Gehen die Piraten unter? – Politik der „Generation Twitter“

Die Tagesschau bringt in einem neuen Artikel ein eher zwiespältiges Bild von den Piraten. So habe ich das Gefühl jedenfalls. Man konzentriert sich im ersten Teil erst einmal auf die Person Katharina Nocun. Klar Personen damit können die Medien etwas anfangen. Auch, dass sie eine Frau ist, ist für die Medien interessant. Frauen und Piraten das passt nicht in den Augen dank den Klischees die die Älteren von den Piraten haben zusammen. Dabei übersehen sie, dass die Piraten mehr sind als eine Internetpartei. Sie sind eine Partei unserer Generation. Die Piraten sind für uns, unser Versuch die Politik für uns begreifbar zu machen und selbst zu gestalten. Sie treffen das Lebensgefühl der „Generation Twitter“. Soziale Medien sind für uns wichtig und ändern das soziale Miteinander unserer Generation. Es betrifft die Liebe wie auch andere Bereiche und natürlich ist auch der Weg wie unsere Generation Politik macht davon betroffen.

Der Abgesang der Piraten und das hoffen des Establishments dass sie Scheitern kann man aus allen Artikeln die in letzter Zeit über die Piraten gemacht worden sind herauslesen und hören. Man kann etwas nicht einordnen, es ist fremd und deswegen soll es aus der Welt geschrieben werden. Die Piraten kann man nicht mehr ignorieren. Man kann aber versuchen sie ins lächerliche zu ziehen. Ich frage mich ob man mit den GRÜNEN damals genau so umgegangen ist. Die Piraten weigern sich (noch?), faule Kompromisse einzugehen. Man will etwas verändern. „Klarmachen zum Ändern“, das ist ihre Parole. Es trifft das Gefühl unserer Generation die sich politisch orientieren muss sehr gut. Wir wollen nicht den Status Quo. Wir wollen dass sich etwas in Deutschland bewegt. Allen Hindernissen zum Trotz!

Ich denke nicht, dass die Piraten untergehen werden. Die Zeit spricht eigentlich für die Piraten, da unsere Generation einfach einen Vorteil hat. Wir fangen erst an die Politik zu gestalten. Die Alten müssen einfach irgendwann das Feld räumen. Wichtig ist, dass wir unsere politischen Themen nach vorne bringen und für unsere Generation die nötigen Antworten finden. Das Internet kann helfen und wir haben mit den Protesten gegen ACTA gezeigt, dass unsere Generation auch auf die Straße gehen kann.  Dies hatte uns unsere Elterngeneration ja auch abgesprochen.

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8 Antworten zu Gehen die Piraten unter? – Politik der „Generation Twitter“

  1. Michael Geyer schreibt:

    Nur für eine Generation zu stehen, die sich auf Twitter reduzieren lässt, reicht nicht aus. Die Piraten haben es versäumt politische Positionen zu besetzen. Ebenso können sie ihre eigenen Ideale innerhalb der Partei nicht leben. Die Beteiligung bei Onlinabstimmungen und die Dominanz einzelner Persönlichkeiten in Debatten spricht hier Bände.
    Einzig der Sog einer Idee, nämlich Politik könne anders funktionieren, trieb die Partei an. Nur enttäuschten die Neulinge dort, wo sie Verantwortung bekamen. Sie offenbarten einen Dilletantismus, der nicht tragfähig ist und produzieren selbst einen Lacher nach denn. Beispielhaft dürfte die Forderung nach dem Zombiehandbuch in Berlin gewesen sein.

    • japan001 schreibt:

      http://schoresch.me/2013/05/10/politik-mussen-sich-die-piraten-breiter-aufstellen/ Da frage ich ja ob die Piraten sich breiter aufstellen müssen.

      • Michael Geyer schreibt:

        Der Artikel lässt nun auch nicht mein Herz für Piraten höher schlagen. Viel mehr kann die Kernfrage kaum beantwortet werden. Ja, die Piraten müssen sich breiter aufstellen, aber wie und in welchen weiteren Themenfeldern fehlt dort irgendwie.
        Um das Thema Frieden und Umwelt koppeln sich mehrere Themenkomplexe an, Netzpolitik hingegen sehe ich als eher statisch und in sich geschlossen. Die Piraten taug(t)en nur als Agenda-Setter und selbst heir waren sie weniger erfolgreich.

    • japan001 schreibt:

      @Michael Geyer ich denke, dass es da eine Möglichkeit geben kann. Wie ich ja sagte finden sich in Sachen Netzpolitik schon verwandte Themen wie Freiheit aber auch Demokratisierung und natürlich die Frage wie weit es ein Lebensgefühl der jungen Generation und ihr Gefühl der Hoffnungslosigkeit ist. Diese Themen spricht die Dame ja auch in ihrem Artikel auf der Zeit an. Aber wir reden zu wenig von Lösungen und lassen die anderen EInfach machen.

      • Michael Geyer schreibt:

        Ich persönlich sehe mich jetzt nicht als Bestandteil einer hoffnungslosen Generation (ich bin 24 Jahre alt). Die Themenkomplexe Demokratisierung im Sinne einer Direktdemokratie wird und wurde ja bereits durch andere Parteien aufgegriffen, allen voran die Grünen. Die Sache ich also eher ein alter Hut.
        Die Praxis innerhalb der Piratenpartei habe ich ja bereits eingeworfen. Sehr interessant dazu ist diese Reportage der WiWo: http://www.wiwo.de/politik/deutschland/undercover-in-der-piratenpartei-mein-leben-als-pirat/6527914.html
        Leider schon wieder etwas älter.

        Die Partei ist schlechtr verwaltet, hat kein gutes Personal (und jetzt schon wieder eine junge Studentin an der Spitze), keine Erfahrung und kann keine klare Strategie verfolgen, da man selbst blockiert.

        • japan001 schreibt:

          Hi, ich denke dass diese These an sich sicher zur Diskussion zu stellen ist. Ich bekomme jetzt in meinem Persönlichem Umfeld schon mit, dass es viele gibt, die Sagen, dass die Stituation bescheiden ist und Hoffnung nicht gegeben ist, Viele sind mit der Politik auch überfordert und ziehen sich dann zurück.
          Ich denke, dass die Piraten im Moment noch in einer Sturm und Drang Zeit sind. Wieso es weider eine Studentin ist? .- Ich denke viele Piraten rekrutrieren sich aus diesem Mileu und Sprechen die Lebenswirklichkeit dieser Gruppe an.

  2. Katarina schreibt:

    Wer ist diese ominöse ‚unsere‘ Generation?

    Gerade wenn eine Meinung, wie in diesem Blog häufig geäußert, ihren Ursprung in
    einer persönlichen Gefühlswelt hat und ihr Ton einen gewissen Einfluss von
    Sentimentalitäten nicht zu verbergen weiß.

    Viele Mitglieder der ‚Generation Twitter‘ sehen sich nicht als Teil dieser,
    betrachten soziale Medien durchaus kritisch und setzen sich differenzierter
    mit dem Bezug, so wie dem Umgang, von Informationen auseinander.

    Polemisierungen mit linkem Einschlag, so wie Pauschalisierungen, alle Medien
    schlügen den gleichen Ton gegenüber den Piraten an und der Ableitung
    daraus, gegenüber ‚unserer‘ Generation, hilft auch nur bedingt weiter.

    Ich fühle mich mit Mitte 20 nicht angesprochen, von diesem ‚Wir‘,
    das hier vermittelt werden soll. Es klingt mir zu sehr nach einem Ich,
    dass sich selbst, und seiner Ansicht, Rückhalt in der Mehrzahl geben möchte.

    Die Betrachtung der Elterngeneration stößt an die Grenzen der Dämonisierung
    und wirft bald eher Fragen auf, ob nicht die eigene Biografie des Autors
    in seine Meinungsartikel mit einfließen könnte.

    • japan001 schreibt:

      Hi, ich bin in einem eher linken bürgerlichen Milieu großgeworden. Ich bekam es immer sehr stark mit dass man gesagt hatte, dass unsere Generation doch etwas machen soll aber dafür zu faul sei. Auch wurde immer vermittelt, so war es in den 90igern und Anfang der 2000der dass gesagt wurde, dass diese Generation die heranwächst hedonistisch und unpolitisch sein. Sie war halt noch dabei ihre Themen zu finden. Mein persönliches Umfeld war recht politisch, doch wenn ich so mich mit anderen Ausgetauscht hatte und es um Politik ging wurde abgeschaltet. Als ich in den Onlinespielszene Anfang, Mitte der 2000der aktiv war haben viele die ich getroffen habe, dass Politik schlecht ist und man doch nichts machen kann.

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