Politik: „Influencer“ – Die „nützlichen Idioten“ in der politischen Propaganda des 21. Jahrhunderts

Interessant ist der Beitrag im Faktenfinder der Tagesschau mit dem Titel: „Koordinierter Hass nimmt zu“. Es wird in dem Artikel sehr gut beschrieben wie die technischen Möglichkeiten und die Bewertungssysteme von Sozialen Medien manipuliert werden können um gewisse Themen entsprechend eine vermeidliche Relevanz zu geben.

Es ist de facto das gleiche Prinzip, welches sich Instagram „Influencer“ durch Tools und gefakte Follower verpassen. Dadurch werden diese Leute eher mit ihren Beiträgen angezeigt und anderen Nutzern als vermeidlich relevant empfohlen. Wenn man eine Weile auf Instagram ist so bekommt man schnell Nachrichten die einem „empfehlen“ seinen Account für einen gewissen Betrag etwas „aufzuhübschen“ und damit eine nicht existierende Relevanz vorzutäuschen. Firmen wie zum Beispiel Boostfy schreiben direkt die Leute an und werben für ihre Dienste. Insgesamt gibt es viele Berichte und Artikel über „legitime“ Möglichkeiten wie man seinem (vor allem Instagram) Account eine (vermeidliche) Relevanz ermöglicht. Dieses Thema um Fake-Follower auf Instagram war auch im Dezember 2017 eines Artikel im SPIEGEL.

Dort wird beschrieben wie auch gerade „Influencer“ diesen Dienst der eigentlich gegen die Richtlinien von Instagram verstößt teils aufgebaut ist. Viele gerade jüngere Nutzer sind sich den Konsequenzen auch in dem Versuch sich eine „eigene Marke“ aufzubauen nicht wirklich bewusst. Am Ende wenn sie vor allem mit diesem Mittel einen „schnellen Ruhm“ haben wollen, können sie wenn dies mehr und mehr bekannt wird am Ende ihre (vermeidliche) Glaubwürdigkeit in dem Bereich einbüßen. Einen guten Einblick worauf man achten sollte, sieht man auch daran das dieses Thema wie zum Beispiel auf Seiten die über dieses Problem aufklären wollen, angesprochen wird. Das Problem an allem ist die vermeidliche „schnelle Abkürzung“ über Bots ist verlockend und klar einige Bots wie zum Beispiel auf Twitter wie zum Beispiel von Nachrichtenseiten sind auch legitim. Roland Eisenbach beschreibt über die Reaktion einer Influencerin auf Instagram über ihre unseriöse Kollegen, wie diese durch Bots und gefakten Reaktionen eben auch in Genuss von Gratisreisen und anderen Vorteilen kommen, da die Betreiber sich von diesen dann eine entsprechende positive Werbung und Darstellung erhoffen.

Das Problem an allem ist die vermeidliche „schnelle Abkürzung“ über Bots ist verlockend und klar einige Bots wie zum Beispiel auf Twitter wie zum Beispiel von Nachrichtenseiten sind auch legitim. Roland Eisenbach beschreibt über die Reaktion einer Influencerin auf Instagram über ihre unseriöse Kollegen, wie diese durch Bots und gefakten Reaktionen eben auch in Genuss von Gratisreisen und anderen Vorteilen kommen, da die Betreiber sich von diesen dann eine entsprechende positive Werbung und Darstellung erhoffen.

Dabei ist dies quasi rechtlich was die Influencer machen, wahrscheinlich wohl Betrug, da sie nicht die Relevanz die sie dem Kunden gegenüber sagen haben werden und der Kunde wahrscheinlich nicht das Interesse hat das man jemanden bezahlt dem seine „Relevanz“ auf das agieren von Bots basiert.

Influencermarketing und Ministerien

Kritisch wird es dann besonders wenn nun Ministerien beginnen „Influencer“ zu nutzen um im Sinne der Behörden Botschaften an potentielle junge Wähler zu vermitteln. Die Webseite Vice zeigte im Juni 2018 in einem Bericht wie Behörden und Institutionen mit „Influencern“ in Deutschland agieren und welche Summen dabei gezahlt wurden.

Björn Wenzel Gründer und Geschäftsführer einer Influencer Marketing Agentur mahnte in einem Bericht im September 2017, das wenn Parteien und Influencer zusammenarbeiten für beide Seiten „besondere Vorsicht geboten“ ist.

Amelie-Sophie Kornath beschreibt in ihrem Artikel in einem Blog der sich zu diesem Thema spezialisiert hat, ebenfalls im September 2017 das „Laut der aktuellsten Nielsen-Studie zum Thema „Vertrauen in Werbung weltweit“ zählen 78 % der deutschen in erster Linie auf die persönliche Empfehlungen eines Vertrauten. Der Vorteil von Influencer Marketing im Wahlkampf liegt also darin, dass es dem Influencer aufgrund seiner persönlichen Beziehung zur Community möglich ist, diese für das Thema zu sensibilisieren.“Der US Präsidentschaftswahlkampf hatte auch gezeigt wie Influencer beginnen dort für den jeweiligen Kandidaten und seine Themen aktiv zu werden.

Problematik und Kritik bei „Influencern“ und dem Spielfeld der Politik

Gerade die (vermeidliche) enge Bindung im Netz zwischen „Influencer“ und seinem Publikum, wobei man eher ehrlcherweise Kunden sagen muss, zeigt wie schnell wenn diese wie oft zu beobachten nur an den „schnellen Ruhm“ interessiert sind wie es wennn es ins politische Feld geht zu einer Gefahr werden kann. Viele der meistens jungen „Influencer“ wissen oft gar nicht so hat man das Gefühl was für sie das agieren im politischen Umfeld bedeuten kann. Auch wenn man allgemein einen Blick auf die Influencerszene wirft wenn man da den Bericht von Roland Eisenbrand auf „Gründerszene“ sich ansieht, der weiter oben verlinkt ist, und wo Niki Sunderland eine Bloggerin und „Influencerin“ eine vernichtende Kritik in ihrem Blog über das unseriöse Gebahren in der Szene abliefert. Sie musste den Betrag auf Druck wieder entfernen und doch sorgte er für einen gewissen Widerhall im Netz.

Das Problem ist Influencer sind oft aufgrund ihres (meist) jungen Alters und dem Traum durch das Netz an „Ruhm, Likes und Klicks“ zu geraten schnell dabei gewisse Botschaften unkritisch zu promoten. Sie sind leicht „korrumpierbar“ was sie wenn sie in dem Spielfeld der Politik agieren und wenn nur im Umfeld schnell ohne Erfahrung zwischen die Mahlsteine dessen geraten können. Man kann sie schnell als Spielfiguren im politischen Spiel nutzen und gleichzeitig ihren Followern und Fans gewisse Botschaften über diese „Influencer“ schmackhaft machen, welche die Nutzer aufgrund der vermeidlichen Nähe und „Freundschaft“ zum Werbetreibenden unkritischer hinterfragen werden. Dies ist ja der Kern des „Influencer-Marketing“ welcher auf einer Illusion der vermeidlichen „Freundschaft und Nähe“ aufbaut und welche für das politische Marketing eine besondere Chance wie auch Gefahr beinhaltet. So kann am Ende mehr an das Gefühl und an die Gefühlsebene appelliert werden und eine politische Botschaft sich in den Köpfen festsetzen. Wie erfolgreich und besonders nützlich ist hatte schon Josef Goebbels erkannt und dies in seinen Kennzeichen für die politische Propaganda in gewisser Form darstellte.

Fazit

Es ist nicht verwunderlich das „Influencer“ Marketing nun auch mehr und mehr in der Politik ankommt. Für die Form macht es keinen Sinn ob man ein Hotel oder eine politische Botschaft „verkauft“. Das Verhalten und die Naivität in der Szene sowie die mangelnde Transparenz in der Branche lässt sie jedoch als verlockendes Opfer für Missbrauch auch zu politischen Zwecken erscheinen. Dies ist dann besonders kritisch zu sehen, richtet sich es an ein meistens junges Publikum welches dabei ist in dieser Lebensphase gerade ihre dauerhafte politische Präferenz und Einstellung zu entwickeln. Ohne den Menschen das Wissen und die Fähigkeiten diese Dinge kritisch zu hinterfragen zu vermitteln, ist die Gefahr für unerkannten Missbrauch dieser Form des Marketings besonders hoch. Dabei kann es massive Auswirkungen für die Politik und das Verhalten in den politischen Debatten auf Jahrzehnte haben, sollte die Generation der Millenials entsprechend durch unkontrolliertes „Influencer-Marketing“ naiver und verantwortungsloser Akteure geprägt werden, die es meist eher basierend aufgrund ihres Alters mehr als ein Spiel sehen, anstatt sich bewusst zu sein das es ernste Konsequenzen haben kann.

 

 

 

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Politik: Die CSU, die AfD und die unnötigen Kämpfe in der Bundesregierung

Wenn man sich die letzte Tage ansieht wie die CSU erfolgreich versucht hat die Bundesregierung in diesen doch kritischen Zeiten vor sich herzutreiben, mag man wenn man einen Blick auf die internationale Politik wirft sich fragen was die CSU da geritten hat?

Wenige Tage vor dem endgültigen Krisentreffen zwischen den beiden Unionsparteien, wurde bekannt das US Präsident Donald Trump seinem französischen Gegenpart ein (vergiftetes) Angebot unterbreitet hatte, das Frankreich doch aus der EU austreten solle. Frankreich hatte das Angebot des US Präsidenten diplomatisch darauf abgelehnt. Die Tagesschau überschrieb das NATO Treffen welches kurz nach dem Bericht von Trumps Angebot an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron stattfand, mit den Worten: „Lieber Putin als die NATO?

Die Trump Administration scheint mehr und mehr die NATO und die Verpflichtungen welche die USA zu Europa nach dem zweiten Weltkrieg eingegangen ist als Bürde zu sehen. Hier wirkt sich das ähnliche Erbe der USA nach dem ersten Weltkrieg durch, als die USA nachdem das deutsche Kaiserreich Geschichte wurde sich aus Europa zurückzogen nur um 1941 wieder in einen Krieg in Europa verwickelt zu werden. Als Konsequenz daraus und die damalige drohende hegemoniale Stellung der UdSSR zogen sich die USA nach dem zweiten Weltkrieg eben nicht aus Europa zurück und investierten viel in den Wiederaufbau des Kontinentes. Dabei ging es darum die (vor allem) demokratischen Staaten in Europa zu stärken. Dies wurde nachdem die Kommunisten 1948 ihren Putsch in der damaligen Tschechoslowakei durchführten, damit diese nicht sich mit dem Westen einließen erst Recht als Beleg für eine Gefahr von Seiten der Kommunisten und der Sowjetunion unter Stalin gesehen.

Donald Trump sieht die Geschichte wie es scheint mehr als Bürde. Ihm ist eher das Denken der Geschäftswelt inne, welches sich durch die Reformen in den 1980igern entstanden ist und man sich kurzfristige Ziele und ohne auf die gesellschaftlichen Konsequenzen dieses Handeln ausblendet. Es gab schon damals in den 1990igern mit dem Buch „Die Globalisierungsfalle“ ein Mahnendes Buch welches die Konsequenzen dieses ökonomischen Handelns und die Gefahren der Erosion des sozialen Zusammenleben in dieser Welt dargestellt. Sie warnten damals schon vor den politischen Konsequenzen dieses Handelns und am Ende dadurch dem Aufstieg von Populisten in der Politik. Nun 20 Jahre später klingen die Zukunftsdarstellungen die in einem pessimistischen Ton verfasst sind, wie eine Beschreibung des heutigen Lebens.

Man hatte damals nach 1945 den Sozialstaat und die wirtschaftlichen Kontrollen jedoch nicht getan um die Unternehmen zu behindern. Stattdessen wollte man so hatten alle Akteure noch den Börsencrash von 1929 vor Augen und dem dadurch ermöglichten Aufstieg von populistischen Antidemokratischen Parteien die einen starken Mann im Fokus hatten und wo Italien das Vorbild für das Deutschland unter den Nazis und vielen anderen Staaten wurde. Man vertraute den Werten der Demokratie nicht mehr. Man war durch die unmittelbaren Dinge des Lebens in Anspruch genommen und wollte das ein „weiser Mann die anderen Dinge für einen regelt“. Man zog sich politisch zurück und wurde eher apathisch und je mehr das eigene Leben und das der Leute die man kannte in Gefahr geriet, desto mehr bekam man Frust mit den demokratischen Prozessen und dem Weg Politik zu gestalten, da sie einem mehr und mehr als „weltfremd“ und „abstrakt“ vorkamen.

Die Instagram Bubble ist eine Gefahr für alle

Der 1933 gewählte US Präsident Franklin D. Roosevelt fasste es mit den Worten: „True individual freedom cannot exist without economic security and independence. People who are hungry and out of a job are the stuff of which dictatorships are made,“sehr gut zusammen. Es zeigt sehr gut wie man diese Lehren seit den 1980iger Jahren und noch mehr in den 1990iger Jahren mehr und mehr vergessen hat. Dabei hat gerade in Deutschland die SPD mit ihrer Agenda 2010 und der langen Verteidigung dessen Inhalte der SPD so massiv geschadet, dass sie es sehr schwer bis unmöglich hat sich davon zu erholen. Diese Erosion der Sozialdemokratie hat er gerade der radikalen Linkspartei ermöglicht, die unter dem Deckmantel der sozialen Gerechtigkeit viele andere Strömungen hat die teils antidemokratisch sind und auch viele der damaligen orientierungslosen an die DDR orientierten westdeutschen linken Bewegungen aufgesogen hat, immer noch agieren.

Diese können sehr wohl je mehr die Millenials vom Staus Quo und der Gefahr für die junge Generation das sie sich nicht beteiligt an den wirtschaftlichen Prozesse sowie den politischen sehen und man kaum Identifikationsfiguren hat, als Möglichkeit sehen diesen Frust für sich politisch zu nutzen. Wenn man das „Influencer“ Gebahren und die Scheinwelt die gerade Instagram einem jungen Menschen bietet sich ansieht, so kommt es wie eine Blase an der Börse vor, wo junge Menschen gerade hoffen etwas von Aufstieg, Erfolg und Glanz wenigstens zu imitieren um dann wenigstens eine minimale Hoffnung an den Versprechungen der westlichen Gesellschaft zu haben, welche man auf bisherigen Weg im Gegensatz zu ihren Eltern ihnen immer mehr verweigert. Immer mehr Leute rennen diesen Traum hinterher, doch wenn diese Blase platzen wird und das wird sie eines Tages werden diese vergeblichen Hoffnungen soziale und politische Konsequenzen haben. Viele werden nach etwas neuem suchen was ihnen Halt geben wird und dadurch und die Wut die da sein wird, wird sie zu einem Leichten Ziel für Populisten jeglicher Couleur machen.

Die CSU statt Gefahren anzugehen ist man durch die AfD mehr der Getriebene

Die Gefahren im inneren und äußeren in diesem Land sind also vielfältig. Die AfD verschiebt den Diskurs in diesem Land immer mehr in die sie von gewünschten Richtung. Die Strategie der CSU wie sie es in ähnlichen Fällen bisher verhalten hat, sorgt heute nicht mehr für die gewünschte Wirkung sondern macht die AfD nur stärker, wie die „Süddeutsche Zeitung“ feststellt.

Die CSU und die konservativen Teile der CDU sehen die AfD als Angriff gegen ihren Gründungsauftrag das im rechten Bereich sich nichts politisch in Deutschland etablieren darf. Die Hoffnung das die AfD wie damals als man die PIRATEN wieder verschwindet haben sich nicht für die Konservativen erfüllt.

Der damalige Schub durch die Piratenpartei welche man damals mit Häme und auch etwas Spott begleitet hatte, sieht man teils nun wo sie sich von der Landesebene in den Parlamenten (vorerst) verabschiedet hat, wurde nun wie sich die politische Lage verändert hat mit einer gewissen Wehmut teils betrachtet wird. Dies zeigt sich sehr gut in dem Beitrag von Patrick Bauer mit der Überschrift „Danke für die Störung“ausgedrückt wird. Damals hatte man die Hoffnung das die Piratenpartei neuen Wind und Ideen im positiven Wunsch nach Veränderung im Gegensatz zu vielen anderen Staaten wo die rechten Parteien schon sehr auf dem Vormarsch waren und sind.

Die Stärke der AfD und die starke Wahrnehmung ihrer Themen und Positionen im öffentlichen Diskurs sorgt für eine Verschiebung des Diskurs und doch zu Spannungen im politischen und gesellschaftlichen Raum. Insgesamt kommt es aktuell einem Beobachter teils vor, das es zur einer Erosion der politischen Werte und des Diskurses sich entwickelt, was man gut an der Debatte um das Asylrecht und die Verschärfung der Polizeigesetze in Bayern und anderen Bundesländern sich gerade abzeichnet.

Fazit

Alles in allem sind wir ähnlich wie vor hundert Jahren dabei die gesellschaftlichen Werte und Normen wieder mal neu verhandelt. Auf nationaler, europäischer Ebene und in der internationalen Politik. Wie es ausgehen wird und wie unsere Zukunft aussehen wird, wird am Anteil eines jeden von uns abhängen. Man muss sich engagieren und auch wenn gerade man in einer Lebensphase ist wo nun die Familiengestaltung viel Zeit einnimmt, wird es schwerer um sich politisch zu engagieren. Dies wird gerade in einer Zeit wo sich vieles massiv verändert und große Veränderungen eintreten, gerade aber am Beitrag der jungen Generation wichtig sein um unser eigenes Schicksal selbst zu gestalten.

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Politik: Der Generationenkonflikt – Millenials vs Babyboomer

Wenn man sich die aktuellen politischen Entwicklungen ansieht merkt man gerade in den USA das es mehr und mehr zum „Konflikt zwischen den Generationen“ kommt. Wandel und Konflikte zwischen Alten und jungen Menschen gab es immer schon und sind in einer gewissen Weise der natürliche Lauf der Dinge. Inzwischen beginnt sich in meiner Generation sich mehr und mehr die Frage zu stellen in welche Richtung soll es denn nun weiter gehen? – Manche favorisieren dabei die Ideen die man kennt und ihnen werden gerade von den Baby-Boomern die „alten bekannten Rezepte“ versucht wieder „schmackhaft“ zu machen. Es fehlt dabei sicher den Millenials an Lebenserfahrung und dem realen Erleben dieser „Rezepte“ aus dem Linken und Rechten Spektrum um diese wirklich in ihrer Tragweite bewerten zu können.

Die Babyboomer ruinieren die Zukunft der Millenials – Fakt oder Fiktion?

Die Millenials – ich selbst werde je nach Definition mal zur Generation X und mal zu den Millenials gezählt – werden im Wirtschaftsleben und auch im Berufsleben im Vergleich zu unseren Qualifikationen weniger bekommen als es die Babyboomer damals hatten. Das „Christian Science Monitor“ hatte dazu im Januar 2017 geschrieben, dass Millenials 20% (!) weniger verdienen als es ihre Eltern in der gleichen beruflichen Sparte und Lebensabschnitt taten.

Es ist also so, dass man unsere Arbeit nicht mit der gleichen finanziellen Wertschätzung von Seiten der Boomer die meistens nun diese Dinge festlegen, als sie es selbst erfahren haben. Und doch stecken wir selbst oft vor ähnlichen Fragen wie sie damals. Sei es wo lässt man sich nieder – romantisch genannt wo wird man sesshaft, bekommt man Kinder und zieht sie auf? – Dies alles wird uns die nächsten Jahrzehnte finanziell „belasten“ und herausfordern und wir werden dank unserer Elterngeneration der Babyboomer dafür 20% weniger Mittel bei steigenden Kosten haben. Dazu kommt auch noch das man von uns erwartet, dass wir uns wenn die Einschnitte für die Rente und die Kosten für die Pflege weitergehen, das unsere Generation in irgendeiner Form auch noch für die Babyboomer im Alter aufkommen werden muss. Im Gegensatz zu ihnen damals hat man das soziale Netz soweit abgebaut das es da auch vermehrt auf unsere eigenen Reserven ankommen wird.

Die Babyboomer so ist es mehr und mehr von jüngeren Autoren zu lesen haben uns einen „Saustall“ hinterlassen den wir „aufräumen“ müssen. So drastisch drückte es 2015 Dave Chase im Forbes Magazin in einem Artikel aus.

Dieser Eindruck scheint sich in gewissen Teilen gerade der Millenials in den USA aber auch mit Verzögerung langsam in Deutschland in den Debatten anzubahnen. In den USA ist es gerade im Eindruck der Trump Präsidentschaft schärfer geworden und die Konflikte gerade zwischen Millenials und Babyboomer nehmen dabei zu. In Deutschland bahnt sich der Konflikt aber ähnlich an. Als die PIRATEN dabei waren als neue Partei und Pendant der Millenials wie damals die GRÜNEN bei den Babyboomern als Partei für ihre Generation zu entwickeln hatte man es sobald man das Gefühl hatte sie könnten relevant werden, diese mehr als Störung bekämpft und medial unter Dauerfeuer genommen und mit Häme zwar über die Partei übergossen aber die junge Generation aus den letzten Jahrgängen der Generation X und der Millenials die dabei waren nun ihre eigenen Gedanken einzubringen, wollte man so klar machen das die Politik etwas „für die selbsternannten Großen und Seriösen“ ist. Die Botschaft war erst mal angekommen und viele Millenials engagieren sich wenn in NGOs, Bürgerinitativen und anderen wenn sie dazu nun noch die Zeit zwischen Beruf und nun kleinen Kindern haben und sie die Herausforderungen des Elternseins meistern dürfen.

Die Reformen die man in Bildung und Arbeit eingeführt hat und die flexible Arbeitswelt, die umgreifend begann als die Millenials dabei waren in diese Aufzubrechen signalisierte klar ihr seid es nicht wert ordentlich bezahlt zu werden, weil man noch nichts kann wie sich es die Babybooner wünschten. Wir waren und sind oft nur eine Masse die billig arbeiten soll in der globalisierten Welt und doch mit jedem konkurrieren müssen und gleichzeitig beschwert man sich, dass wir nichts um den von in Deutschland von der rechten Seite wie die AfD es pervers ausdrückt „Volkstod“ zu tun. Dabei verfolgt die AfD wie es Katharina Nocun damals so schön herausarbeitete über ein Sozialprogramm was man quasi als Kampfansage an unsere Generation nur zu verstehen hat. Wir sollen dabei aber möglichst alle Mittel in die Aufzucht der nächsten Generation stecken ohne dabei diese in irgendeiner Form über Arbeit oder anderes zu bekommen Ja um ihre alten Ideologien zu befriedigen hat man das DOGMA DER SCHWARZEN NULL in die Verfassung geschrieben, so das wir selbst kaum in der Lage sind unsere eigene Zukunft und die dieses Landes frei zu gestalten weil man uns einerseits misstraut anderseits da wir Wählertechnisch eine geringere Zahl als sie es sind, damit unsere Interessen und Wünsche das man für die Zukunft in Sachen Infrastruktur und auch bei der Gestaltung des Digitalen Wandels sagen kann, das einem die Hände „gebunden“ sind. Unsere Zukunft wird gerade für „ihre letzte Party verbraten“, wenn man zynisch sein will.

Kritik von unserer Seite beginnt dabei immer lauter zu werden. Der Brexit und die Konsequenzen genau wie das Wahlverhalten der Generationen dabei haben gerade in Großbritannien die Konflikte zwischen den Generationen verschärfen lassen. Man kann es beispielsweise in Berichten der Daily Mail, wo auch über sie gelästert wurde sehen oder bei  VOX die mit dem Vorurteil der Babyboomer aufräumen und sagen nicht die Millenials haben die USA in den Abgrund gerissen, sondern es waren die Boomer selbst auf Kosten der jüngeren Generation. (siehe auch hier & hier)

Die Millenials im medialen Diskurs – Eine Stimme die mehr am Rand vor kommt und „exotisch“ ist

Im Medialen Diskurs in Sachen Politik tauchen wir selbst kaum auf. In den Talkshows diskutiert man über die Themen welche die Babyboomer interessieren, Rente und Migration und die Gefahr die es dabei zu beheben geht. Schon 2017 kam Kritik auf, dass der Polit-Talk im Öffentlich Rechtlichen die wohl so wie die allgemeine Vorstellung ist vor allem von „Älteren“ das heißt Babyboomern gesehen wird dominiert wird, im Jahr 2017 sieht man an dieser Statistik hier, dass die meisten Auftritte eine gewisse kleine Gruppe hatte und dabei wenn man sich die Altersverteilung ansieht die Babyboomer die Themen und Ideen fast unter sich präsentieren. Die Millenials kommen dabei kaum vor. Ihre Stimmen und Ideen werden als nicht relevant gesehen. Dies zeigte sich auch 2017 nach der Bundestagswahl in der Berichterstattung und die Häme mit welcher der erste Vorsitzende der Juso – der Jugendorganisation der SPD Kevin Kühnert bedacht wurde. Dabei haut die „Preussische Allgemeine“ welche sich „Zeitung“ nennt und ganz klar dem Mindset der Babyboomer entspricht welche nun die AfD und PEGIDA unterstützen und doch von ihrer Einstellung die Angst haben, dass sie nun politisch mehr und mehr abtreten müssen mit dem Titel „Halbstarke die auf Kraftmeier machen“,Ressentiments die diese Generation über die jüngere hat klar vorne weg, was nicht überraschend ist. Aber auch das #Mimiogate wo die Titanic der Bild eine gefälschte Geschichte unterjubelte die Kühnert angeblich mit Russland in Kooperation sahen gehen in diese Richtung.

Denn gerade im Kontext was man nun in den USA und der Einmischung Russland in den dortigen US Präsidentschaftswahlkampf sah, war die Botschaft mit dahinter – „seht her diese jungen Leute sind politische Irrlichter“ – ein Narrativ welches man schon bei den PIRATEN angewendet hatte und welches bis heute in vielen Köpfen verhaftet ist.

Fazit

Noch ist es in diesem Konflikt der in den USA aber auch in Großbritannien voll entbrannt ist in Deutschland relativ ruhig. Doch wird sich dieser Konflikt und auch die Schärfe in diesem Konflikt sicher zunehmen. Dies kann eine Chance für die PIRATEN sein, deren Themen die jüngere Generation authentischer Ansprechen und die ihre Parteienpräferenz erst noch herausbilden muss. Dabei werden wie die AfD es schon vormacht die Sozialen Medien und der direkte Draht und díe Kommunikation mit dieser jungen Generation ein wichtiger Weg sein, wo die PIRATEN anhand ihrer jüngeren Köpfe sicher gewisse Vorteile haben werden. Wie der Kampf der Generationen in Deutschland in welcher Intensität ausgetragen wird mag man abwarten, doch ein Blick in die USA und nach Großbritannien in der heutigen Zeit zeigt, ab dem Punkt wo es losgeht wird die Zukunft um unser Land und die von Europa neu bestimmt und er wird intensiv und hart werden.

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Soziales: Unser eigenes Schicksal gestalten – Karl Marx und die Lehren für heute

710px-Karl_Marx_001Karl Marx wäre gestern 200 Jahre alt geworden. Schon früh gab es Debatten ob und in welcher Form man dieses Gedenken gestalten sollte. In Trier ist eine Karl Marx Statue gestern enthüllt worden.

Die Debatte in Trier und darüber hinaus wie man mit diesem Geschenk aus China umgehen wollte, ist für Deutschland und auch Europa immer noch bezeichnet und wichtig. Dies wurde auch immer wieder in den verschiedenen Berichten zu dem Thema klar. Was verständlich und im Ansatz doch falsch ist, ist Marx für die Verbrechen die in seinem Namen begangen wurden in irgendeiner Form verantwortlich zu machen. Erst einmal war er da schon lange tot und die Kontinuität welche man durch Lenin und Stalin versuchte zu erzeugen, da konnte er sich nicht gegen wehren. Marx war eher ein Mittel zum Zweck um die eigene Herrschaft und Ideologie zu legitimieren. Dabei waren die Bolschewisten damals in Russland eher eine Minderheit die sich in den Wirren nach dem Ende des Zarenreiches und im ersten Weltkrieg dann durchsetzen konnten. Es war auch für die eigene Herrschaft sinnvoller sich ideologisch damals auf Marx und als (vermeidliche) Erben zu berufen, als sich in Wahrheit, Produkt des Geheimdienstes des kaiserlichen wilhelminischen Deutschlands zu sehen.

In vielen Teilen der Welt ging 1989 die Herrschaft des Kommunismus zurecht unter. Und doch hat der ökonomische und gesellschaftliche Wandel welche seit den 1980iger Jahren einsetze und der durch die Digitalisierung sich nur umso schneller Beschleunigt auch wieder dazu geführt, dass man sich wieder mit Marx beschäftigt. Gerade da er teils doch als Bewunderer der freigesetzten Kräfte des freien Marktes bei aller Kritik die er an ihnen hatte zu gelten hat. Philip Plickert schreibt nicht umsonst am 4.Mai 2018 in der FAZ über Marx als „Bewunderer und Verächter des Kapitalismus„. Ob Marx mit seinen zentralen Theorien falsch lag wie er es sieht, muss jede Zeit und Generation aber für sich selbst neu erfragen und diskutieren. Dies ist aber generell in der Wissenschaft und Marx sollte man eher über diesen Zugang, als über den wie es die Kommunisten taten und tun und favorisieren – „quasi-religiösen“ Zugang herangehen.

Wichtig ist Marx sicher auch heute in gewissermaßen und auch als Grundlage und wenn auch darin sein Gedanken nur als Gegenpol und Spiegel zu sehen, auch heute in gewisserweise Relevant. Interessant ist da sicher zum Beispiel die Doktorarbeit von Brigitte Hausinger mit dem Thema „Ökonomie und Arbeit„aus dem Jahr 2002. Karl Marx ist in seinem Denken sicher auch wenn es gerade bei den konservativen und liberalen Kräften auch bedingt durch die historische Wirkung seines Denkens, für das man Marx nicht in Verantwortung nehmen kann, umstritten. Die Politikwissenschaftlerin Angelika Brinkmann hat in einem Gastbeitrag bei den Piraten Berlin darauf hingewiesen, dass Marx auch heute noch aktuell ist. Sie schreibt unter anderem:

Es gibt bisher keinen technologischen Fortschritt der zu einem neuen langanhaltenden Wachstum geführt hat. Die neuen Technologien, die einen solchen Wachstumsschub auslösen könnten, gibt es noch nicht. Die Digitaltisierung [sic!] kann diesen Wachstumsschub nur begrenzt liefern; obwohl die Informationstechnologien, Smartphones, Firmen wie Google und allgemein das Internet technologisch faszinierend sind, die ökonomischen Folgen sind begrenzt, sieht man von den teils hochspekulativen Börsenwerten von Twitter, Facebook & Co. einmal ab. Digitaltisierung ermöglicht den Zugriff auf viele Informationen, sie generiert aber nicht automatisch ein neues Produkt. Eine zumindest in Teilen entstandene Neuerung sind Filme, die vom Streamingdienst Netflix produziert werden.

Die riesigen Gewinne von Facebook, Google & Co sind sekundär, denn sie entstehen über Werbung: VW schaltet eine Anzeige bei Google & Co. Um es mit Marx Begriffen zu sagen: Es wird kein Mehrwert produziert sondern umverteilt. Da alle prokuktiven Firmen ein großes Interesse daran haben, ihre Produkte zu vermarkten, geschieht dies in großem Ausmaß mit gigantischen Werbebudgets für Facebook, Google & Co.

Was man sicher sagen kann, das der Digitale Wandel dabei ist neue Geschäftsfelder zu erschließen und in gewissermaßen durch den Wandel des ökonomischen auch die Gesellschaft neu formt. Ein Gedanke der sich im Kern auch schon bei Karl Marx wiederfindet. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Piratenpartei Deutschlands Sebastian Alscher bringt die Relevanz von Karl Marx für das heute und auch indirekt für die Piraten (in Deutschland) in einem Gastbeitrag in der Flaschenpost gut dar.

Wir sind keine Opfer mehr. Wir sind schon lange keine Opfer mehr. Wir als Gesellschaft können wählen, wer uns regiert. Wir als Gesellschaft können bestimmen, welchen Unternehmen wir unser Geld geben. Und wir als Gesellschaft können uns einen ordnungspolitischen Rahmen geben der entscheidet, wie Leben und Miteinander aussehen. Dazu muss niemand kämpfen, dazu müssen keine Menschen sterben.

Um das zu tun brauchen wir nur die Erkenntnis, dass wir gemeinsam für ein großes Ganzes arbeiten können, indem wir uns schon im Kleinen einbringen, dass wir Ideen hinaustragen, hinterfragen, neue Konzepte entwickeln, Vorschläge erarbeiten, und das in den öffentlichen Diskurs einbringen. Es ist nichts anderes als einfache Arbeit, die auch Spaß machen kann. Auf die Revolution zu warten ist bestenfalls schlichtweg Zeitverschwendung, Ablenkung und Ausrede, schlimmstenfalls wirkt es einer gelebten Demokratie entgegen. Denn Gestaltungskraft haben wir schon jetzt. Wir müssen sie nur nutzen.

Wir sind keine Opfer, wir sind Gestalter.

Die Hoffnung das man auf eine „ferne Revolution“ warten muss um sich aus seinen Fesseln zu befreien, macht einen passiv und entfremdet einen gleich aus der Gesellschaft. Man lehnt sie ab weil man den generellen Wandel will – ein Gedankengang der nicht umsonst bei Millenials attraktiv ist, weil sie sich doch mit einem generellen und immer wiederkehrenden Lebensgefühl aller Menschen in dieser Lebensphase sich wiederfindet. Man muss aber am Ende dann nicht hoffen das jemand fremdes einen Befreit sondern selbst sein Schicksal in die Hand nehmen. Ein Gedanke der sich auch klar in dem Lied„der Internationalen“wiederfindet. Und Sebastian da sicher ohne es vielleicht zu merken, klar mit der Passage:

„Es rettet uns kein höh’res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!“

übereinstimmt und klar macht das wir selbst gestalten wollen und müssen um einen Wandel herbei zu führen. Das schweigen gerade der jüngeren Generation und das verständliche „schwärmerische Träumen“ nach dem idealen und generellen Wandel und Umbruch ist natürlich. Doch dabei sich die orthodoxen alten Ideen der marxistischen Babyboomer anzueignen bringt uns nicht weiter. Eben da die Ideen der älteren Generationen aus einer anderen Zeit und ja schon Epoche stammen und uns im Heute und Morgen nicht weiterbringen. Es ist eine Generation welche immer noch Krampfhaft versucht mit ihrem Denken und Handeln dominant zu sein und nicht verkraftet das sie nun quasi die Bühne mehr und mehr zu verlassen hat. Dabei versuchen sie ihr (vergiftetes Erbe) an uns weiterzugeben.

Wenn wir dieses Erbe annehmen verhindern wir unsere eigene Kreativität und können nicht die eigenen Impulse setzen, auf die es mehr und mehr bitterlich ankommt. Wir brauchen den Mut für unsere eigenen Ideen zu streiten und uns von alten Pfaden zu emanzipieren.

Marx versuchte einen neuen Weg aufzuzeigen und eine Art eines neuen Denkens zu bringen. Ebenso versuchten damals die Arbeiter sich selbst zu befreien und sich selbst als gestalterische Kraft zu begreifen. Dies ist sicher einer der großen Verdienste von Marx. Genauso müssen wir uns heute als junge Menschen beginnen von alten Ideen und Vorbildern loszusagen und auch dem alten Dogma der Linken nicht nachtrauernd folgen. Wir müssen selbst unseren Weg gehen und unser Schicksal auch gesellschaftlich und politisch selbst zu gestalten. Eine Gesellschaft welche die „Mythos des Jungsseins“ hochhält will dabei unsere eigene Identität übernehmen und gleichzeitig unsere eigene Gestaltung definieren. Dabei liegt es in unserer eigenen Hand. Wie als man damals die PIRATEN gründete, was es ein Versuch selbst politisch eigene Wege zu gehen und sich selbst zu emanzipieren. Gerade dieser Versuch und die Häme die es medial dafür gab und gibt, zeigt wie schwer es ist dies zu machen. Doch darf man sich davon nicht verunsichern lassen und es zeigt gerade uns allen was man für eine Chance hat selbst Ideen zu entwickeln und dafür zu streiten.

Daher sollten wir mehr selbst gestaltet und kreativ handeln auch in den politischen und gesellschaftlichen Debatten. Denn es geht um unsere Zukunft. Und dabei sollten wir von dem abschreckenden Beispiel der LINKEN lernen und nicht in Sekten abgleiten so wie sie es taten und tun sondern koordiniert und zusammen arbeiten und streiten. zerstritten und zersplittert werden wir scheitern. Daher sollten wir dies verhindern und mehr kooperieren und gemeinsam für für unsere Ziele streiten.

 

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Politik: Wieso wir jüngeren Leute uns mit Außen- und Sicherheitspolitik (neutral) beschäftigen sollten

 

2016-09-16_WikiCon_2016_in_Kornwestheim_(1132)

Junge Menschen in Deutschland

Es ist interessant wenn man den Artikel auf der Seite „Salonkolumnisten“ über den „Revolutionär im Auswärtigen Amt“ liest, welches die Neujustierung der deutschen Außenpolitik unter Außenminister Heiko Maas welche weg von einem naiven Appeasment gegenüber Russland hin zu einer eher Eindämmung des russischen Einflusses auf Deutschland und Europa hinweist. Dies ist sicher ein richtiger Kurs und doch beschreibt der Artikel klar, wie innerhalb der SPD unter der naiven Einstellung für welche die Genossen Willy Brandt missbräuchlich als Vorlage in Anspruch nehmen, das man lieber wie unter Gerhard Schröder einen privilegierten Kurs nach Russland haben will. Dabei werden in guter deutschen Tradition stehend die Interessen der „kleineren“ osteuropäischen Staaten einem „überheblichen Besserwisserischen Gefühl des Gestaltens“ geopfert, welchen man auch oft unter den Baby-Boomern und der Friedensbewegung bis hin zur AfD und LINKEN wiederfindet. Ich schrieb dazu schon im November 2017, das man „der Herausforderung durch Russland gewappnet sein“ muss.

Die ukrainische Politikerin Julija Tymoschenko hatte schon 2007 in einem Artikel mit dem Titel „Containing Russia“ im Fachmagazin Foreign Affairs darauf hingewiesen, das man Russland eindämmen sollte. Die „imperiale Idee“ die Russland seit dem Fall von Byzanz vertritt und die auch in gewisser Weise in der Sowjetunion unter anderen Vorzeichen gelebt wurde, ist auch heute in gewisser Weise in der „politischen DNA“ des aktuellen russischen Staates zu finden. Sie dient als Anknüpfung und Legitimation des heute herrschenden Systems. Der aktuelle Umbruch in der Kriegsführung wie bei der Bundeswehr auch, durch Drohnen und russischen „A2AD-Zonen“, zeigt nur wie Russland dies als Chance ebenso wie die „politische Kriegsführung„, durch die Digitalisierung begreift diese alten/neuen Ziele nun wieder umzusetzen. Das Ziel ist das alte selbe, die Mittel sind nur neue, bedingt durch den technologischen und sozialen Wandel in der Welt.

Was man sagen kann ist, dass man es 2018 unter Putin mit einem anderen Russland zu tun hat als es Willy Brandt mit seiner Ostpolitik zu tun hatte. Dazu hat sich die Geopolitik und auch die Situation Deutschlands massiv seit dem Ende des Kalten Krieges gewandelt! Auch deswegen ist es nicht ratsam dieses alte Denken welches in der SPD, LINKEN und AfD weiter vor sich gedeiht weiter zu befolgen, da die Annahmen auf welche dieses Denken und auch das der Friedensbewegung in einer Zeit ihre Wurzeln hat welche nun Geschichte ist. Natürlich war diese Zeit für die immer noch einflussreichen Babyboomer sehr prägend, doch ihre immer noch währende Dominanz in Debatten und Politik und ihr Einfluss auf die jüngere Generation verhindert, das Deutschland sich politisch und gerade sicherheitspolitisch neu orientieren kann.

Wenn wir als jüngere Generation unsere eigene Zukunft gestalten wollen, müssen wir selbst anfangen uns Fragen zu stellen und auch gerade losgelöst vom „alten Weltbild und Denken“, die Sachen realistisch anschauen wie sie sind und nicht wie sie gerne gewisse „alte (weiße) Männer“ uns meinen zu erzählen und wir so einen „Irrglauben“ anheimfallen und die Dinge nicht aus einem (außenpolitischen) Realistischen Weg uns ansehen können. Gerade diese alte naive Sichtweise wie sie noch oft verbreitet ist sorgt dafür, dass wir uns nicht den Chancen und Gefahren durch den Digitalen Wandel auch auff die Außen- und Sicherheitspolitik wie auch die Gesellschaft im Ganzen wirklich bewusst sind. Dabei braucht es gerade unsere neuen frischen Ideen und Ansätze um der Sicherheitspolitik in Deutschland und Europa neuen Schwung und neuen Ideen zu geben. Dabei losgelöst von irgendwelchen (vermeidlichen) Weisheiten sondern klar basierend logisch an Fakten und Realitäten angepasst. Nur über kleine Schritte kann man etwas verändern und auch wenn es gerade dem jungen „Feuer“ langweilig und öde erscheint, dass man nicht den „romantisch-utopischen“ großen Schritt machen kann, so ist dieses Thema für romantische Ideen viel zu wichtig und zu gefährlich. – Gerade deswegen braucht es unsere neuen Ideen und Ansichten damit es sich auch in Deutschland weiter entwickeln kann. Und zwar ohne dabei die „besserwisserischen Ideen“ irgendwelcher „alten Männer“ die meinen uns zu erklären wie die Welt ist.

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Politik: Syrien, US Angriffe, Russland und das alte Spiel

Die Angriffe einer Koalition aus Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich auf Stellungen der syrischen Regierung heute Nacht haben eine neue Dynamik in den Bürgerkrieg in Syrien gebracht. Noch ist es zu früh um festzustellen ob und wie sich dadurch die Lage im Bürgerkrieg zu verändern beginnt. Mit dem nun direkten Eingreifen „des Westens“ in den Bürgerkrieg kann dieser bislang mehr als Stellvertreterkrieg geführte Krieg eine neue Ebene erreichen.

Bislang sind keine russischen Staatsbürger bei den Angriffen ums Leben gekommen. Was wahrscheinlich auch daran lag, dass in Syrien die entsprechenden Stellen vorab wussten das die Angriffe kommen werden. Das Donald Trump in seinem Tweet die Punchline „Mission accompliced“ verwendete eine Phrase die dank George W. Bush einen politischen PR GAU darstellt, hatte der Palmer-Report entsetzt-überrascht kommentiert. Das man sicher nicht einen weiteren Vorfall wie im Februar 2018 haben wollte, lag auf der Hand. Dies hätte damals theoretisch eskalieren können.1 Es gab in der russischen Duma damals vereinzelte Forderungen nach einer russischn Antwort darauf, etwa worauf Moskau und Washington beides (verständlicherweise) kein Interesse hatten.

Nun ist die Frage die sich stellt was haben die USA für eine Strategie in Syrien? Was sind die alten/neuen Ziele die sie mit den Angriffen erreichen wollen? Nach Clausewitz ist Krieg nur Politik mit anderen Mitteln und während der Iran und Russland klare Ziele in dem Bürgerkrieg verfolgen mag man sich Fragen welche die USA verfolgen. Denn ihr Präsident sagt einmal das er keinen US-Angriff auf Syrien will, und handelt im nächsten Augenblick dann wieder anders. Er hatte sogar 2013 als Obama Präsident war, gefordert, dass einem US Angriff auf Syrien der Kongress zustimmen muss,und nannte es eine „Dummheit“ wenn die USA sich in den Bürgerkrieg einmischen.

Der Palmer Report brachte am 16.4.2018 die Meldung, dass die USA unter der jetzigen Trump Administration entgegen der öffentlichen Behauptungen, dass man lange darüber gesprochen hat in Syrien zu intervenieren, anhand der offensichtlichen Fehler die bei den gezeigten Abläufen gemacht wurden, es vielmehr nach einer „Spontanhandlung“ der Trump-Admjnistration aussah.

Die Frage ist also wie sieht der Plan der USA unter Trump in Syrien aus? Sollten solche „Spontanhandlungen“ aufgrund des innenpolitischen Drucks unter den die Trump Administration durch die vielschichtige Untersuchung von Robert Mueller steht zunehmen und Syrien dabei als „Spielfeld“ dienen dann kann es gefährlich werden. Nirgends stehen sich die Truppen von den USA unterstützen Rebellen mit teils Beteiligung vonn US Spezialkräften und russisch-iransch-syrische Truppen so eng beieinander. Ein Fehler und einige tote russische Truppen später könnte die Situation wie schon im Februar 2018, eskalieren lassen.

Das Frankreich und Großbritannien in der Allianz dabei sind, mag sicher nicht verwundern. Gerade in Frankreich hat sich die politische Grundlinie die durch den zweiten Weltkrieg bedingt ist und dessen Trauma das Münchener Abkommen von 1938 ist, durchgesetzt das man Appeasment nie wieder betreiben soll. Diese Lehre aus der Vergangenheit hat man beherzigt und sie wirkt bis heute unter Marcron nach, wie Michaela Wiegel am 14.4.2018 in der deutschen FAZ anmerkte.

Man mag zu den Angriffen stehen wie man will. Viele reagieren nun auf die westlichen Angriffe harscher, als sie es zu dem russischen Vorgehen in Syrien tun. So beispielsweise Sarah Wagenknecht von der LINKE welche am 14. April 2018 die Angriffe „des Westens“ verurteilte und einen Tag vorher Außenminister Heiko Maas für seine „anti-russische Haltung“ auf der gleichen Plattform angriff.

Insgesamt ist es so, dass man natürlich sehen kann das die LINKE klar wie die AfD1 im russischen Lager wenn es in den Fragen der Außenpolitik geht, steht. Die ZEIT hat die doch auf den ersten Blick überraschenden Gemeinsamkeiten zwischen AfD und LINKE in einem Bericht im Jahr 2016 dargestellt. Gerade auf dem Feld der Außenpolitik dienen beide Parteien wie ihre Schwesterparteien in Europa, dem Kreml als Mittel der Erweiterung seiner außenpolitischen Mittel1.

Daher verwundert die Reaktion von Sarah Wagenknecht ebenso wenig wie die massive Präsenz in den sozialen Netzwerken die versucht gegen die US Angriffe sich zu positionieren und dabei die russische Position ausklammert. Natürlich kann man argumentieren Russland ist auf Einladung der legitimen syrischen Regierung vor Ort, aber de facto ist diese nur noch ein Spielball der Interessen des Iran wie Russland, wie es die Rebellen von den sie unterstützenden Mächte sind. Syrien ist klar im Laufe der Zeit zum Interessenfeld der verschiedenen Staaten geworden die im Nahen Osten um Einfluss ringen.

Das Donald Trump zum Entsetzen seiner Anhänger der Alt-Right wie Alex Jones , der Trumps Intervention harsch kritisierte, zeigt wie wenig innen- und außenpolitisches Gespür die aktuelle Regierung besitzt. Gerade in einem solch sensiblen Feld welches schnell eskalieren könnte ist dies der größte Grund zur Besorgnis. Das weder Russland und die USA jedoch daran gelegen ist, zeigt auch schon ihre Reaktion auf den Vorfall im Februar.

Die US Angriffe dienen nun einmal als Versuch Donald Trump die Lage innenpolitisch im Griff zu bekommen, wie den Freunden von Russland in den Staaten der EU den Baby-Boomer die im Geist des Kalten Kriegs noch denken für Russland entsprechend Stimmung zu machen und um die westlichen Demokratien im Sinne Russland zu schwächen. Alles in allem eine Besorgnis erweckende Situation.

1Weitere interessante Details zum damaligen Vorfall finden sich auf der Seite „The Defence Post“

https://thedefensepost.com/2018/02/10/russians-killed-coalition-strikes-deir-ezzor-syria/

1Zur AfD und was diese in der Außenpolitik für Vorstellungen hat einmal der Faktenfinder des Tagesschau http://faktenfinder.tagesschau.de/inland/afd-aussenpolitik-101.html

1Putin friend’s in Europe: http://www.ecfr.eu/article/commentary_putins_friends_in_europe7153

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Politik: Rückblick Zwei Papiere der EPU in Stadtschlaining an denen ich mitschrieb

Ich habe damals 2007 & 2008 bei der EPU in Stadtschlaining in Österreich zwei Papiere mit Adama Sow verfasst. Sie kursieren seitdem halt im Netz sind in einigen Stellen zitiert worden und im Internet Archieve gespiegelt, nachdem die EPU es nun nicht mehr gibt. Weiteres dazu findet sich im oben verlinkten Wikipedia Artikel.

Das eine Papier mit dem Titel: „The Political crisis of Pakistan in 2007“ dreht sich um die damalige Krise welche unter anderem zum Tod von Benazir Bhutto führte und die Verknüpfungen Pakistans mit den Nachbarländern und den entsprechenden Einflüssen.

Das andere Papier was mit dem Titel: „Democracy and Peace in Zimbabwe“ 2008 erschien beschäftigt sich mit der Rolle und einer Kritik an der Theorie des „Demokratischen Friedens“ und hat als Fallbeispiel die Situation zu dem Zeitpunkt im Zimbabwe genommen.

Beide Dateien sind natürlich auch im Internet Archive verlinkt doch ich dachte ich pack sie auch noch mal hier rein.

rp_0807ThePoliticalcrisisinPakistanin2007 Democracy_and_Peace_in_Zimbabwe_Issue_12_08

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