Soziales: Kulturwüste Ruhr

Basierend auf den Bericht zur „Roten Flora“ frage ich mich wieso wir im Ruhrgebiet kein linkes Viertel haben. In Shadowrun wird Altenbochum als ein solches bezeichnet, in der Realität sieht es anders aus. In Wattenscheid sitzt die NPD. Mit dem Bahnhof Langendreer haben wir zwar ein alternatives Kulturzentrum, doch so zusammenhängend wie in Hamburg haben wir nichts. In Dortmund existiert die Hirsch Q eine linke Punkkneipe doch das Bermudadreieck ist voller Kneipenketten und die Pächter müssen eine so hohe Pacht zahlen, dass sich hier nicht eine alternative Kultur in der Innenstadt ansiedeln kann. Auch ist das Ruhrgebiet dezentral so dass es einige Locations gibt aber man kann nichts finden wo sich Modegeschäfte und Cafés für ein Studentisches, linksalternatives Publikum niederlassen kann. Der ASTA in der Bochumer Universität ist zwar links aber Querenburg der Stadtteil in Bochum ist doch eine Welt für sich. Hier ist man abgeschottet vom Rest der Stadt und als Auswärtigen verschlägt es kaum einen an die Universität und an das entsprechende Studentenviertel.

Kulturell ist das Ruhrgebiet immer noch Provinz. Das Schauspielhaus Bochum ist zwar eine der renomiertesten Stätten für Theater in Deutschland und die Bochumer Symphoniker sind ein Top-Orchester, doch alles wirkt im Ruhrgebiet wie ein paar bunte Tupfer im Meer von Grau. Kultur muss wachsen und hier im Revier gibt es nicht die entsprechende Atmosphäre die einen inspiriert und Kultur abseits vom Mainstream hat es schwer. Man müsste entsprechende Angebote schaffen die gezielt sich um das Revier kümmern. Es gibt im Ruhrgebiet mehr als Fussball und Schrebergarten. Diese Klischees findet man leider auch im Shadowrun Quellenbuch „Rhein-Ruhr-Megaplex“ wieder und wenn man bedenkt, dass in Hagen kaum ein Schild auf die Fernuniversität hinweist ist es schon traurig. Da ist Bochum schon weiter, auch wenn hier die Werbung am Hauptbahnhof mehr auf private Universitäten hinweist als auf die Universität die für alle da ist. Das Ruhrgebiet krankt an seiner Kirchturmpolitik. Der Nahverkehr welcher Städteübergreifend ist, ist eine Katastrophe und das Ruhrgebiet droht zu überaltern. Junge Familien finden nicht eine Atmosphäre die sie anspricht, vor allem wenn sie über ein entsprechendes Einkommen verfügen. Meine Schwester will sobald ihr Partner mit dem Studium fertig ist, am Liebesten von hier weg ziehen. Dabei ist sie mit ihrem Interesse an Alternativer Kultur und Bildung etwas was das Revier gut brauchen kann.

Natürlich muss so etwas organisch wachsen und doch kann man immer wieder versuchen von Seiten der Stadt solche Ansätze zu fördern, anstatt sie kaputt zu machen. Die Politik interessiert sich mehr für Events wie Kulturhauptstadt Europas doch die Mittel sind meistens mehr nach Essen geflossen. Essen ist dank der Industrie und EoN da weiter als Bochum welches wie mit dem VfL den ich liebe, in der zweiten Liga spielt. Wenn man jemanden in Bochum fragen würde, was die Stadt so liebenswert macht weiß man kaum etwas zu sagen. Bochum wirkt so provinziell, dabei könnte laut Aussage eines Professor für Kulturmangements das Ruhrgebiet zu einem zweiten Los Angeles werden.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Soziales abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s