Soziales: Geschlecht ist es sozial oder biologisch?

Es gab heute an der Fernuniversität Hagen eine Vorlesung für ein breites Publikum von einer Professorin aus Münster. Thema war wie weit die Geschlechter Unterschiede im Gehirn hat und wie weit die Verarbeitung von Informationen sich da unterscheidet.

Man hat herausgefunden, dass bei Männer und Frauen Informationen an anderen Stellen im Gehirn verarbeitet wird. Frauen sind auch schmerzunempfindlicher als Männer und Männer geben laut Studien gegenüber Frauen weniger stark an, dass sie Schmerzen haben. Man hat in der Vorlesung erfahren, dass die Verknüpfungen im Gehirn bei Frauen mehr zwischen den Gehirnhälften stattfindet und bei Männern innerhalb einer Hirnhälfte. Männer sind auch stärker im Verarbeiten von räumlicher Informationen.

Ich war da mit einem Professor der Soziologie. Wir fanden, dass Geschlecht mehr von der sozialen Wirklichkeit geprägt wird. Es klang auch im Vortrag immer wieder an, dass das Geschlecht mehr von sozialen Normen geprägt wird. Eine Masterarbeit wie in der Diskussion im Anschluss des Vortrages angesprochen wurde, kam zu dem Schluss das bei Fluglotsen 4% aller Bewerber durchkommen und Frauen da genauso abschneiden wie Männer. Es bewerben sich nur generell weniger Frauen und viele Frauen fühlen sich nicht für höhere Positionen geeignet. Aus meiner Zeit in der Browsergameszene weiß ich, dass viele Frauen wenn sie in höheren Positionen saßen von Team und Community mehr polarisiert wurden und man versuchte sie eher abzusägen und zu kritisieren als es bei Männern gewesen ist. Für viele auch in unserer Generation ist es manchmal noch schwer auch in einem Hobby eine Frau in einer Führungsposition zu akzeptieren. Auch konnte ich an der Zahl der Bewerbungen für einen Platz im Team der verschiedenen Browserspiele sehen, dass es mehr Bewerbungen von Männern gab.

Interessant ist das jetzt mit Ursula von der Leyen die Bundeswehr „familienfreundlicher“ machen will. Sie will dieses Thema mehr in den Vordergrund stellen. Es ist schon verwunderlich, dass sie mit einem eher „weichen Thema“ welches man vom Klischee her von einer Frau erwartet dass sie solche Themen anspricht. Dabei wird übersehen, dass die Rolle der Eltern sich ändert und die Väter von heute mehr und mehr Zeit mit ihren Kindern haben will. Wir leben gerade in einer Zeit wo eine neue Generation Kinder bekommen tut. Geschlechterrollen sind sozial geprägt auch wenn die These der Hirnforschung ist, dass das Patriarchat seine Spuren im Gehirn hinterlassen hat und es noch viel Zeit dauert, bis sich da etwas ändert. Ob Menschen die in einem Matriarchat leben andere Verknüpfungen haben weiß man nicht, da es dazu keine Studien gibt. Ich kannte einen Freund, der immer sich mit starken Frauen einließ. Dabei wollte er von ihnen immer dass sie ein klassisches System mit ihm als starken Mann akzeptieren und sagte zu mir, dass Frauen sich immer ein „Alphamännchen“ suchen. Natürlich ändern sich solche Positionen mit der Zeit doch gerade wenn man jung ist, suchen sich viele der Geschlechter Halt in Klischees. Bei Homosexuellen ist es interessant, dass viele ebenfalls oft unkritisch viele Stereotypen der Geschlechter kopieren. Als zwei schwule Freunde geheiratet hatten, waren sie irritiert als sie gefragt wurden wer denn die Frau nun ist und waren dagegen, dass sie Fotos machen sollen wo einer eher bittend in der Rolle der Frau abgelichtet sein soll.

Es ändert sich gesellschaftlich auf dem ersten Blick viel und die jungen Männer die nun Väter werden wollen eine andere Rolle als deren Väter übernehmen. Man muss einiges ändern, wenn man Anreize haben will dass junge Menschen sich für eine bestimmte Stelle entscheiden sollen. Es wird in der Frage auch noch viel zu forschen sein, auch wenn ich denke dass die Lösung eher sozial als biologisch ist.

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2 Antworten zu Soziales: Geschlecht ist es sozial oder biologisch?

  1. apoc schreibt:

    Angeblich sollen ja die 1950er Jahre (ja sogar die ganze Zeit davor) “patriarchalisch” gewesen sein — das glaube ich aber nicht. Ich vermute, dass dies eine dumme Lüge ist.
    Denn: Meines Erachtens gibt es seit mehr als 10000 Jahren — bedingt durch die Sesshaftigkeit und den Ackerbau — nur ein Matriarchat (siehe Johann Jakob Bachofen, 19.Jh., Basler) — und wir Männer sind dabei die grossen Opfer der Frauen gewesen (im Gegensatz zur Steinzeit, wo es noch keine gegenseitige Versklavung gab).
    Denn: als Sklaven der Frauen mussten wir uns abrackern, Geld nach Hause bringen, Energien zur Verfügung stellen (durch die Erfindung von Atomkraftwerken etc.), in den Krieg ziehen (wobei die Frauen immer stolz sind auf die heimkehrenden Männer), etc.
    Und: die meisten Männer scheinen dieses ihr “Sklavenleben” sogar noch genossen und damit geprahlt zu haben (falls sie überhaupt je gewusst haben, dass sie Sklaven bzw. Kanonenfutter sind…).
    Frauen können sich theoretisch auch ohne Männer fortpflanzen (wie z.B. fast alle Tiere) — darum sind Männer eigentlich fast “unnötig”.
    Bis auf eines: würden sich Frauen AUSSCHLIESSLICH durch Jungfernzeugung (Parthenogenese) fortpflanzen, käme es nach einigen Generationen zur genetischen Instabilität, weil die Vielfalt der Gene abnehmen würde.
    Darum ist für Frauen hin und wieder Sex mit Männern notwendig, weil sonst die weibliche Keimbahn aus dem Ruder läuft.
    Aber ansonsten sind Männer ziemlich unnötig — ausser eben im Rahmen der Sesshaftigkeit zum Pflügen, Waffen schmieden und zum Kriege machen, weil hier Männer eben “muskelmässig stärker” zu sein scheinen (“Rüstungswettlauf” — die Waffen und Muskeln sind immer stärker geworden!). In alten Kulturen sitzen jedoch die Männer lieber herum und schwatzen den ganzen Tag lang auf der Bank vor dem Haus oder philosophieren den lieben langen Tag…
    P.S.:
    Weil es rein biologisch nur wenige Männer zur Stabilisierung der Keimbahn braucht, können es sich Frauen im Rahmen des Matriarchats sogar leisten, Jahrhundert für Jahrhundert Millionen von Männern einfach so auf dem Schlachtfeld zu “verheizen” (und die Männer als Sklaven der Frauen spielen hier sogar sehr willig mit!).
    Kriege sind natürlich ein willkommenes Mittel, um NOCH MEHR Energien (Ackerboden, Erdöl, Erdgas) zu erobern, und damit noch mehr Fortpflanzung (weibliche Keimbahn!) zu ermöglichen.
    Und dabei sind die (männlichen) Waffen und Muskeln (Olympia, mit Doping…) immer stärker geworden — alles nur im Dienste von Frauen (bzw. der weiblichen Keimbahn)…

  2. Thegrea Miben schreibt:

    Ich vermute. Ich denke. Ich finde. Eine Arbeit. Es wirkt. Es scheint. Macht den Eindruck.
    Angeblich. Meines Erachtens. Die meisten scheinen. Ich hatte da mal. Herrlich!

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