Politik: Ein Blick auf Mursis Ägypten

Die Fachzeitschrift „Foreign Policy“ fragt sich in einem aktuellen Artikel ob Mursi und seine Muslimbrüder in Ägypten wirklich dabei sind einen islamischen Staat a la Iran aufzuziehen. Sie geben ein differenziertes Bild über die Situation in Ägypten ab. So sind die Muslimbrüder nicht wie es Khomeini 1979 unumstritten die Herrscher im Post-Mubarak Ägypten. Sie müssen Kompromisse mit anderen politischen Kräften eingehen und es sieht nicht so aus, dass sie die ägyptische Gesellschaft hin zu einem zweiten Iran entwickeln werden.

Was hatte man noch beim Amtsantritt von Mursi alles geschrieben. Zwar bringt Mursi aktuell neue Islamistische Minister auf Schlüsselpositionen in seinem Kabinett, wie man auch bei Voice of America nachlesen kann, doch ist laut des von mir verlinkten Artikels bei Foreign Policy weniger als ein Drittel der Minister im Kabinett Mursi von den Muslimbrüdern.

Weiter ist es in dem Artikel, dass die Islamistischen Parteien in Tunesien wie auch in Ägypten eine stärkere Rolle des Islams in der Verfassung und Gesellschaft befürworten, doch ebenfalls zu Kompromissen bereit sind. Sie sind halt Realpolitiker.  Die Ideologie ist auch für sie zweitrangig und man darf nicht vergessen, dass es viele Leute gibt die mehr die Tradition stärken wollen doch in der Moderne muss man in einem Pluralistischem System welches sich in den arabischen Staaten entwickelt zu Kompromissen bereit sein.

Die Hysterie mit der im Westen diese Entwicklung gesehen wird und wie man den Besuch von Mursi und die Normalisierung der Beziehungen zum Iran bewertet hat, zeigt dass viele im Westen nicht mit der neuen post-revolutionären Realität in der Region umgehen können. Zwar wird wie auf dem Middle East Forum auf die Problematik der Christenverfolgung in islamischen Staaten verwiesen und Ägypten wird als prominentes Beispiel für diese Problematik hervorgehoben.

Doch heißt es nicht, dass Mursi und die Islamisten jetzt schalten und walten können wie sie wollen. Es wird nach dem Chaos der Revolution sicher sich ein System herausbilden welches mehr die gesellschaftlichen Gegebenheiten abbildet als es unter Mubarak der Fall war.

 

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