Soziales: Unser eigenes Schicksal gestalten – Karl Marx und die Lehren für heute

710px-Karl_Marx_001Karl Marx wäre gestern 200 Jahre alt geworden. Schon früh gab es Debatten ob und in welcher Form man dieses Gedenken gestalten sollte. In Trier ist eine Karl Marx Statue gestern enthüllt worden.

Die Debatte in Trier und darüber hinaus wie man mit diesem Geschenk aus China umgehen wollte, ist für Deutschland und auch Europa immer noch bezeichnet und wichtig. Dies wurde auch immer wieder in den verschiedenen Berichten zu dem Thema klar. Was verständlich und im Ansatz doch falsch ist, ist Marx für die Verbrechen die in seinem Namen begangen wurden in irgendeiner Form verantwortlich zu machen. Erst einmal war er da schon lange tot und die Kontinuität welche man durch Lenin und Stalin versuchte zu erzeugen, da konnte er sich nicht gegen wehren. Marx war eher ein Mittel zum Zweck um die eigene Herrschaft und Ideologie zu legitimieren. Dabei waren die Bolschewisten damals in Russland eher eine Minderheit die sich in den Wirren nach dem Ende des Zarenreiches und im ersten Weltkrieg dann durchsetzen konnten. Es war auch für die eigene Herrschaft sinnvoller sich ideologisch damals auf Marx und als (vermeidliche) Erben zu berufen, als sich in Wahrheit, Produkt des Geheimdienstes des kaiserlichen wilhelminischen Deutschlands zu sehen.

In vielen Teilen der Welt ging 1989 die Herrschaft des Kommunismus zurecht unter. Und doch hat der ökonomische und gesellschaftliche Wandel welche seit den 1980iger Jahren einsetze und der durch die Digitalisierung sich nur umso schneller Beschleunigt auch wieder dazu geführt, dass man sich wieder mit Marx beschäftigt. Gerade da er teils doch als Bewunderer der freigesetzten Kräfte des freien Marktes bei aller Kritik die er an ihnen hatte zu gelten hat. Philip Plickert schreibt nicht umsonst am 4.Mai 2018 in der FAZ über Marx als „Bewunderer und Verächter des Kapitalismus„. Ob Marx mit seinen zentralen Theorien falsch lag wie er es sieht, muss jede Zeit und Generation aber für sich selbst neu erfragen und diskutieren. Dies ist aber generell in der Wissenschaft und Marx sollte man eher über diesen Zugang, als über den wie es die Kommunisten taten und tun und favorisieren – „quasi-religiösen“ Zugang herangehen.

Wichtig ist Marx sicher auch heute in gewissermaßen und auch als Grundlage und wenn auch darin sein Gedanken nur als Gegenpol und Spiegel zu sehen, auch heute in gewisserweise Relevant. Interessant ist da sicher zum Beispiel die Doktorarbeit von Brigitte Hausinger mit dem Thema „Ökonomie und Arbeit„aus dem Jahr 2002. Karl Marx ist in seinem Denken sicher auch wenn es gerade bei den konservativen und liberalen Kräften auch bedingt durch die historische Wirkung seines Denkens, für das man Marx nicht in Verantwortung nehmen kann, umstritten. Die Politikwissenschaftlerin Angelika Brinkmann hat in einem Gastbeitrag bei den Piraten Berlin darauf hingewiesen, dass Marx auch heute noch aktuell ist. Sie schreibt unter anderem:

Es gibt bisher keinen technologischen Fortschritt der zu einem neuen langanhaltenden Wachstum geführt hat. Die neuen Technologien, die einen solchen Wachstumsschub auslösen könnten, gibt es noch nicht. Die Digitaltisierung [sic!] kann diesen Wachstumsschub nur begrenzt liefern; obwohl die Informationstechnologien, Smartphones, Firmen wie Google und allgemein das Internet technologisch faszinierend sind, die ökonomischen Folgen sind begrenzt, sieht man von den teils hochspekulativen Börsenwerten von Twitter, Facebook & Co. einmal ab. Digitaltisierung ermöglicht den Zugriff auf viele Informationen, sie generiert aber nicht automatisch ein neues Produkt. Eine zumindest in Teilen entstandene Neuerung sind Filme, die vom Streamingdienst Netflix produziert werden.

Die riesigen Gewinne von Facebook, Google & Co sind sekundär, denn sie entstehen über Werbung: VW schaltet eine Anzeige bei Google & Co. Um es mit Marx Begriffen zu sagen: Es wird kein Mehrwert produziert sondern umverteilt. Da alle prokuktiven Firmen ein großes Interesse daran haben, ihre Produkte zu vermarkten, geschieht dies in großem Ausmaß mit gigantischen Werbebudgets für Facebook, Google & Co.

Was man sicher sagen kann, das der Digitale Wandel dabei ist neue Geschäftsfelder zu erschließen und in gewissermaßen durch den Wandel des ökonomischen auch die Gesellschaft neu formt. Ein Gedanke der sich im Kern auch schon bei Karl Marx wiederfindet. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Piratenpartei Deutschlands Sebastian Alscher bringt die Relevanz von Karl Marx für das heute und auch indirekt für die Piraten (in Deutschland) in einem Gastbeitrag in der Flaschenpost gut dar.

Wir sind keine Opfer mehr. Wir sind schon lange keine Opfer mehr. Wir als Gesellschaft können wählen, wer uns regiert. Wir als Gesellschaft können bestimmen, welchen Unternehmen wir unser Geld geben. Und wir als Gesellschaft können uns einen ordnungspolitischen Rahmen geben der entscheidet, wie Leben und Miteinander aussehen. Dazu muss niemand kämpfen, dazu müssen keine Menschen sterben.

Um das zu tun brauchen wir nur die Erkenntnis, dass wir gemeinsam für ein großes Ganzes arbeiten können, indem wir uns schon im Kleinen einbringen, dass wir Ideen hinaustragen, hinterfragen, neue Konzepte entwickeln, Vorschläge erarbeiten, und das in den öffentlichen Diskurs einbringen. Es ist nichts anderes als einfache Arbeit, die auch Spaß machen kann. Auf die Revolution zu warten ist bestenfalls schlichtweg Zeitverschwendung, Ablenkung und Ausrede, schlimmstenfalls wirkt es einer gelebten Demokratie entgegen. Denn Gestaltungskraft haben wir schon jetzt. Wir müssen sie nur nutzen.

Wir sind keine Opfer, wir sind Gestalter.

Die Hoffnung das man auf eine „ferne Revolution“ warten muss um sich aus seinen Fesseln zu befreien, macht einen passiv und entfremdet einen gleich aus der Gesellschaft. Man lehnt sie ab weil man den generellen Wandel will – ein Gedankengang der nicht umsonst bei Millenials attraktiv ist, weil sie sich doch mit einem generellen und immer wiederkehrenden Lebensgefühl aller Menschen in dieser Lebensphase sich wiederfindet. Man muss aber am Ende dann nicht hoffen das jemand fremdes einen Befreit sondern selbst sein Schicksal in die Hand nehmen. Ein Gedanke der sich auch klar in dem Lied„der Internationalen“wiederfindet. Und Sebastian da sicher ohne es vielleicht zu merken, klar mit der Passage:

„Es rettet uns kein höh’res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!“

übereinstimmt und klar macht das wir selbst gestalten wollen und müssen um einen Wandel herbei zu führen. Das schweigen gerade der jüngeren Generation und das verständliche „schwärmerische Träumen“ nach dem idealen und generellen Wandel und Umbruch ist natürlich. Doch dabei sich die orthodoxen alten Ideen der marxistischen Babyboomer anzueignen bringt uns nicht weiter. Eben da die Ideen der älteren Generationen aus einer anderen Zeit und ja schon Epoche stammen und uns im Heute und Morgen nicht weiterbringen. Es ist eine Generation welche immer noch Krampfhaft versucht mit ihrem Denken und Handeln dominant zu sein und nicht verkraftet das sie nun quasi die Bühne mehr und mehr zu verlassen hat. Dabei versuchen sie ihr (vergiftetes Erbe) an uns weiterzugeben.

Wenn wir dieses Erbe annehmen verhindern wir unsere eigene Kreativität und können nicht die eigenen Impulse setzen, auf die es mehr und mehr bitterlich ankommt. Wir brauchen den Mut für unsere eigenen Ideen zu streiten und uns von alten Pfaden zu emanzipieren.

Marx versuchte einen neuen Weg aufzuzeigen und eine Art eines neuen Denkens zu bringen. Ebenso versuchten damals die Arbeiter sich selbst zu befreien und sich selbst als gestalterische Kraft zu begreifen. Dies ist sicher einer der großen Verdienste von Marx. Genauso müssen wir uns heute als junge Menschen beginnen von alten Ideen und Vorbildern loszusagen und auch dem alten Dogma der Linken nicht nachtrauernd folgen. Wir müssen selbst unseren Weg gehen und unser Schicksal auch gesellschaftlich und politisch selbst zu gestalten. Eine Gesellschaft welche die „Mythos des Jungsseins“ hochhält will dabei unsere eigene Identität übernehmen und gleichzeitig unsere eigene Gestaltung definieren. Dabei liegt es in unserer eigenen Hand. Wie als man damals die PIRATEN gründete, was es ein Versuch selbst politisch eigene Wege zu gehen und sich selbst zu emanzipieren. Gerade dieser Versuch und die Häme die es medial dafür gab und gibt, zeigt wie schwer es ist dies zu machen. Doch darf man sich davon nicht verunsichern lassen und es zeigt gerade uns allen was man für eine Chance hat selbst Ideen zu entwickeln und dafür zu streiten.

Daher sollten wir mehr selbst gestaltet und kreativ handeln auch in den politischen und gesellschaftlichen Debatten. Denn es geht um unsere Zukunft. Und dabei sollten wir von dem abschreckenden Beispiel der LINKEN lernen und nicht in Sekten abgleiten so wie sie es taten und tun sondern koordiniert und zusammen arbeiten und streiten. zerstritten und zersplittert werden wir scheitern. Daher sollten wir dies verhindern und mehr kooperieren und gemeinsam für für unsere Ziele streiten.

 

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Politik: Wieso wir jüngeren Leute uns mit Außen- und Sicherheitspolitik (neutral) beschäftigen sollten

 

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Junge Menschen in Deutschland

Es ist interessant wenn man den Artikel auf der Seite „Salonkolumnisten“ über den „Revolutionär im Auswärtigen Amt“ liest, welches die Neujustierung der deutschen Außenpolitik unter Außenminister Heiko Maas welche weg von einem naiven Appeasment gegenüber Russland hin zu einer eher Eindämmung des russischen Einflusses auf Deutschland und Europa hinweist. Dies ist sicher ein richtiger Kurs und doch beschreibt der Artikel klar, wie innerhalb der SPD unter der naiven Einstellung für welche die Genossen Willy Brandt missbräuchlich als Vorlage in Anspruch nehmen, das man lieber wie unter Gerhard Schröder einen privilegierten Kurs nach Russland haben will. Dabei werden in guter deutschen Tradition stehend die Interessen der „kleineren“ osteuropäischen Staaten einem „überheblichen Besserwisserischen Gefühl des Gestaltens“ geopfert, welchen man auch oft unter den Baby-Boomern und der Friedensbewegung bis hin zur AfD und LINKEN wiederfindet. Ich schrieb dazu schon im November 2017, das man „der Herausforderung durch Russland gewappnet sein“ muss.

Die ukrainische Politikerin Julija Tymoschenko hatte schon 2007 in einem Artikel mit dem Titel „Containing Russia“ im Fachmagazin Foreign Affairs darauf hingewiesen, das man Russland eindämmen sollte. Die „imperiale Idee“ die Russland seit dem Fall von Byzanz vertritt und die auch in gewisser Weise in der Sowjetunion unter anderen Vorzeichen gelebt wurde, ist auch heute in gewisser Weise in der „politischen DNA“ des aktuellen russischen Staates zu finden. Sie dient als Anknüpfung und Legitimation des heute herrschenden Systems. Der aktuelle Umbruch in der Kriegsführung wie bei der Bundeswehr auch, durch Drohnen und russischen „A2AD-Zonen“, zeigt nur wie Russland dies als Chance ebenso wie die „politische Kriegsführung„, durch die Digitalisierung begreift diese alten/neuen Ziele nun wieder umzusetzen. Das Ziel ist das alte selbe, die Mittel sind nur neue, bedingt durch den technologischen und sozialen Wandel in der Welt.

Was man sagen kann ist, dass man es 2018 unter Putin mit einem anderen Russland zu tun hat als es Willy Brandt mit seiner Ostpolitik zu tun hatte. Dazu hat sich die Geopolitik und auch die Situation Deutschlands massiv seit dem Ende des Kalten Krieges gewandelt! Auch deswegen ist es nicht ratsam dieses alte Denken welches in der SPD, LINKEN und AfD weiter vor sich gedeiht weiter zu befolgen, da die Annahmen auf welche dieses Denken und auch das der Friedensbewegung in einer Zeit ihre Wurzeln hat welche nun Geschichte ist. Natürlich war diese Zeit für die immer noch einflussreichen Babyboomer sehr prägend, doch ihre immer noch währende Dominanz in Debatten und Politik und ihr Einfluss auf die jüngere Generation verhindert, das Deutschland sich politisch und gerade sicherheitspolitisch neu orientieren kann.

Wenn wir als jüngere Generation unsere eigene Zukunft gestalten wollen, müssen wir selbst anfangen uns Fragen zu stellen und auch gerade losgelöst vom „alten Weltbild und Denken“, die Sachen realistisch anschauen wie sie sind und nicht wie sie gerne gewisse „alte (weiße) Männer“ uns meinen zu erzählen und wir so einen „Irrglauben“ anheimfallen und die Dinge nicht aus einem (außenpolitischen) Realistischen Weg uns ansehen können. Gerade diese alte naive Sichtweise wie sie noch oft verbreitet ist sorgt dafür, dass wir uns nicht den Chancen und Gefahren durch den Digitalen Wandel auch auff die Außen- und Sicherheitspolitik wie auch die Gesellschaft im Ganzen wirklich bewusst sind. Dabei braucht es gerade unsere neuen frischen Ideen und Ansätze um der Sicherheitspolitik in Deutschland und Europa neuen Schwung und neuen Ideen zu geben. Dabei losgelöst von irgendwelchen (vermeidlichen) Weisheiten sondern klar basierend logisch an Fakten und Realitäten angepasst. Nur über kleine Schritte kann man etwas verändern und auch wenn es gerade dem jungen „Feuer“ langweilig und öde erscheint, dass man nicht den „romantisch-utopischen“ großen Schritt machen kann, so ist dieses Thema für romantische Ideen viel zu wichtig und zu gefährlich. – Gerade deswegen braucht es unsere neuen Ideen und Ansichten damit es sich auch in Deutschland weiter entwickeln kann. Und zwar ohne dabei die „besserwisserischen Ideen“ irgendwelcher „alten Männer“ die meinen uns zu erklären wie die Welt ist.

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Politik: Syrien, US Angriffe, Russland und das alte Spiel

Die Angriffe einer Koalition aus Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich auf Stellungen der syrischen Regierung heute Nacht haben eine neue Dynamik in den Bürgerkrieg in Syrien gebracht. Noch ist es zu früh um festzustellen ob und wie sich dadurch die Lage im Bürgerkrieg zu verändern beginnt. Mit dem nun direkten Eingreifen „des Westens“ in den Bürgerkrieg kann dieser bislang mehr als Stellvertreterkrieg geführte Krieg eine neue Ebene erreichen.

Bislang sind keine russischen Staatsbürger bei den Angriffen ums Leben gekommen. Was wahrscheinlich auch daran lag, dass in Syrien die entsprechenden Stellen vorab wussten das die Angriffe kommen werden. Das Donald Trump in seinem Tweet die Punchline „Mission accompliced“ verwendete eine Phrase die dank George W. Bush einen politischen PR GAU darstellt, hatte der Palmer-Report entsetzt-überrascht kommentiert. Das man sicher nicht einen weiteren Vorfall wie im Februar 2018 haben wollte, lag auf der Hand. Dies hätte damals theoretisch eskalieren können.1 Es gab in der russischen Duma damals vereinzelte Forderungen nach einer russischn Antwort darauf, etwa worauf Moskau und Washington beides (verständlicherweise) kein Interesse hatten.

Nun ist die Frage die sich stellt was haben die USA für eine Strategie in Syrien? Was sind die alten/neuen Ziele die sie mit den Angriffen erreichen wollen? Nach Clausewitz ist Krieg nur Politik mit anderen Mitteln und während der Iran und Russland klare Ziele in dem Bürgerkrieg verfolgen mag man sich Fragen welche die USA verfolgen. Denn ihr Präsident sagt einmal das er keinen US-Angriff auf Syrien will, und handelt im nächsten Augenblick dann wieder anders. Er hatte sogar 2013 als Obama Präsident war, gefordert, dass einem US Angriff auf Syrien der Kongress zustimmen muss,und nannte es eine „Dummheit“ wenn die USA sich in den Bürgerkrieg einmischen.

Der Palmer Report brachte am 16.4.2018 die Meldung, dass die USA unter der jetzigen Trump Administration entgegen der öffentlichen Behauptungen, dass man lange darüber gesprochen hat in Syrien zu intervenieren, anhand der offensichtlichen Fehler die bei den gezeigten Abläufen gemacht wurden, es vielmehr nach einer „Spontanhandlung“ der Trump-Admjnistration aussah.

Die Frage ist also wie sieht der Plan der USA unter Trump in Syrien aus? Sollten solche „Spontanhandlungen“ aufgrund des innenpolitischen Drucks unter den die Trump Administration durch die vielschichtige Untersuchung von Robert Mueller steht zunehmen und Syrien dabei als „Spielfeld“ dienen dann kann es gefährlich werden. Nirgends stehen sich die Truppen von den USA unterstützen Rebellen mit teils Beteiligung vonn US Spezialkräften und russisch-iransch-syrische Truppen so eng beieinander. Ein Fehler und einige tote russische Truppen später könnte die Situation wie schon im Februar 2018, eskalieren lassen.

Das Frankreich und Großbritannien in der Allianz dabei sind, mag sicher nicht verwundern. Gerade in Frankreich hat sich die politische Grundlinie die durch den zweiten Weltkrieg bedingt ist und dessen Trauma das Münchener Abkommen von 1938 ist, durchgesetzt das man Appeasment nie wieder betreiben soll. Diese Lehre aus der Vergangenheit hat man beherzigt und sie wirkt bis heute unter Marcron nach, wie Michaela Wiegel am 14.4.2018 in der deutschen FAZ anmerkte.

Man mag zu den Angriffen stehen wie man will. Viele reagieren nun auf die westlichen Angriffe harscher, als sie es zu dem russischen Vorgehen in Syrien tun. So beispielsweise Sarah Wagenknecht von der LINKE welche am 14. April 2018 die Angriffe „des Westens“ verurteilte und einen Tag vorher Außenminister Heiko Maas für seine „anti-russische Haltung“ auf der gleichen Plattform angriff.

Insgesamt ist es so, dass man natürlich sehen kann das die LINKE klar wie die AfD1 im russischen Lager wenn es in den Fragen der Außenpolitik geht, steht. Die ZEIT hat die doch auf den ersten Blick überraschenden Gemeinsamkeiten zwischen AfD und LINKE in einem Bericht im Jahr 2016 dargestellt. Gerade auf dem Feld der Außenpolitik dienen beide Parteien wie ihre Schwesterparteien in Europa, dem Kreml als Mittel der Erweiterung seiner außenpolitischen Mittel1.

Daher verwundert die Reaktion von Sarah Wagenknecht ebenso wenig wie die massive Präsenz in den sozialen Netzwerken die versucht gegen die US Angriffe sich zu positionieren und dabei die russische Position ausklammert. Natürlich kann man argumentieren Russland ist auf Einladung der legitimen syrischen Regierung vor Ort, aber de facto ist diese nur noch ein Spielball der Interessen des Iran wie Russland, wie es die Rebellen von den sie unterstützenden Mächte sind. Syrien ist klar im Laufe der Zeit zum Interessenfeld der verschiedenen Staaten geworden die im Nahen Osten um Einfluss ringen.

Das Donald Trump zum Entsetzen seiner Anhänger der Alt-Right wie Alex Jones , der Trumps Intervention harsch kritisierte, zeigt wie wenig innen- und außenpolitisches Gespür die aktuelle Regierung besitzt. Gerade in einem solch sensiblen Feld welches schnell eskalieren könnte ist dies der größte Grund zur Besorgnis. Das weder Russland und die USA jedoch daran gelegen ist, zeigt auch schon ihre Reaktion auf den Vorfall im Februar.

Die US Angriffe dienen nun einmal als Versuch Donald Trump die Lage innenpolitisch im Griff zu bekommen, wie den Freunden von Russland in den Staaten der EU den Baby-Boomer die im Geist des Kalten Kriegs noch denken für Russland entsprechend Stimmung zu machen und um die westlichen Demokratien im Sinne Russland zu schwächen. Alles in allem eine Besorgnis erweckende Situation.

1Weitere interessante Details zum damaligen Vorfall finden sich auf der Seite „The Defence Post“

https://thedefensepost.com/2018/02/10/russians-killed-coalition-strikes-deir-ezzor-syria/

1Zur AfD und was diese in der Außenpolitik für Vorstellungen hat einmal der Faktenfinder des Tagesschau http://faktenfinder.tagesschau.de/inland/afd-aussenpolitik-101.html

1Putin friend’s in Europe: http://www.ecfr.eu/article/commentary_putins_friends_in_europe7153

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Politik: Rückblick Zwei Papiere der EPU in Stadtschlaining an denen ich mitschrieb

Ich habe damals 2007 & 2008 bei der EPU in Stadtschlaining in Österreich zwei Papiere mit Adama Sow verfasst. Sie kursieren seitdem halt im Netz sind in einigen Stellen zitiert worden und im Internet Archieve gespiegelt, nachdem die EPU es nun nicht mehr gibt. Weiteres dazu findet sich im oben verlinkten Wikipedia Artikel.

Das eine Papier mit dem Titel: „The Political crisis of Pakistan in 2007“ dreht sich um die damalige Krise welche unter anderem zum Tod von Benazir Bhutto führte und die Verknüpfungen Pakistans mit den Nachbarländern und den entsprechenden Einflüssen.

Das andere Papier was mit dem Titel: „Democracy and Peace in Zimbabwe“ 2008 erschien beschäftigt sich mit der Rolle und einer Kritik an der Theorie des „Demokratischen Friedens“ und hat als Fallbeispiel die Situation zu dem Zeitpunkt im Zimbabwe genommen.

Beide Dateien sind natürlich auch im Internet Archive verlinkt doch ich dachte ich pack sie auch noch mal hier rein.

rp_0807ThePoliticalcrisisinPakistanin2007 Democracy_and_Peace_in_Zimbabwe_Issue_12_08

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Piraten: Die damalige Gamergate Kontroverse – Die Mythen und Legenden aus dieser Zeit pflegt man fälschlicherweise noch heute über PIRATEN zu verbreiten

Die Geschichte um den enttarnten Alt-Right „Twitter-Troll“ “Ricky Vaughn”,und seine Geschichte ließ mich etwas inne halten. Die Story die in der englisch sprachigen Huffington-Post veröffentlicht wurde und auch den Weg seiner Radikalisierung beschrieb war interessant und stimmten mich nachdenklich. Gerade die Rolle um die Gamergate Geschichte welche um die Rolle von Frauen in der Gaming Industrie ging war etwas was mich aus mehreren Gründen, einmal aus biographischen und einmal aus politischen Gründen einiges Revue passieren ließ.1  

Ich selbst hab einen Hintergrund in der Gaming-Szene im letzten Jahrzehnt gehabt. Das war auch die Zeit wo ich online begann meinen Account unter dem Namen „Al Davoodi“ (der heute mein Twitter Kürzel ist,) zu nutzen. Die meiste Zeit war ich bei Spielen der Gameforge wie OGame aktiv und hab auch da ich lange Jahre in irgendeinem Team der verschiedenen Spiele der Gameforge wie unter anderem Battleknight1 dabei war, hat so einige Sachen mitbekommen die einen Aspekt der Gamergate „Kontroverse“ betreffen. (Aus dem Hintergrund hatte ich für viele PIRATEN überraschend einen Bericht auf der Seite der PIRATEN zur „Wolfenstein II – The new Colossus“gemacht.)

Wieso ich nun auf Gamergate komme eine Geschichte die von war? – Weil es für uns PIRATEN dennoch sehr wichtig ist und in manchen Milieus das Verhalten von Gamer-Gate auf uns übertragen wird. So zog Mario Sixtus auf Twitter den Bezug von Gamergate zu dem Stil den wir PIRATEN haben1 ,(wie auch das wir damals gegen „die Antifa“ in Zeiten der Flügelkämpfe waren,) und sieht uns so kann man annehmen als quasi politisches Milieu, der Geschichte wie sie bei der Gamergate Kontroverse aufkam. Und das auch Jahre nach den Flügelkämpfen! Unser eigener Wikipedia Artikel unter „Piratenpartei Deutschland“ geht sehr detailliert auf diese Zeit ein, aber über den Stand wie es danach bei uns inhaltlich und Debatten technisch weiter ging, findet sich kein Wort mehr!1

Dieses damalige Bild scheinen wir PIRATEN wenn man Markus Kompa der damals die Geschichte verfolgt hatte, wohl  wie er es damals in seinem Blog ausdrückte wohl Annett Meiritz vom SPIEGEL zu „verdanken“.

Jedenfalls ist interessant das wir in einem breiten Spektrum mit dieser Sache in Verbindung gebracht werden und die Akteure die damals im Flügelkampf aktiv waren auch immer noch in der Außenwahrnehmung in manchen Kreisen immer noch mit ihrem Bild über uns bei manchen  Medienschaffenden und Meinungsprägenden Leuten (neudeutsch „Influencer“) diese Geschichten und Sichtweise über uns auch Jahre nach dem entscheidenden aBPT in Halle (medial) von sich geben.

Gamergate und die Folgen für das Image der PIRATEN

 

Interessanterweise sind viele Leute die über uns schreiben und eine Meinung zu uns PIRATEN haben mehr an „Mythen“ über uns interessiert. Das Image welches man uns „überstülpte“ wird von so manchen weitergesponnen und man redet lieber (auch medial) über uns als mit uns. Ideen von uns werden zwar, wie der Fahrscheinlose Nahverkehr kurz aufgegriffen, aber man macht selten politisch und medial einen Bezug zu uns. Interessanterweise schien bei der kürzlichen Debatte über den Fahrscheinfreien Nahverkehr die Süddeutsche Zeitung als eine der wenigen gewesen zu sein, die den Bezug zu den damaligen Anstrengungen der NRW Piratenfraktion Bezug nahm. (Das „Neue Deutschland“ hatte die Studie der Enquete Kommission, welche von den PIRATEN initiiert wurde, auf ihrer Homepage zum Download angeboten.) – Insgesamt waren die Anstrengungen der PIRATEN aber mehr so eine Fußnote in der gesamten Debatte.1

Insgesamt scheint so bekomme ich es viel in Gesprächen mit nehmen uns die Menschen vor allem über „die Netzthemen“ war. Für sie sind wir PIRATEN zentral „die Vertreter der Digital Natives“ auch wenn die Netzbewegung sich teils von uns abgewendet hat und typisch und parallel zu Debatten im Netz sich mehr zersplittert und parallel und nebeneinander isoliert alleine für die gleiche Themen streitet. Dabei handelt sie ähnlich wie damals die Linken Gruppen bevor Oskar Lafontaine sie erfolgreich die LINKE als Sammelbecken für sie etablierte, und sie vorher ziemlich erfolglos versuchten Einfluss auf die Politik Deutschlands zu nehmen.

Wie Ausgangsweise wieder zurückzukommen sind hat man durch diese frühen Debatten und als Abbild der Netzdebatten gerade um „Soft Themen“ wie halt Gamergate ein Image für uns „gebastelt“, welches (teils) manche auch gerne bereit waren anzunehmen. Andere Vertreter die damals auch in dieser Partei aktiv waren haben sich inzwischen verabschiedet und stricken die „Legende“ das sie damals von diesen Vertretern „heraus gemobbt“ wurden und wir immer noch so wie damals wären gerne weiter. Es klingt für die eigene (Selbst-)Vermarktung halt auch positiver als wenn man zugeben muss das man einen innerparteilichen Machtkampf krachend verloren hat und dabei ruhig in Kauf nahm für das eigene Ego die gesamte Partei lieber mit in den Untergang zu reißen. Danach macht man sich aus dem Staub um wo anders „Karriere zu machen.“ Dennoch wird man wie Christopher Lauer zum Beispiel den „Ruhm“ aus dieser Zeit nutzen um sich selbst als Vertreter einer Generation zu empfehlen, die selbst sicher nicht gerade das hat was er versucht medial zu vermarkten. Dafür ist sie selbst viel zu heterogen.1

Was dieses „überstülpen und projizieren“ gewisser Debatten im Netz und auf die Vertreter und Mitglieder der PIRATEN in machen Dingen ausmacht, ist das bei uns vielmehr auf das einzelne „normale Basismitglied“ geschaut wird wie es sich verhält und agiert da man wohl im Netzverhalten jedes einzelnen PIRATEN von uns eine gewisse Art wie wir als Partei als ganzes vom Ethos und Denken agieren versucht abzuleiten. Beispielsweise Die Artikel über das Mitglied PParzival und sein agieren auf Twitter, waren da das beste Beispiel. Auch wenn da sehr gut von Seiten der Partei als ganzes und dem Landesverband Berlin im speziellen agiert wurde.

Gamergate welches in dieser Partei von „offizieller Seite“ keine Bedeutung hatte wird aber als eine Art Essenz in manchen Kreisen gesehen wie wir PIRATEN anscheinend „politisch Leben“ auch wenn man außer Acht lässt das die Vertreter beider damaligen „Flügel“ wohl weniger Lust an politischem Mitmachen in dieser Partei hatten, da sie gegangen sind anstatt sich aus dem Chaos heraus zu organisieren und dann inhaltlich und aus dem Denken heraus Debatten in der Partei anzustoßen und an den Lösungen mitzuarbeiten. – Was sie aber geschafft haben einen gewissen „Mythos“ über die PIRATEN in Deutschland in viele Köpfe zu bringen. Theorien und Meinungen wieso die PIRATEN (im Gegensatz zur AfD), ihre Chance (vorerst) nicht genutzt haben gibt es viele und wird es wohl immer geben.

Beispielsweise hat der Freiburger Politologe Ulrich Eith eine, wie auch der in der gleichen Branche arbeitende Göttinger Politikwissenschaftler Alexander Hensel der 2012 die Chance auf eine dauerhafte Etablierung der Partei sah und nun Stimmen der Zunft über Carsten Koschmieder (Ein Interview mit ihm gibt es auch in der Flaschenpost ), – der ein dennoch sehr auch für Piraten wichtiges weil lehrreiches und fundiertes Buch – was auch klar unsere eigenen Schwächen zeigt, (eine fachliche Besprechung gibt es hier nach Anmeldung) die sagen die PIRATEN spiegeln keine Rolle in der Bundestagswahl was selbst Piraten intern klar war, bis hin zum  Trierer Politologe Uwe Jung der im Deutschlandfunk sagt  das ganze Projekt PIRATEN ist in einen „spielerischem Dilettantismus“ gemündet.  

Für mich der diese Branche kennt, wundert es sehr aber trifft das was ich selbst an der Universität in diesem Fach  erlebt hatte das viele mehr Momentaufnahmen abgeben anstatt durch den Digitalen Wandel bedingt sich Möglichkeiten und Entwicklungen anzusehen. Zynisch könnte man sagen, dass mit gleichem Denken man der SPD, die eine Vereinigung verschiedener damaliger relativ neu entstandener Arbeiterparteien war die sich auf die damalige neue Theorie von Karl Marx berufen, nach ihren Problemen durch den damaligen deutschen Staat unter Bismarck nach ihrem (erzwungenen) Verschwinden keine Rolle mehr spielen werden. Die Geschichte ist dann jedoch wie wir alle wissen anders verlaufen. 

Man kann sagen die PIRATEN haben für viele als Projektion ihrer Wünsche, Ideen und Hoffnung gedient sei es Mitglieder, Journalisten oder teils des Führungspersonals aber man war nicht daran interessiert diese welche so verschieden waren wie es die Anzahl der Personen sind, teils wie man z.B. an Christopher Lauers damaligen innerparteilichen Verhalten sehen konnte in einen Konsens zu bringen und verhielt sich darauf wütend wie ein „enttäuschter Liebender“, sei es Ex-Pirat (mit und ohne Funktion/Mandat) oder eben von Seiten mancher aus Medien und Gesellschaft. Man kann es sehr gut an dem Artikel in der Stuttgarter Nachrichten erkennen, wo vermeidliche „prominente Kenner“ der Partei ihre eigene Rolle in ihrem Sinne darstellen und eine mediale Plattform kriegen. Über die damaligen Strippenzieher der Partei wurde auch 2012 in SPIEGEL-ONLINE von Annett Meiritz berichtet und wenn man die Namen aus heutiger Sicht liest – sind viele von ihnen die medialen „Kenner“ der Partei immer noch auch wenn heute sicher andere Personen an ihrer Stelle getreten sind, wovon so ziemlich zu 99% kaum öffentlich wahrgenommen werden, was den meisten wohl auch teils recht ist – nicht aus Intransparenz sondern da sie in der Partei intern bei vielen auch Gewicht, Gesicht und Namen haben – sondern vielmehr da man gewisse persönliche Erfahrungen anderer Personen gerne vermeiden will. Dabei sollte man das „Strippenzieher“ heute mehr mit Anführungszeichen verwenden. 

In der damaligen Debatte um Gamergate und die Rolle von Frauen im Netz und damit Spiegelbildlich bei den der Piraten welche eine lautstarke Gruppe im Netz betrieb, kann ich feststellen, aus meinen eigenen Erfahrungen gerade aus den Communities wo auch viele Frauen oft in Administrator Positionen waren und immer noch sind, das es für viele am Anfang erst einmal befremdlich war. Bei „Electra“  einer Administratorin in Battleknight, (die auch in der Frühzeit von Ogame1 – diese wurde damals von „Fans“ anderer Personen in der Community angegangen und wurde doch dann durch ihre gute und authentische Art und Arbeit – obwohl man ihr „prophezeite“ sie wird nie wirklich in der Community angenommen, nachher den „Ehrentitel“ „Board-Mama“ verliehen und viele weibliche User wenn man denn wusste das sie weiblich waren, viele was gerade in frühen Netzzeiten normal war und sicher auch den damaligen langsamen Internetgeschwindigkeiten geschuldet waren, ließen ihr Geschlecht generell „offen“ im Netz nahmen ein anderes für ihre „Netzidentität“ an und agierten so „freier als in der Gesellschaft“. Heute in Zeiten von Instagram haben sich sicher auch die Netzregeln teils mehr der Gesellschaft angepasst und auch den Umgang „modifiziert“. Man kann es sicher sehr gut auf Instagram beobachten wo viele Frauen sich in „erotischen Posen“ „präsentieren“ und man kann anhand der Quote der Kommentare gewisse Schlüsse ziehen. Teils ist es aber auch so das damals in den beginnenden 2000er es ähnlich war, doch hatte man sicher nicht die Möglichkeiten sich so „medial zu präsentieren“ und wurde das Netzgeschehen noch viel stärker getrennt vom „richtigen Leben“ wahrgenommen.

Seit Gamergate welches im Jahr 2014 statt fand hat sich das Netz weiter entwickelt. Es ist sicher im Moment mehr „weiblicher Dominierter“ in Bereichen die früher kaum eine Rolle gespielt haben teils sicher durch die bessere visuelle Präsenz die das Netz heute ermöglicht und welches man da ein gewisses Alter sich mehr gerade wie man bei Instagram sehen kann präsentiert, gleichzeitig typisch für den Altersschnitt medialer Präsenz der Geschlechter in den Medien nur widerspiegelt. Dabei haben in jungen Jahren Frauen die Überhand bevor sie je älter werden mehr und mehr in den Hintergrund treten. (Ein Schelm der böses dabei denkt! 😉 ) Ähnlich ist es sicher auch bei den Followerzahlen der Leute die sich im Netz präsentieren, wobei die Kohorteneffekte nun zeigen das halt immer neue Leute nachkommen und wenn auch die Plattformen einem stetigen Fluß unterworfen sind. Die Gamergate Debatte zeigte halt wie plötzlich vielen der angeblichen „Nerds“ klar wurde das sie „das Internet nicht für sich alleine“ haben – und doch ist es mehr eine gesellschaftliche Debatte gewesen, da auch sie dem damaligen Klischee erlegen waren, dass „nur Männer das Netz nutzen und „hinter „jedem hübschen Frauenavatar im Netz“ – ein dicker pickliger Typ steckt.“ Dies war nicht nur das Klischee der Leute im Netz sondern wurde auch Medial und von der Gesellschaft gerne verbreitet und medial aufgegriffen. Die Gamergate Debatte war ein Zeichen, dass sich das Netz wandelt und es war mehr ein Abbild eines Wandels auch im Gesellschaftlichen Sinne im Netz. Wie exotisch es generell aber auch für die Gesellschaft entgegen des eigenen Anspruchs ist, zeigt alleine die sexistische Schlagzeile über Marina Weisband als die „schöne Piratin“ auf N-TV 2012  zur Hochzeit der Piraten, welche dann die Partei verlassen hat. Und ganz klassisch die BILD welche über Marinas Heirat den Artikel über diese ähnlich betitelte. Damit verlangt eine Gesellschaft  von den PIRATEN  weiter und besser und anders zu sein, als sie es selbst gerne pflegt. Im Gegenzug aber  der Partei auch die Möglichkeit abspricht, sich immerwährend zu wandeln und weiterzuentwickeln.

Fazit

Als Fazit bleibt daher zu ziehen – gerade das solche Debatten sich in gewisser Abwandlung damals auch in der Frühzeit der PIRATEN widergespiegelt haben ist dabei nicht verwerflich und sollte ihnen nicht zur Schande gereicht werden. Es zeigt vielmehr das diese Partei welche eine „politische Verlängerung des Internets“ darstellt eben diese Debatten in gewisser Form aufgreift, ja aufgreifen muss! Dies zu missbilligen und ihnen zum Vorwurf zu machen, verkennt die politische Rolle von Parteien in der Politik an sich.

Mit Anja Hirschel als Spitzenkandidatin der PIRATEN im letzten Bundestagswahlkampf kann am Ende das Fazit für die PIRATEN stehen, das sie entgegen aller Klischees die über sie existieren sie sich eben allen „Mythen“ zum Trotz eben weiterentwickelt haben und damit genau den Wandel widerspiegeln den auch das Netz in den letzten 10 Jahren durchgemacht hat. Sie sind weiblicher und doch sich in gewisser Weise treu geblieben, etwas was man ihnen (immer noch) abspricht und lieber seine „alten Mythen“ pflegt.Wenn gewisse Debatten die aktuell (zurecht und verständlicherweise) innerparteilich kamen, die sich am reinen Männerlandesvorstand der PIRATEN NRW entzündeten, verkennt dabei die Situation die damals beim Parteitag 2017 herrschte.

Wie auch, die unterschiedliche Situation wie sie der aktuelle Bundesvorstand der PIRATEN widerspiegelt und auch in anderen Landesvorständen der PIRATEN der Fall ist. Und klar bilden sie da die PIRATEN eben auch ein Kind der Gesellschaft sind in der sie leben und in einem Alter sind wo gewisse gesellschaftliche Zwänge sich anders auf die „Freizeitpolitiker“ auswirken, als auf anderen größeren Parteien die im Bundestag sind. Auch wenn man die Gesellschaft ändern will ist man dennoch und gerade  und auch manchmal leider ein Produkt ihrer Mechanismen.

 

 

1Ogame war damals Anfang der 2000er eines der größten Browserspiele welche damals sehr beliebt waren im deutschsprachigen Raum. Es bekam ab einer gewissen Größe der Nutzerzahlen damals eine für damalige Verhältnisse hohe mediale Aufmerksamkeit.

 

 

1Lustigerweise schienen bei Battleknight einige der damaligen User auch viele Jahre danach sich noch an mich zu erinnern & anscheined wenn nach 6 Jahren nach meinem Abschied nen Thread auftaucht wo man sagt wo ich selbst schon lange nicht mehr aktiv im Board war das man „mich liebt“ und kein Flame-War ausbricht, dann hat man doch so einiges richtig gemacht 😉 http://board.de.battleknight.gameforge.com/board119-archive/board128-archiv-für-battleknight-im-schatten-des-rittertums/board217-archiv-fun-spam/48934-ich-liebe-al-davoodi/

1Interessant ist auch der Artikel über „Gamergate und die Folgen“ von

Yasmina Banaszczuk http://dasnetz.online/gamergate-und-die-folgen/

1Man sieht die Sache wenn man den Twitterverlauf sich kurz ansieht wo er dies dann im Bezug auf die Piraten tweetete

1Eine Betrachtung zur allgemeinen Medienbetrachtung der Piraten hatte „der Sperling“ in der Piraten nahen Online Zeitung „Flaschenpost“ gebracht. https://flaschenpost.piratenpartei.de/2016/04/05/presseberichterstattung-in-deutschland-beispiel-piratenpartei/

1Ein weiteres Beispiel ist sicher im Blog den Beiträgen: „Die verlachten Pioniere“ des digitalen Wandels“ & „Willkommen im Zeitalter der digitalen Defizite“.

1Stand 7.4.2018 13:38 Uhr (!)

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Soziales: Mehr Schein als Sein – Eine Gefahr für uns alle

Der Plagiats-Skandal um „den Poeten“ Deno Licina der eine Menge „seiner Sprüche“ durch Copy und Paste von anderen Internetquellen abschreibt und sich einfach zu Vermarkten weiß, passt gut in diese Zeit. Sei es durch Karl-Theodor zu Guttenberg und seine „Plagiatsaffäre 2011“ was ein perfektes Beispiel für diese Zeit war und ist. Aber auch die „Verehrung“ die einem Christopher Lauer entgegengebracht wird und der damals bei den PIRATEN die Partei als Plattform für seinen „persönlichen Ruhm“ nutze. Das er nun dabei ist Positionen zu vertreten die so alles andere zu seinen Wurzeln passen, und der kurz nach den PIRATEN zu Springer AG wechselte zeigt es es mehr auf den Schein als auf das Sein ankommt.

Heute denken viele (junge) Frauen das sie durch Posts auf Instagram wo sie nur leicht bekleidet posieren und dann dabei Produkte „bewerben“ sie dadurch berühmt werden und ein Einkommen bekommen. Aber es ist nicht nur dort ein Problem. Man sieht es quer durch die Bereiche der Gesellschaft. So schrieb Prof. em. Richard Münch unter „der Schein ist wichtiger als das Sein“, über die Exzellenzinitative der deutschen Universitäten. Er kritisiert im Kern das gerade das Fokussieren auf den Markt unter Opferung des eigentlichen Zwecks die Universitäten bestimmt. Die Auswirkungen durch mehr als 10 Jahre Bologna-Prozess auf das Denken auch im sozialen und politischen Sinne für die Millenials welche primär davon betroffen sind hatte ich in einem Beitrag für die PIRATEN beschrieben.

Was kann man stattdessen tun? – Was bedeutet es für „uns“?

 

Erst einmal das „uns“ gibt es wohl so nicht. Die sogenannten „Digital Natives“ sind wohl (was nicht wirklich überrascht,) unterschiedlicher und heterogener als man bisher dachte. Man konnte einen Vorgeschmack sicher darauf damals bei den „Flügelkämpfen“ der PIRATEN bekommen wo viele der damaligen Akteure die abgewandert sind nicht gerade daran interessiert waren am Ende ein gemeinsames Ziel im Auge zu behalten. Es ging den meisten wohl nur um das eigene Ziel und den eigenen Erfolg. Dabei war es egal ob man das „Schiff auf dem man gemeinsam segelte“ am Ende doch „versenkt“. Man kann wie es für viele „normal“ ist und auch durch Studien belegt dann schnell die Gruppe bzw Partei wechseln. Für alles bereit sein und alles sich offen halten ist auch dort in unserer Generation die gewünschte Devise.

Was man früher gemacht hat ist eigentlich egal, ebenso die Konsequenzen des Handelns daraus. Man ist unter dem Druck sich ständig selbst zu „optimieren“ was man daran sieht, das man Parteien, Vereine, Jobs, Freundschaften und Partnerschaften wechselt wie es gerade in den Kram passt. Man ist unter dem Druck sich immer wieder neu zu erfinden und doch suchen viele Leute nach „dem Echten“ und den Dingen die einen das Leben begleiten und Konstant bleiben. Vielleicht macht gerade diese Sehnsucht die Stärke vom Angela Merkel aus.

Man kann schnell der Verführung erliegen das man durch den schönen Schein man sich eine Fassade aufbaut und in dieser „Welt“ lebt. Gerade Instagram hat da vielen Menschen die passenden Möglichkeiten gebracht. Was es für die eigene Psyche ausmacht wenn man weiß das es alles nur eine Fassade ist, hatte Essena O’Neil berichtet. Über diese Scheinwelt auf Instagram hatte die Brigitte einen Artikel gebracht.

Natürlich ist alles im Netz „unreal“ und doch ist es nicht. Es beginnt sich gerade zu Verändern. Wenn ein Donald Trump twittert ist es doch etwas was man heute mit politischen realen Konsequenzen zu tun hat. Die Washington Post brachte in einem Artikel im Jahr 2015 wie „trollen“ durch das Netz zu einer „neuen Form der Diplomatie“ werden könnte.

Daher ist es wichtig wenn wir uns als Gesellschaft in Deutschland und dem Westen nicht vor der Digitalisierung und den Konsequenzen verstecken. Auch wenn viel medial darüber berichtet wird in Deutschland so sehen es viele Wähler gerade unter den Babyboomern aber auch andere Gruppierungen im jüngeren Alter es als etwas Irreales an.

Das Netz verstärkt klar unsere Tendenzen welche wir in der Gesellschaft haben. Man verfällt gerne dem Schein und es ist für jeden einfacher einen Schein aufzubauen. Am Ende hat dies alles aber in jeglicher Form reale Konsequenzen. Auch wenn man oft behauptet das Netz und der Schein zählt nicht,so muss man sagen das es ein fataler Irrglaube ist.

Authentisch und Real sein ist sicher da die bessere Antwort auch wenn der Weg ein schwerer und langer ist. Das gilt ebenso für das Netz wie außerhalb des Netz. – Die Sehnsucht nach etwas authentischen hat zu Donald Trump geführt und man durfte dann feststellen das es alles doch nur Schein war.

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Politik: Mein Beitrag auf der Pirate Security Conference 2018

Ich hatte auf der diesjährigen Pirate Security Conference einen Vortrag über den Iran gehalten.

Man findet den Vortrag und die Diskussion mit mir und Enno Lenze auf der Website der Konferenz.

Ich dachte ich stelle die Slides und das Skript zum Vortrag mal hier in den Blog. Vielleicht macht es der einen oder anderen Person Freude.

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.Vortrag Secon Iran ar work1  Schoresch

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