erfüllen, da sie nur wirtschaftsliberal ist und sonst ein sehr repressives Programm hat. Dabei sind viele Medien teils skeptisch über die AfD, doch ihre Wähler leben ein Leben welches in ihrem politischen Denken, gegen den „sozialen Mainstream“ gerichtet ist und wollen mit den „Systemmedien“ nichts zu tun haben. Sie verachten den Pluralismus und wollen einfache Lösungen in einer komplexen Welt haben. Sie sind immer noch im Denken der Linken verhaftet, welche aus der Zeit des Kalten Krieges kommt, dass die NATO und die USA „böse“ sind und alles was mit Russland zu tun hat Gut ist. Deutschland soll sich aus der Westbindung lösen und zurück zu einer in der Vergangenheit als schlecht erwiesenen Schauckelpolitik zwischen Ost und West zurückkehren. Dabei wird ein Weltbild bemüht, welche dem 19. Jahrhundert genügt und dabei übersehen, dass die Welt heutzutage viel Komplexer ist. Auf dem Montagsdemos werden Mythen bemüht und an Weltbildern gebaut, welche „Sektencharakter“ haben.

In der Sozialpolitik werden von Seiten der AfD radikale Marktvorteile und Sozialabbau propagiert und eine Verhinderung, dass sozial Schwache an Bildung partizipieren können, so dass diese keine Chance auf sozialen Aufstieg haben. In Hamburg hatte das „Bürgertum“ erfolgreich geschafft, dass Schulreformen welche das Gymnasium in den Fokus rückten und eine bessere Teilhabe der sozial schwächeren Milieus und der Bildungsfernen Schichten neue Möglichkeiten des Bildungserwerbes ermöglichten aufgehalten wurden. Dabei wurde bei der ARD Sendung Monitor gezeigt, dass viele Eltern des Bürgertums in Hamburg davor Angst hatten, dass ihr Nachwuchs mit den dann besser ausgebildeten Kindern aus den anderen Milieus konkurrieren muss und dann eventuell nicht die ökonomischen und sozialen Vorteile einer besseren Bildung für sich alleine genießen können. Dazu kommt auch die Gefahr des „sozialen Abstiegs“. Diese Milieus der Nutznießer des Status Quo welche sich CDU und AfD zugehörig fühlen, ignorieren dass Deutschland mehr Fachkräfte braucht und der soziale Wandel uns vor neuen Herausforderungen stellt. Anstatt mitfühlend zu sein, wird propagiert dass jeder nur sich selbst und seinem sozialen Milieu am nächste sein soll. Dazu kommt in der digitalen Welt und auch durch versuchten sozialen Druck, dass Liebesbeziehungen welche über soziale Milieus sich erstrecken massiv angegriffen werden und Datingcommunitys darauf achten, dass nur Leute aus einem gemeinsamen sozialen Milieu füreinander in Frage kommen. Gerade Frauen die sich entscheiden, einen ökonomisch schwächeren Partner zu nehmen werden massiv angegriffen und der STERN hatte vor einigen Monaten dies als Aufhänger eine Ausgabe genommen um solche Paare zu proträtieren und Frauen zu ermutigen die Herrschaftssysteme des Patriachats wo sie immer einen Mann der sozial über ihnen steht, wählen sollen zu hinterfragen.

Die AfD steht für diese Strukturen und Analysen des Wahlprogramms der AfD zeigen, dass diese eine Politik für die Eliten des Landes, seien sie Eliten an ökonomischen oder sozialem Kapitals. Teile der UNION sind mit den Leuten der AfD vertraut speisen sie sich doch aus einem ähnlichen Milieu und die AfD versucht mit einfachen Parolen wie in den Neuen Bundesländern erfolgreich sozial Schwächere zu täuschen und für ihre Partei zu gewinnen, ohne dass diese sich der Konsequenzen einer Umsetzung der Ideen der AfD bewusst sind. Die Medien können kaum etwas dagegen machen, da diese Leute den Medien in Deutschland generell misstrauen was auch daran liegt, dass die Medien durch eine Verminderung der Qualität und einem vermeidlichen Verlust des Pluralismus in der Medienlandschaft, zu „einseitig“ geworden sind. Russland nutzt ja gerade diese Stimmung um einen Pro-Moskauer Sender welcher auf Linie von Putin ist die Köpfe und Herzen dieser Leute nun für sich zu gewinnen.

Bei uns PIRATEN müssen wir in dieser Situation überlegen wie wir uns mit neuen Impulsen am besten im politischen System bewegen. Im ökonomischen Vergleich ist uns die AfD überlegen und auch das Parteiengesetz wurde überarbeitet, gerade damit wir PIRATEN nicht so sehr von den Zuschüssen der Parteienfinanzierung profitieren können. Wir müssen eine Politik machen und vorstellen, welche neben den klassischen Kernthemen auch unsere anderen Ideen wie das BGE und alles was an sozialen und ökonomischen Ideen zur digitalen Revolution gehört bekannt machen. Dabei müssen wir Frech sein und gezielt neue Formen der Kommunikation außerhalb von Twitter und Facebook nutzen und die neuen Medien ebenso wie die klassischen Medien anfüttern und Kontakte knüpfen um Vertrauen zu erneuern. Anzeichen einer gewissen Metamorphose der Partei sind zu erkennen und es bleibt in Hamburg abzuwarten ob dies schon eine gewisse Richtung zum besseren zeigt. Wir müssen davon weg kommen, dass man Leute die ohne Konzept sind ihre eigene Suppe als Parteiideen in den Äther stellen und professioneller und mit einer gewissen Corporate Identity und klaren neuen Ansprechpartnern auftreten, welche wir pushen müssen. Vieles muss gebündelt werden und was wir als PIRATEN brauchen um zu bestehen ist ein „Neubau“ des Schiffes bei voller Fahrt. Vieles muss in Frage gestellt werden und die Ideen welche zu einem dezentralen Parteitag diskutiert werden sind ebenfalls gut, genauso wie die Frage ob wir am Ende doch Delegierte brauchen. Dabei sollte diese Partei es ermöglichen, dass wir faire Diskussionen führen und Trolle aussperren. Vieles Gute geht in dieser Partei nun in die richtige Richtung. Dennoch müssen wir immer schauen was wir neu und besser machen können. Wir müssen die vielen Flüsschen bündeln und wieder zu einem reißenden Strom werden, welcher neue Kraft und Erfrischung in die Politik bringt. Ich bin zuversichtlich, da viele die in der Partei geblieben sind, diesen Wunsch haben und die PIRATEN im Gegensatz zur AfD als wahren Vertreter eines modernen Liberalismus im 21. Jahrhundert sehen.

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5 Antworten zu Politik: PIRATEN und nicht die AfD sind die Erben des Liberalismus

  1. Basispirat schreibt:

    Hat dies auf Swen Kuboth rebloggt und kommentierte:
    Ich möchte diesen Beitrag meinen Lesen anheim geben.

  2. alphachamber schreibt:

    „…dass man Erfahrungen aus der digitalen Welt, wie das alle mit ihren Fähigkeiten an einem großen Projekt mitarbeiten in die Welt der Politik transferieren.“
    Wie, bitte, „erfährt“ man denn eine virtuelle Welt? Im weiteren Teil Ihres Textes legen Sie ja Wert auf das bunte „touchy-feely“ der Gemeinschaft und schaffen damit diese ungeklärten Widersprüche, die eben einer rein enthusiastischen, aber immer noch perzeptiv denkenden, Gruppe anhaften. Es mag zwar konservativ klingen, aber Experimente mache ich gerne selbst und auf eigene Rechnung. Wenn ich eine Führung wähle (wählen m u s s), dann eine mit langjähriger, bewiesener Erfahrung. Sicher, das vermisst man auch bei der jetzigen Politik – aber die Piraten sind in diesem Bereich nicht das bessere Beispiel. Das scheinen ihre Wähler begriffen zu haben.

  3. Idahoe schreibt:

    Corporate Identy? BGE? Trolle aussperren? Wer definiert wer ein Troll ist? Vielfalt durch Aussperrung?
    Wer eine Anwort für JEDEN (das BGE) hat, muß ALLEN keine Fragen mehr stellen.
    Das BGE ersetzt bereits jede Sozialpolitik.
    Menschen vertrauen keinen Leuten, die Patentrezepte anbieten. An Patentrezepte kann der Mensch nur GLAUBEN.
    Monetarismus und BGE, viel Spaß beim (neo)liberalen Untergang.

    Ja, es braucht Piraten, aber keine angepaßte Piratenpartei.

    • japan001 schreibt:

      Wie sollen sie deiner Meinung nach es denn machen? Hast du da Ideen? 🙂

      • Idahoe schreibt:

        Veränderung bedingt Offenheit.
        Lernen bedingt Offenheit.
        Offenheit bedingt Vertrauen.
        Lernen zu lernen.
        Menschen offen begegnen.

        Das für mich sinnvollste Vorgehen besteht darin, Fragen an die Menschen zu entwickeln, die sie heute bereits bewegen. Ohne Menschen zum Nachdenken zu bewegen, wird nichts bewirkt. Das setzt voraus, dies selbst auch zu leben, denn vertrauenswürdig zu sein ist etwas völlig anderes, als Glaubwürdigkeit.
        Ein Schauspieler spielt glaubwürdig seine Rolle, das sagt nichts darüber aus, ob er auch vertrauenswürdig ist. Beispiele gab es auch bei der Piratenpartei zur genüge.
        Wasser predigen und Wein saufen kennen die Leute zur genüge. Übereinstimmendes Denken, (Aus)sagen und Handeln ist ein anstrengender Weg. Vielleicht sogar der einzige, um aus dem heutigen Dilemma herauszufinden.
        Menschlichkeit entsteht, indem man sich mit den Menschen befaßt. Keine Labels, keine Symbole nur das Handeln zählt.
        Wer von Begriffen wie Demokratie, liberal, links, sozial usw. redet, sollte auch erklären, was er selbst darunter versteht, denn werden teilweise stark abweichend verstanden.

        Ordnung und Bewegung entsteht nur durch Verständigung, das ist allerdings mit Menschen, die Sprache nicht zur Verständigung nutzen schwierig. Nachfragen ist allemal sinvoller als interpretieren.
        Menschen an Infoständen nicht überzeugen wollen, sondern auf diese eingehen. Klare begründete Haltungen entwickeln.

        Offenheit ist das Mittel gegen Seilschaften und Intrigantenstadl. Lernen sich klar UND verständlich auszudrücken, ohne rhetorische Schnörkel. Dazu ist eine Parteiinterne Initialzündung erforderlich. Das kann auf jedem Stammtisch beginnen, von Vorständen ausgehen, wer anfängt ist letztlich nicht wichtig, hauptsache es beginnt überhaupt.

        Das wäre ein Anfang.

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