Politik: Iran – Wind of change

Wieso man den iranischen Präsidenten immer noch beachten sollte. AP meldet in einem Artikel dass der iranische Präsident immer auch nach seinem Ausscheiden immer noch eine politische Macht im Land sein wird. Konservative und Liberale im Iran müssen sich gegen die Anhänger des Präsidenten durchsetzen, welche man auf dem Land und in den kleinen Städten findet. Al Jazerra meldet dass in den iranischen Wahlen die jetzt stattfanden die Anhänger des religiösen Führers sich durchgesetzt haben.

Man kann also sehen, dass es für den iranischen Präsidenten schwer wird sich gegen das Establishment durchzusetzen. Dabei ist er ebenso ein Geschöpf dieses, wie der religiöse Führer selbst. Der Machtkampf der im Iran gerade geführt wird, betrifft vor allem das konservative Lager. Die Reformer der sogenannten „Grünen Bewegung“ tauchen nicht mehr auf. Aber man darf nicht vergessen unter der Oberfläche des Landes gärt es und es müssen Reformen her wenn das aktuelle politische System überleben will. Der Machtkampf im konservativen Lager kann also einen Nebeneffekt haben, dass ein Vakuum entsteht in welchem sich die Opposition formieren kann. Die Frage ist nur wie weit sie es nutzen kann? Die iranische Opposition ist zerstritten und eine neue Idee wie man die Zukunft des Landes mit oder ohne religiöse Kräfte gestalten kann, ist nicht gegeben. Die Exil-Iraner sind meistens doch zu sehr von der Wirklichkeit der Menschen vor Ort entfernt. Die Jugend ist desillusioniert und lebt in einer Parallelgesellschaft.

Der Artikel meldet, dass im Iran die Jugend eine sexuelle Revolution auslöst und dessen Ergebnisse weit über den Iran hinaus für Konsequenzen sorgen wird. Irans Jugend will den Aufbruch. Irans junge Frauen sind Emanzipiert und sie wollen sich aus der Traditionellen Rolle die ihnen die Mullahs geben lösen. Dieser neue frische Wind im Iran wird aufgegriffen. Auch in Ägypten haben die Frauen erkannt, dass es möglich ist die Welt zu verändern und sie können sich aus der Tradition herauslösen. Im Iran scheinen jedoch die Männer viel weiter zu sein. Sie sehen die Frauen als Partner im Kampf um ihre Freiheit an und beide Geschlechter stellen die Geschlechtsrollen welche ihnen die Tradition vorgibt in Frage. Unter den Mullahs hat es einen Boom gegeben, dass Frauen an die Universitäten können. Frauen sind im Iran berufstätig und das in Berufen  die für die Gesellschaft elementar sind, wie zum Beispiel Ärzte. Frauen sind in Männerberufen aktiv und dies sorgt in der Gesellschaft für eine Anerkennung der Frau. Wenn auch die Mullahs nach außen hin das eine predigen so ist die iranische Gesellschaft voller kluger Frauen die ihren eigenen Weg gehen. Das politische System muss sich also anpassen, wenn es sich nicht von der gesellschaftlichen Realität im Lande noch mehr entfernen will und so dann zu Grunde gehen wird. Die Frauen sind Irans Zukunft genau wie es in Deutschland ist. Die Frage die sich die iranische Gesellschaft stellen muss ist wie beide Geschlechter gleichberechtigt zusammen leben können. Da ist die deutsche Gesellschaft genauso weit.

Wahlen hin oder her, es wird sich was ändern im Iran.

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2 Antworten zu Politik: Iran – Wind of change

  1. federfluesterin schreibt:

    Junge iranische Frauen der Mittelschicht studieren heutzutage zwar viel öfter als früher, aber der Einstieg ins Berufsleben misslingt allzu oft. Sie geben schnell auf, da sie erleben, dass Stellen nur an Männer über Parti Bazi vergeben werden. Oder der männliche Kommilitone wird, wie auch früher üblich, in das Geschäft des Vaters aufgenommen. Die Frauen heiraten, weil sich ihnen keine leicht zugänglichen Berufsmöglichkeiten bieten, immerhin können sie eine höheren Brautpreis erzielen als die nicht-studierten Konkurrentinnen. Das lohnt sich bei den gegenwärtigen und steigenden Preisen für die üblicherweise dafür verhandelten Goldmünzen. Eltern fördern dieses Verhalten, da vor allem die Väter oftmals insgeheim davon überzeugt sind, dass der Wunsch der jungen Frauen nach einer beruflichen Karriere Unsinn ist.
    Und die jungen Männer? Welcher von ihnen will denn wirklich seine Karriere zugunsten seiner Frau aufgeben? Wer zieht überhaupt in Betracht, die Verantwortung für den Haushalt zu übernehmen, Windeln zu wechseln? All das gilt doch im Iran als unmännlich. Ein wenig der Frau helfen, wenn Besuch da ist, ja, aber ansonsten?
    Am Schönsten ist immer die Aussage eines Heiratsanwärters gegenüber der möglichen Kandidatin: „Du kannst alles machen, was Du willst, Du kannst arbeiten gehen, Karriere machen.“ Denn da muss Frau immer noch in Gedanken folgenden Satz hinzufügen: „…solange Du den Haushalt und die Kinder 100%ig versorgst.“

    • japan001 schreibt:

      Mein Vater ist auch Iraner und war hier total integriert, aber er sagte immer ich solle eine Iranerin heiraten weil die Traditioneller ist. Ich hab mir immer meinen Teil gedacht. Mir sagte ein junger Exil-Iraner dass das Land erst befreit werden kann wenn auch die Frauen frei sind. Ich frage mich, da auch bei der Grünen Revolution viele Frauen mitgemacht haben wie lange man sich dies noch gefallen lassen wird. Machismus findet man ja leider noch an vielen Orten der Welt.

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