Politik: Olympia und Putin

Das „Homosexuellen Gesetz“ wird in Sotchi zur Olympiade ausgesetzt. So kann man den Artikel zusammen fassen. Russland zeigt sich in Sachen Gesetze und ihrer Anwendung wieder einmal kreativ. Nachdem man in der Duma ein umstrittenes Gesetz verabschiedet hat, welches das Homosexuelle Leben in Russland quasi unter Strafe stellt, soll es für die Olympiastadt Sotchi wo die nächsten Winterspiele stattfinden werden nicht gelten.

Da zeigt sich mal dass in Russland die Gesetze so angewendet werden, wie es Putin  gerade will. Man ist sich um den Imageverlust gewahr, sollte man plötzlich gegen homosexuelle Olympiateilnehmer während der Spiele vorgehen müssen. Das Olympische Komitee macht dabei keine gute Figur. Es sagt, dass es zwar gut ist das die Spieler nun ohne Angst vor Verfolgung durch die russischen Behörden teilnehmen können wenn sie homosexuell sind, doch generell äußern sie sich nicht mehr als in den üblichen Phrasen die das olympische Komitee Tag ein, Tag aus von sich gibt. Das die Olympischen Spiele gerne in Staaten auch veranstaltet werden, die nicht so unbedingt frei sind, ist uns in China wieder einmal zur Gewissheit geworden. Die KP in China hat die Spiele genutzt um massiv für sich Propaganda zu machen. Das IOC hat dies akzeptiert und die Proteste welche es weltweit gegen die Spiele in China gab ignoriert.

Dazu kommen nicht nur beim IOC Skandale um seine Funktionäre, die FIFA musste zum Beispiel bei der Vergabe der WM in Katar einräumen, dass Bestechungsgelder geflossen sind und das IOC hatte in der Vergangenheit in dieser Frage auch nicht so die reine Weste. Wenn man von den Spielern erwartet, dass sie fair bleiben, so kann man es auch von seinen Funktionären erwarten. Das IOC ist nun mal mit den Olympischen Spielen, sehr wichtig als Marke für die Welt. Die Spiele schaffen einer Stadt nicht nur während der Spiele eine internationale Aufmerksamkeit und es ist eine gute PR für Stadt und Region. Nicht umsonst hatte damals das Ruhrgebiet versucht damals die Spiele zu bekommen, als es dann aber in der nationalen Vorausscheidung gegen Leipzig unterlag.

Die Spiele sind auch immer ein politisches Ereignis, auch wenn das IOC es nicht gerne sieht und die Spiele versucht im Luftleeren Raum zu gestalten, sollte man sich an die Spiele von 1980 in Moskau und die Spiele von 1984 in Los Angeles erinnern, wo es im Vorfeld zu massiven politischen Verstimmungen und Boykotts im Rahmen des Kalten Krieges gekommen war. Das man nun Putin eine Chance gibt sein Russland so zu präsentieren wie er es will, ist da schon etwas fragwürdig.

 

EDIT Auf Facebook ist gerade eine Aktion angelaufen, die einen Protest im Netz gegen Putins Homosexuellen Politik machen will. Hier mal der Link.

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3 Antworten zu Politik: Olympia und Putin

  1. Gerry schreibt:

    Gefällt mir sehr gut.
    Regt zum Nachdenken an.

  2. Gerry schreibt:

    Sehr guter Bericht.
    Gefällt mir Sehr gut regt zum abdecken an.

  3. Mark schreibt:

    Das ist der Lauf der Dinge. Die globale Informationsstruktur der Gegenwart zeigt uns Entwicklungen und Synchronizitäten in stets wachsender Geschwindigkeit auf. Die Gefahr der selektiven bürgerlichen Empörung ist stark gestiegen. Gerade in Hinsicht auf mediale Verbreitung von Informationen, deren Intention und Relevanz. Es ist auch eine Chance Verhältnismäßigkeiten, gar nicht einmal bewusst, auszublenden. Eine Ablenkung von der Frage im Umgang mit meinem eigenen Leben, den Menschen in meinem nahen und generellem Interaktionsumfeld.

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