Politik: Müssen sich die Piraten breiter Aufstellen?

Ich interessiere mich für die Piraten. Sie wiederspiegeln so etwa mein Lebensgefühl und sind aktuell die Partei die meine soziale Wirklichkeit am besten trifft. Was mich bisher abgehalten hat bei den Piraten mitzumachen war, dass ich mit dem politischen Thema welches mich am meisten interessiert bei den Piraten eher ein Exot wäre. Die Außenpolitischen Positionen der Piraten war bisher jedenfalls außerhalb der Partei überhaupt nicht wahrgenommen.

Netzpolitik ist als Kernkompetenz schon wichtig, doch haben es ein Themenparteien heute schwer, da sich in diesen Zeiten die politische Wetterlage schnell ändern kann und wenn man kein weiteres Thema hat welches man besetzen kann, ist man schnell aus dem politischen Rampenlicht in unserer Mediendemokratie verschwunden. Zwar sind die Piraten im Netz sehr aktiv und gerade unsere Generation die nicht vom politischen Establishment gehört wird, sieht in den Piraten einen neuen Hoffnungsträger weil sie unserer Lebenswirklichkeit viel näher ist. Doch man muss immer noch bedenken, dass die digitale Kluft in Deutschland immer noch existiert und entlang von Alter und Einkommen verläuft. Als Hartz IV Bezieher mit Familie kann man so das gängige Klischee halt nicht an der „digitalen Revolution“ teilnehmen, auch wenn ich an anderer Stelle darauf hingewiesen habe, dass für viele junge Menschen unabhängig ihrer Einkommens, das Smartphone zu einem neuen Statussymbol geworden ist.

Um also in der Mediendemokratie wahrgenommen zu werden, fordern die Medien dass die Piraten sich stärker Personalisieren. Dies nimmt ihnen jedoch meiner Meinung nach den Nimbus des Unverbrauchten. Es wäre gut wenn es bei den Piraten meiner Meinung auch Positionen wie zum Beispiel die Außenpolitik verbunden mit der digitalen Solidarität unserer Generation zu finden ist. In Spanien hat unsere Generation enorme Zukunftsängste und Angela Merkel nutzt die Krise in Südeuropa um Deutschland mit Fachkräften zu versorgen. Unter diesem Brain Drain müssen die Krisenländer zusätzlich leiden und ihre zukünftige  Entwicklung wird dadurch weiter Schaden nehmen. Der arabische Frühling hat gezeigt, dass die neuen Medien in der Lage sind politische Verkrustungen aufzusprengen und sollte eine Außenpolitik des Web 2.0 nicht dahin gehen, dass man eine stärkere Teilhabe unserer Generation in einer globalisierten Welt auf einer Solidarität unserer Generation fußen sollte? Wie gesagt ich bin kein Mitglied der Piraten auch wenn ich mit ihnen sympathisiere und noch nicht den Ruck gefunden habe mitzumachen. Mich schreckt noch meine Zeit bei den JUSOS ab, wo ich lernen konnte wie klassische Politik funktioniert. Das Beschäftigen mit sich selbst, war etwas was mir bei diesen sehr aufgefallen war und welches meiner Meinung nach die Schlagkraft der jungen Organisation in der SPD sehr geschadet hat. Ich hoffe jedenfalls, dass die Piraten auch in Fragen der Außenpolitik neuen Frischen Wind reinbringen werden. Die GRÜNEN hatten damals als sie gegründet worden sind und „rebellisch“ waren auch zwei Kernthemen. Umwelt und Frieden waren ihre Parolen und passten in die Zeit. Ich weiß nicht welche Themen neben der Netzpolitik die Piraten besetzen sollten, ich bin jedenfalls gespannt wohin die Reise gehen wird.

 

EDIT: Diese Frage wurde unter anderem auch bei Deppendorfs Woche diese Woche gestellt.

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