Politik: Fleischwolf Syrien? – Die iranische Frage

„Fleischwolf Syrien“ – So heißt ein Blogbeitrag von SirDoom der einen Überblick von der Lage im syrischen Bürgerkrieg gibt. Er stellt sehr gut die verschiedenen Parteien dar und wie weit sie von ausländischen Interessen gefördert und unterstützt werden.

Ich will hier einmal auf die Rolle der „Islamischen Republik Iran“ eingehen. Die Iraner haben im syrischen Baath-Regime einen langjährigen und treuen Verbündeten. Wenn man vom schwankenden Irak mal absieht, ist es vielleicht ihr einziger in der Region. Für die Iraner ist es daher wichtig das Assad sich an der Macht hält und nicht eine Pro-Amerikanische Regierung das Steuer in Damaskus übernimmt. Wenn Damaskus fällt wird es auch mit der Unterstützung der Hisbollah im Libanon schwerer. Die Hisbollah wird vom Iran meistens über Syrien aus unterstützt. Für Teheran wäre es ungemein schwieriger sein Ziehkind Hisbollah zu unterstützen, wenn in Damaskus ein anderer Wind wehen wird. Zumal eine neue syrische Regierung dem Iran sicher nicht so freundlich gesinnt wäre.

Hier haben wir das Spiel, dass die arabischen und sunnitischen Staaten dem schiitischen Iran den Einfluss schmälern wollen. Die Türkei und der Iran sind aktuell starke Rivalen in der Region. Beide wollen mehr Einfluss haben. Die Frage ist auch wie weit sich die Türkei und Israel wieder annähern werden.

Israel hat sich für seine Aktionen gegenüber der Türkei entschuldigt und beide Staaten sind wieder dabei sich anzunähern.  Der Iran gerät immer mehr ins Hintertreffen. Die Türkei schafft es mit den neuen arabischen Regierungen gute Beziehungen einzugehen, weil man sich ideologisch näher ist als mit der islamischen Republik Iran. Für die islamische Republik sind die neuen Regierungen in der Region eine Herausforderung. So zeigen sie doch der eigenen Bevölkerung, dass ein Regierungswechsel möglich ist, wenn man nur will. Zumal die neuen arabischen Regierungen der iranischen Opposition im Lande eher wohlwollend begegnen werden. Es wird sich zeigen, wie weit die Iraner nun aus dem arabischen Frühling ihre Lehren ziehen werden. Das syrische Beispiel zeigt allerdings auch in welches Unglück der Iran stürzen könnte, wenn die iranische Regierung bei einem Protest die Regierung abzusetzen nicht klein beigibt.

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6 Antworten zu Politik: Fleischwolf Syrien? – Die iranische Frage

  1. sirdoom schreibt:

    Between a rock and a hard place. Die Theokratie in Teheran hat ja auch ein gewaltiges ideologisches Problem, ganz abgesehen von Sunniten vs Shiiten. Auf der einen Seite die Türkei, gemäßigter Islam, arabische Revolution und auf der anderen Seite zig verschiedene Hardliner-Sekten unter dem Mantel al-Qaida und Teheran sitzt zwischen den Stühlen. Da ist die drohende Isolation gefühlt gleich doppelt hart.

    • japan001 schreibt:

      Ich denke auch, dass nun es mit dem Iran noch interessant wird. Der Präsident wird abtreten doch hat er den Staat mit seinen Gefolgsleuten durchsetzt. Im Iran herrschen weniger Mullahs als jetzt Militärs die durch den Krieg mit dem Irak soziologisiert sind und die mehr auf den Nationalismus und dem Traum von der iranischen Vorherrschaft träumen. Ich habe einen Artikel gelesen, dass die Türkei mehr auf Soft Power setzt und der Iran mehr auf Hard Power.
      http://www.academia.edu/1616816/Turkeys_Soft_Power_Challenges_in_the_Arab_World
      Hier ist ein Forschungspapier zur Soft Power der Türkei und die Auswirkungen auf die arabische Welt.

      • alphachamber schreibt:

        Hallo! Richtig. Auch ist der Iran militaerisch sehr stark, deswegen denke ich finden sie leicht Allianzen, die sich zum Teil oeffentlich noch nicht klar abzeichnen.
        Interessante Sache. Gruesse

        • japan001 schreibt:

          Vali Nasr hatte mal einen interessanten Artikel in Foreign Affairs über die Schiitische Allianz zwischen Irak und Iran in der Post Saddam Zeit geschrieben. Der Artikel zeigt gut wie der Iran agiert. Ich finde den Artikel nur gerad nicht.

  2. sirdoom schreibt:

    ^^Der Kampf um Macht und Einfluss zwischen der Theokratie und dem Militär/den Milizen im Iran ist auch noch so ein Ding. Und die Türkei stellt sich wirklich weitaus geschickter an.

    • japan001 schreibt:

      http://dspace.cigilibrary.org/jspui/handle/123456789/15049
      Wobei der Artikel auch gut auf die Connection Irak und Iran verweist, Die Türkei versucht hier ja auch Fuss zu fassen, aber da sind sich die Schiiten einfach näher. Die Kurden wären ein sunnitischer Idealkandidat aber die haben zur Türkei ein eher gespanntes Verhältnis. Die sunnitischen Araber haben jetzt nach dem Ende von Saddam ja nichts mehr zu sagen, da passen die Kurden und die Schiiten schon auf.

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