Soziales: Die öffentliche Betrachtungsweise von Pen and Paper Rollenspielen

Pen and Paper Rollenspiele sind kein neues Phänomen. Seit den 1970iger Jahren sind sie in der Öffentlichkeit bekannt und werden kritisch und manchmal auch misstrauisch beäugt. 1995 nannte Dr. Jeannette Schmid vom psychologischem Institut der Universität Heidelberg bei einem Vortrag auf  Einladung des Realschullehrerverbandes und der Volkshochschule Schwäbisch-Hall am 4. Mai 1995, dass verglichen mit manch anderen Hobby hat Rollenspielen zunächst den für Eltern und Lehrer augenfälligen Nachteil, daß es nicht auf eine zukünftige Berufstätigkeit vorbereitet, also “nichts nützt”. Auch das gesellschaftliche Ansehen ist nicht gerade hoch. Rollenspieler sprechen nicht nur eine teilweise unverständliche Fachsprache, sie sondern sich zuweilen auch von Mitschülern und Geschwistern ab.

Auch wird gesagt dass in Deutschland manche Menschen in ihren religiösen Weltbild verletzt werden, wenn biblischen Themen benutzt werden um zu Unterhalten. Auf der anderen Seite wird es von der Gesellschaft akzeptiert, dass die Religion in der Popkultur seinen Platz hat. Ein Referat an einer Schule macht es deutlich. Aber es gibt auch eine Reihe von Büchern zu diesem Thema. Ich will hier an dieser Stelle stellvertretend nur das Buch von Andrew Greeley: „Religion in der Popkultur“ nennen.

In der Vergangenheit wurde eine Menge psychologischer Arbeiten zum Thema Pen and Paper Rollenspiele verfasst. Dabei wurde unter anderem die Frage gestellt ob psychische Anomalitäten bei Rollenspielern häufiger zu finden sind, als bei der Normalbevölkerung. Eine Studie vom „Center for the Study of Suicide“ aus Blackwood in den USA widerlegt das. So gab es auch eine Studie über die Persönlichkeit von Rollenspielern aus Großbritannien. Interessant ist auch dieser neuere wissenschaftliche Artikel der eine ganz klare Fragestellung hat.

Die Öffentlichkeit lehnt Pen und Paper Rollenspiele ab. Der öffentliche Diskurs ist sehr von Vorurteilen und Nichtwissen geprägt. Wenn Rollenspieler in den Medien auftauchen, werden sie als Anormale Sonderlinge dargestellt. Rollenspieler entziehen sich von der Gesellschaft definierten sozialen Normen. Männer, die meisten Rollenspieler sind in den Augen der Gesellschaft männlich sollen effizient sein. Sie sollen einen Beruf ergreifen und männliche soziale Rollen ergreifen. Da wird Fantasie und eine gewisse Kreativität, solange sie sich nicht auf technische Gebiete ausdehnt, abgelehnt. Dies trifft Computerspieler ebenso. So hat RTL 2011 mit einem die Gamer diffamierenden Bericht von der Gamescom für Schlagzeilen im WorldWideWeb gesorgt. Hier zeigt sich das Bild welches die Gesellschaft von Männern hat. Sie sollen alles tun um eine Frau kennenzulernen und ein typisches männliches Verhalten an den Tag legen, welches man DEM Gamer genauso wie DEM Rollenspieler abspricht.

Das jetzt DIE Gamer sich beginnen politisch zu Organisieren und bei den PIRATEN auch eine Menge Rollenspieler zu finden sind, macht der Gesellschaft Sorgen. Hier organisiert sich über das Internet eine neue Generation mit ihren eigenen Werten und Normen. Unsere Generation hinterfragt die Methoden der Macht und die herrschenden Werte und Normen. Es gilt für Rollenspieler in ihrer sozialen Struktur sich zu organisieren und WENN sie ein eigenes soziales Milieu sind, dann auch zu schauen wie man Einflüsse auf die Gesellschaft geben kann damit man sich nicht von ihr abspalten wird. Die Gesellschaft der Zukunft wird von uns gemacht. Unsere Generation ist am Zug.

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