Politik: Syrien – Der Westen steckt in einem Dilemma

 

 

Deutsch: Karte von Syrien CIA World Factbook

Deutsch: Karte von Syrien CIA World Factbook (Photo credit: Wikipedia)

 

Foreign Affairs stellt sich die Frage was die rechtlichen Konsequenzen aus illegalen Kriegen sein werden. Die Fachzeitschrift schreibt, dass die USA bald erst einmal direkter Beteiligter im syrischen Bürgerkrieg sein werden. Nun haben die USA sich doch nicht so schnell für eine Intervention in Syrien entschlossen. Präsident Obama will erst einmal den Kongress in Washington für eine Zustimmung für eine militärische Intervention in Syrien bemühen.

 

So hat Assad erst einmal Zeit gewonnen. Dies kann genutzt werden um der Diplomatie noch einmal eine Chance zu geben. Auch wenn in Syrien es danach aussieht, dass der Bürgerkrieg weitergeht und das Land mehr und mehr zu zerfallen droht, weil keine Seite wirklich eine Hoheit im Krieg zu haben scheint. Dazu kommt, dass die Gegner von Assad  sehr heterogen sind und dadurch nach einem eventuellen Sieg über das alte Regime die verschiedenen Parteien versuchen könnten, mit Waffengewalt um ihre Rolle im „neuen Syrien“ zu kämpfen.

 

Es wird in Syrien jedenfalls um eine Vorherrschaft in der Region gekämpft. Hier versuchen die Sunniten sich gegenüber einer schiitischen Minderheit neu zu positionieren und für die USA ist ein Ende von Assad eine willkommene Schwächung der iranischen Position in der Region welche einen wichtigen Verbündeten verlieren würde. Die Hisbollah unterstützt ja eben aus den gleichen Gründen die syrische Regierung in diesem Bürgerkrieg.

 

Nun kam es im Libanon zu einem Bombenanschlag in einer Hochburg der Hisbollah hinter der sunnitische Extremisten vermutet werden. Die Konfliktlinien im syrischen Bürgerkrieg drohen nun also mehr und mehr auf den Libanon hinüber zu greifen und die Christen in Syrien stellen sich durch die Islamisierung der Opposition mehr und mehr auf Seiten von Assad welches wiederum Auswirkungen auf die Christen im Libanon haben wird.

 

Die USA müssen handeln und den Krieg in Syrien irgendwie beenden, denn die Islamisten in der Opposition werden von Tag zu Tag einflussreicher. Sie bauen ein soziales Netz in den von ihnen Kontrollierten Gebieten auf und werden dabei von anderen Mächten im Ausland unterstützt. Das in Syrien nun ein zweites Afghanistan entstehen könnte, wäre jedenfalls nicht im Sinne des Westens und der USA. Obama sieht sich auch aus diesen Gründen zum Handeln gezwungen, auch wenn Russland und China die syrische Regierung unterstützen.

 

Die USA sind aber Kriegsmüde und man fragt sich in Washington können die USA einen weiteren Konflikt mitten in einer wirtschaftlich turbulenten Zeit aushalten. Auch wenn die Republikaner zum Teil offen für eine Intervention der USA in Syrien sind, so darf man nicht vergessen, dass Obama vor allem vor hatte Krieg zu beenden um die USA wieder neu zu positionieren. Doch kann man Syrien nicht sich selbst überlassen, weil sonst der Iran gestärkt wird wenn Assad gewinnt oder sunnitische Islamisten wenn sie sich in der Opposition durchsetzen sollten, ein zweites Taliban Afghanistan direkt an der Grenze zu Israel aufbauen könnten. Die USA sind also in einer Zwickmühle und der Iran unterdessen kann sein Atomprogramm beenden.

 

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