Politik: Ukraine und ein bisschen Geopolitik

Das 19. Jahrhundert war gekennzeichnet von Staaten welche miteinander rivalisiert haben. Man hat Vorwände benutzt um seine Einflussspähren militärisch abzusichern. Damals herrschte Großmachtpolitik vor und man hat dabei wechselseitig Allianzen eingegangen und gebrochen.

Heute im 21. Jahrhundert ist es ähnlich. Auch wenn wir zu Beginn des Jahrhunderts die eine Supermacht USA hatten, welche den Kalten Krieg gewonnen hatte, sind wir jetzt wieder in einer Zeit des Umbruchs. Wir sehen wie China zur neuen Großen Macht im Pazifischen Raum wird und die USA in einigen Jahren herausfordern kann. Im Zentralasiatischen Raum haben sich China und Russland, welches unter Putin militärisch wieder erstarkt ist zusammen getan, um die USA aus dieser Region fernzuhalten. Dazu wollen sie auch den Iran einbinden, welcher nicht Mitglied des Shanghai Paktes ist. Die Iraner versuchen unter Rohani sich wieder dem Westen anzunähren, weil sie nur von ihm sich eine Verbesserung ihrer desolaten Ökonomischen Lage versprechen und die Bevölkerung von den Werten her, dem Westen näher steht als sie es Russland oder China tun. Jetzt meldet Israel, dass ein Frachter abgefangen wurde der Raketen nach Gaza bringen sollte.

Die Israelis verdächtigen den Iran. Damit soll die Entspannungspolitik zwischen dem Westen und dem Iran torpediert werden. Denn Israel braucht den Iran als Feindbild um Sympathien in der westlichen Welt für seine allgemein kompromisslose Politik zu bekommen. Doch Rohani taugt als Feindbild nicht so sehr wie sein Vorgänger und wie in anderen Artikeln im Blog schon geschrieben, braucht der Westen den Iran um sich im Nahen Osten abzusichern und Russland und China zu schwächen.

In Asien rüstet Japan wieder auf. Japan hat Interesse seine pazifistische Verfassung abzuschaffen und sich gegen China zu sichern. Dabei hat Japan ein Schiff vom Stapel laufen lassen, was de facto ein Flugzeugträger sein kann auch wenn es offiziell keiner istChina will unterdessen größere Flugzeugträger bauenDabei gibt es Rivalitäten zwischen China und Japan um Seerechte unter welchen  neue Ressourcen vermutet werden. Der Konflikt in der Ukraine ist am anderen Ende des Shanghai Paktes. Doch er ist nicht mit dem Konflikt zwischen China und Japan wegzudenken. Die Chinesen müssen Russland unterstützen, ist es doch ein  Test wie man den westlichen Einfluss nach Georgischem Muster am besten zurückdrängen kann. In Burma ist gerade ein demokratischer Wandel zu sehen und dieser Alliierte der Chinesen könnte ebenso wieder ins westliche Lager abwandern, was Peking seinem Zugang zum Indischen Ozean berauben würde. Dort hat China Flottenstützpunkte. Ebenso will man Pakistan weiter an seiner Seite wissen und ringt mit dem Westen um die Kontrolle.

Die Ukraine ist ein wichtiger Baustein in Putins Eurasischem Projekt was eine gegen EU sein soll. Die Russen versuchen so mit billigem Gas und Öl die Staaten an sich zu binden, während die EU mit einer ökonomischen Verbesserung seiner an sie geschlossenen Staaten setzt. Wenn China jetzt ebenfalls daran gehen würde andere Staaten zu entwickeln, was man beispielsweise in Afrika macht, dann kann es für Putins Projekt nur gut sein. Vor allem wenn China und Russland weiter kooperieren würden, da die Russen nicht über die ökonomischen Kapazitäten von China verfügen. Russland ist aber nicht in der Lage seine Wirtschaft substanziell zu verbessern. REUTERS meldet, dass ein  Konflikt mit der Ukraine der russischen Wirtschaft enorm schaden könnte.

Da müsste China eingreifen und die Russen stützen, wenn man verhindern will dass es in Russland soziale Proteste geben könnten welche für Putin eine Gefahr werden. China müsste also auf ökonomischem Gebiet intervenieren. Der Westen sollte dies bedenken und schauen, wie weit man Vertrauen gewinnen kann, wenn man die chinesisch-russische Kooperation schwächen will um selbst in der Region wieder eine vorherrschende Rolle innezuhaben. Doch im Moment sieht nichts danach aus. So gesehen sind wir in einem Zeitalter wo sich Blöcke bilden und Allianzen geschlossen werden zwischen mehreren mittelmächtigen Staaten um den einen großen – die USA in Schach zu halten.

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